Laut Stadt gibt es keine Investoren. Der Bauverein und die SPD schlagen vor, auf einem Teil der alten Feuerwache Wohnungen mit Fördermitteln zu bauen.

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Sozialer Wohnungsbau auf einem Teil des Geländes der Feuerwache? SPD und Bauverein sprechen sich dafür aus. Grafik: Google Earth

Sozialer Wohnungsbau auf einem Teil des Geländes der Feuerwache? SPD und Bauverein sprechen sich dafür aus. Grafik: Google Earth

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Sozialer Wohnungsbau auf einem Teil des Geländes der Feuerwache? SPD und Bauverein sprechen sich dafür aus. Grafik: Google Earth

Langenfeld. Unter Tränen hatte Andrea K. im Frühjahr beim Sozialpolitischen Stammtisch der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmergemeinschaft (CDA) ihre Situation geschildet. „60 Mal habe ich um eine Wohnung nachgefragt, das Wohnungsamt, die Arge und die Wohnungslosenhilfe des Sozialdienstes katholischer Frauen aufgesucht. Für 277 Euro, die ich als Hartz IV-Zuschuss für eine Wohnung erhalte, kriege ich keine“, klagte sie. Der CDA wandte sich an die Ratsfraktion der CDU, die im Fachausschuss einen Antrag durchbrachte, die Verwaltung möge eine Bestandsaufnahme zum Thema Wohnraumförderung darlegen.

339 Wohnberechtigungsscheine innerhalb eines Jahres ausgestellt

Im Sozialausschuss am Mittwochabend legte die Erste Beigeordnete Marion Prell diese nun vor. Da wurde Bilanz gezogen: In Langenfeld gibt es 1225 mit öffentlichen Mitteln geförderte Wohnungen. Davon befinden sich 187 im Bestand des Bauvereins Langenfeld. Bis zum 31. Dezember 2016 werden 142 Wohnungen aus dieser Bindung herausfallen. Es besteht jedoch kein Zweifel, dass es einen Bedarf an solchen Wohnungen gibt. Das belegt die Tatsache, dass innerhalb eines Jahres 339 Wohnberechtigungsscheine von der Verwaltung erteilt wurden.

Ohne Investor können keine Fördergelder beantragt werden

275 Haushalte haben sich in die Wohnungssuchenden-Kartei eintragen lassen. Dahinter verbergen sich 465 wohnungssuchende Personen. Der Bedarf nach erschwinglichem Wohnraum ist also nicht zu leugnen.

Die Beigeordnete machte jedoch auf einen besonderen Umstand aufmerksam: „Es sind keine Investoren für den öffentlichen Wohnungsbau zu finden.“ Gibt es keinen Investor, können auch keine Fördergelder des Bundes oder Landes beantragt werden. Das hängt wohl auch mit den Bemühungen der Städte zusammen, Grundstücke für zu fördernden Wohnungsbau zu finden. Beispiel: Köln hat 2011 Fördergelder für 1000 Wohnungen, Düsseldorf für lediglich 200 Wohnungen abgerufen. In Langenfeld ist in dieser Hinsicht seit Jahren Fehlanzeige.

Der Bauverein käme als Investor in Frage. Er hat aber seinen Plan, auf dem Grundstück der ehemaligen Obdachlosenhäuser (Königsberger Straße) zu bauen, zugunsten der hohen Investition für die Holzpellet-Heizzentrale an der Jahnstraße/Paulstraße verschoben. „Wir können frühestens 2014 beginnen, weil uns zurzeit die Mittel fehlen“, sagte Hubertus Dedek, Geschäftsführer des Bauvereins, auf WZ-Anfrage.

Auf dem Gelände der alten Feuerwache, der Stadt- und Wasserwerke entsteht nach dem Abriss eine zusammenhängende Fläche von 1,6 Hektar , die für den Wohnungsbau genutzt wird.

Er machte jedoch, ebenso wie Jörg Feldmann (SPD) im Ausschuss, auf die Möglichkeit aufmerksam, auf einem Teil der alten Feuerwache Wohnungen mit Fördermitteln zu bauen. „Da ist die Stadt gefordert, sie muss sich dafür aussprechen. Wir haben einen guten Mix angeregt“, so Dedek. Aus dem Rathaus war indes bislang nichts in dieser Richtung zu hören.

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