Die Bürger wünschen sich neue Gastronomie in ihrem Stadtteil. Zuletzt wurde auch noch der beliebte „Schützenhof“ abgerissen.

Die Gläser bleiben erst einmal leer: Hubertus von Buddenbrock (3.v.r.) und seine Mitstreiter vor dem Schutt, der vom „Schützenhof“ übrig ist.
Die Gläser bleiben erst einmal leer: Hubertus von Buddenbrock (3.v.r.) und seine Mitstreiter vor dem Schutt, der vom „Schützenhof“ übrig ist.

Die Gläser bleiben erst einmal leer: Hubertus von Buddenbrock (3.v.r.) und seine Mitstreiter vor dem Schutt, der vom „Schützenhof“ übrig ist.

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Die Gläser bleiben erst einmal leer: Hubertus von Buddenbrock (3.v.r.) und seine Mitstreiter vor dem Schutt, der vom „Schützenhof“ übrig ist.

Langenfeld. In Wiescheid gibt es keine einzige Kneipe mehr. Ein Zustand, der nicht so bleiben kann, finden Hubertus von Buddenbrock und mit ihm ein gutes dutzend Wiescheider. Nachdem „Waldklause“ und Pizzeria an der Kirchstraße schon seit Jahren geschlossen sind, die Gastronomie im Wiescheider Tennisclub auch nicht mehr existiert und jetzt auch noch der beliebte „Schützenhof“ in Landwehr weg ist, „haben wir gar nichts mehr, wo man noch zu Fuß hingehen könnte, um sich zu treffen“, sagen Hubertus und Karin von Buddenbrock. Was Alfred Rux, Meinhard Pupkes, Peter Wildauer, Helmut Uellendahl und Ingrid Deuss sich wünschen, ist schnell gesagt: „Wir wollen das wieder, was wir mal hatten“, sagt Rux. Und das ist ein Stammtisch in gemütlicher Atmosphäre, wo man ein Bierchen trinken und auch mal ein Schnitzel oder Kotelett essen kann, sagen die Wiescheider.

Bürger wollen Verein gründen, der als Gastronomie-Träger auftritt

„So eine Art Dorfkneipe wäre schön“, schwärmt Uellendahl, und die Herren und Damen im fortgeschrittenen Alter stimmen ihm zu. Warum sich keine Gastronomie mehr im schönsten Ortsteil Langenfelds hält, wissen alle genau. „Früher“, sagt Peter Wildauer, Vorsitzender des Schützenvereins Landwehr, „da hat man sich nach dem Schützenfest noch mal in der Kneipe getroffen. Aber daran hat die junge Generation kein Interesse mehr. Heute wollen alle früh nach Hause, gehen in einen Club oder ins Fitnessstudio.“ Und die Älteren bleiben auf der Strecke. Buddenbrock hat noch eine andere Erklärung fürs Kneipensterben in Wiescheid: das Rauchverbot. Selbst Nichtraucher, hat der Anwalt dennoch ein Herz für Menschen mit Leidenschaft für den Glimmstengel. „Die müssen alle draußen qualmen, auch wenn es bitterkalt ist, und bleiben deshalb besonders im Winter lieber zu Hause“, sagt er.

Mit Wehmut steht die Gruppe vor der Abrissruine des Schützenhofs Landwehr und erinnert sich an alte Zeiten, als man sich dort noch traf, Musik machte und plauderte. Schließlich, sagt von Buddenbrock, sei der Stammtisch auch ein Stück Demokratie und Ort der Meinungsbildung. Der dürfe nicht verloren gehen.

Nun klagen die Wiescheider Bürger nicht nur, sondern haben auch Ideen parat, wie sie wieder zum ihrem Treff kommen könnten. „Wir können uns vorstellen, einen Verein zu gründen, der als Träger einer Gastronomie auftritt“, sagt Rux. Wo sie sich in Zukunft treffen könnten, führen sie auch aus: Entweder in einer Art Bürgerschänke im Landhaus Lohmann – sofern Frank Lohmann eine Möglichkeit sieht. Dann könnte man die Gastronomie im Tennisverein wieder beleben. Man könnte mit dem Investor, der anstelle des alten Schützenhofes jetzt Parkplätze einrichtet, reden oder eventuell in die vorhandene Gaststätte am Sportpark Landwehr gehen, die wohl derzeit nicht so richtig funktioniert. Damit ist nicht das Bistro im Sportpark gemeint, sondern das mit Außenzugang. Ihre Ideen sehen sie als Denkanstöße. Vielleicht kommt ihnen ja jemand entgegen. Die sieben notwendigen Wiescheider für die Vereinsgründung stehen bereit.

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