Sigrid Paduck strickt Socken und verschenkt sie. Mehr als 500 Paar sind in den vergangenen Jahren entstanden.

Für Sigrid Paduck ist das Stricken eine Art Therapie. Die fertigen Socken verschenkt sie dann an Freunde und Kinder. In Langenfeld hat sie sich damit bereits einen Namen gemacht.
Für Sigrid Paduck ist das Stricken eine Art Therapie. Die fertigen Socken verschenkt sie dann an Freunde und Kinder. In Langenfeld hat sie sich damit bereits einen Namen gemacht.

Für Sigrid Paduck ist das Stricken eine Art Therapie. Die fertigen Socken verschenkt sie dann an Freunde und Kinder. In Langenfeld hat sie sich damit bereits einen Namen gemacht.

Anna Schwartz

Für Sigrid Paduck ist das Stricken eine Art Therapie. Die fertigen Socken verschenkt sie dann an Freunde und Kinder. In Langenfeld hat sie sich damit bereits einen Namen gemacht.

Langenfeld. Dass Lila und Pink die Lieblingsfarben von Siegried Paduck sind, fällt sofort auf. Lila gesträhnte Haare und ein passendes Twin-Set verraten sie, die Liebe zu Lila: „Das war schon immer so. Als ich klein war, hab ich mir ein pinkes Kleid mit Pailletten genäht. Das war zu der Zeit ein echter Renner“, sagt Sigrid Paduck.

„Schon an der Bushaltestelle sprechen mich die Leute an, ob ich ihnen nicht mal ein Paar Socken stricken könnte.“

Sigrid Paduck

Auch in ihren Wollsocken tauchen die Farben immer wieder auf. Auf dem Wohnzimmertisch liegt nur eine kleine Auswahl der Strümpfe, die sie in den vergangenen drei Jahren gestrickt hat. Denn sobald sie einige fertig hat, verschenkt die 79-Jährige einen Teil. Jedes Jahr verteilt der Weihnachtsmann ihre Socken auf dem Weihnachtsmarkt. Auch an einen Kindergarten in Garath hat Paduck bereits ihre Socken verschenkt. „Die Kinder haben sich so gefreut“, sagt sie und lächelt, wenn sie daran denkt.

Das Stricken lernte sie als Kind. Schon mit sieben Jahren strickte sie Strümpfe und Handschuhe. Bis nach dem Krieg, als man nicht mehr so einfach an Wolle kam. „Dann nahmen wir die Fallschirmseide“, erzählt sie. „Daraus haben wir schöne Kniestrümpfe mit verschiedenen Mustern gestrickt. Nach der Flucht aus ihrer Heimat in Ostpreußen kam sie über Umwege nach Langenfeld und arbeitete 28 Jahre bei „Kaiser’s“ an der Hauptstraße. Der Job, der Ehemann und die zwei Kinder füllten das Leben von Sigrid Paduck vollkommen aus. Zeit zum Stricken blieb da nicht.

Erst zur Fußball-WM 2006 packte Paduck die Stricksucht wieder. Bekannte von der Awo fragten sie, ob sie nicht helfen wolle, einen überlangen Schal in den Nationalfarben zu stricken, der dann den Marktplatz und die Schaufenster der Einzelhändler zieren sollte. Die Rentnerin sagte ja und griff zu Nadeln und Wolle.

Aus dem Stricken wurde für die 79-Jährige ein intensives Hobby

Schon damals waren ihre Hände von der Gicht gezeichnet. Das Stricken begann für Paduck eine Art Physiotherapie zu werden. „Ich muss ständig meine Finger bewegen, das lindert die Beschwerden.“ Nach der Fußball-WM und dem Riesenschal sagte sie sich dann: „Ach du könntest auch einfach weiterstricken und was für die Kinder machen.“

Bei der Auswahl der Wolle muss man darauf achten, dass auf dem Etikett mindestens 75 % Schurwolle steht. Auch sollte man zum Sockenstricken nur Sockenwolle benutzen und nicht zur Pulloverwolle greifen, denn die ist zu weich und hält schlecht.

 

Die Stricknadeln sollten eine Stärke von 3 bis 4 haben. Allgemein gilt jedoch: Für dickere Wolle, braucht man dickere Nadeln. Siegried Paduck nimmt meistens Nadeln mit einer Stärke von 3 ½.

 

Für Holz- oder Fliesenboden ist es optimal, auf die Fußsohlen der fertigen Socken mit einem Pinsel kleine Punkte aus flüssigem Latex aufzutragen. Nach dem Trocknen verhindert das ein Ausrutschen mit den glatten Wollsocken. Alternativ gibt es auch fertige Sockenstopper im Bastelladen zu kaufen oder im Internet zu bestellen.

 

Und so begann sie jährlich mehr als 100 Sockenpaare zu produzieren, in allen erdenklichen Farben, je nachdem, welche Wolle gerade im Angebot ist, oder welche Farbe der 79-Jährigen gefällt. Mittlerweile weiß beinahe ganz Langenfeld, was die ehemalige Verkäuferin tut: „Schon an der Bushaltestelle sprechen mich die Leute an, ob ich ihnen nicht mal ein Paar Socken stricken könnte“, erzählt sie. „Da komme ich kaum noch nach.“

Die Strickerei soll ja kein Stress sein. Die aktive Rentnerin hat noch andere Sachen zu tun. Regelmäßig trifft sie sich mit Freundinnen, die natürlich auch gerne Socken geschenkt bekommen, oder besucht eine Dame im Altenheim, die sich ebenfalls über Socken freut. So ist aus dem Stricken ein Hobby geworden, das nicht nur Sigrid Paduck viel Spaß und die nötige Bewegung bringt, sondern auch ihren Mitmenschen viel Freude und natürlich warme Füße schenkt.

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