Seit dem 1. April ist das Parken in Langenfeld nur noch 15 Minuten kostenfrei. Eine Zeitspanne, die vielen nicht ausreicht.

Viele Langenfelder beschweren sich über Wartezeiten an den Automaten.
Viele Langenfelder beschweren sich über Wartezeiten an den Automaten.

Viele Langenfelder beschweren sich über Wartezeiten an den Automaten.

Wer die grüne Taste betätigt, darf eine Viertelstunde kostenfrei parken – viel erledigen lässt sich in dieser Zeit aber offenbar nicht.

Anna Schwartz, Bild 1 von 2

Viele Langenfelder beschweren sich über Wartezeiten an den Automaten.

Langenfeld. Hastig springt der junge Mann aus seinem Auto und eilt zum Parkscheinautomaten. Ohne Geld hineinzuwerfen, drückt er die grüne Parkscheintaste und erhält sein Ticket. Jetzt muss es schnell gehen, denn in nur 15 Minuten ist die kostenlose Parkdauer abgelaufen und es drohen Knöllchen.

Knappe 20 Minuten später kommt Jörg Mewen schnellen Schrittes zurück und ist genervt: „Das ist doch albern. Was soll man denn in dieser Viertelstunde schaffen, außer Brötchen kaufen? Bäcker gibt es ja überall, aber für alle anderen Erledigungen reicht die Zeit nicht aus, selbst wenn man an keiner Warteschlange anstehen muss.“

Eine halbe Stunde hätte aus Sicht einiger Bürger mehr Sinn gehabt

So hat es die Brötchentaste in Langenfeld direkt zur Einführung nicht leicht, denn viele Menschen denken ähnlich. „Wenn eine Umstellung des Parksystems schon nötig ist, und die kostenlose Parkdauer reduziert werden muss, dann wäre eine halbstündige Brötchentaste sinnvoll gewesen. Denn auch ich werde es mir künftig zweimal überlegen, ob ich mir für kleine Besorgungen 15 Minuten Stress in der Stadt zumute oder lieber direkt zu einem Supermarkt am Ortsrand fahre“, sagt Jörg Mewen.

Seitens der CDU, die die Brötchentaste politisch durchgesetzt hatte, kommt es erst jetzt zu einer klaren Vorstellung dessen, was nur 15-minütiges Freiparken in der City auch bedeuten kann. Denn vor allem ein kurzer Besuch der Post in der Stadtgalerie sei aufgrund langer Wartezeiten problematisch, wie es in einer Stellungnahme der CDU heißt: „Mit einer Brötchentaste und 15 Minuten freiem Parken kommt man bei den langen Schlangen am Postschalter oft nicht aus.“

Eingesetzte Hostessen haben keine Warteschlangen beobachtet

Da bleibt dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Sascha Steinfels nur ein Kommentar: „Wir haben direkt gesagt, dass 15 Minuten für die meisten Alltagserledigungen in der Stadt nicht ausreichen und somit Augenwischerei sind.“

City-Parker zahlen seit dem 1. April 50 Cent pro angefangene Parkstunde. Zuvor war die erste Parkstunde kostenfrei, und erst ab der zweiten Stunde wurde für jede Stunde auf dem Parkplatz ein Euro fällig. Das kostenlose Kurzparken ist mit der Brötchentaste nun auf 15 Minuten beschränkt. Manche Anwohner rund um das Stadtgebiet fürchten, dass gewohnheitsmäßige Gratis-Parker nun in die angrenzenden Randgebiete ausweichen und so für Parkplatznöte sorgen.

Über lange Warteschlangen denkt auch Manfred Gerlach nach. Allerdings über diese, die er in den vergangenen Tagen an den Kassenautomaten im Parkhaus der Stadtgalerie beobachtet hat. Die Warteschlangen seien vor den zeitweise auch noch defekten zwei Automaten unübersehbar gewesen. „Die Brötchentaste ist natürlich illusorisch, wenn man drei bis fünf Minuten für die Parkhauskasse einplanen muss“, kritisiert Gerlach.

Referatsleiterin für Wirtschaftsförderung, Citymanagement und Liegenschaften Heike Schönfelder aber sieht das anders: „Nach der Umstellung haben wir eine Woche lang Hostessen eingesetzt. Sie haben keine Warteschlangen beobachtet. Außerdem benutzen die Wenigsten das Parkhaus für kurze Erledigungen. Wer einen längeren Einkauf plant, drückt sowieso nicht die Brötchentaste.“

Wer schnell ein paar Brötchen beim Bäcker holen oder die Kinder in die Kita bringen möchte, der finde sich nicht in einer Warteschlange wieder.

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