Der Adventsmarkt der Vereine und der Weihnachtsmarkt lockten am Wochenende Tausende in die Langenfelder City.

Der Adventsmarkt der Vereine und der Weihnachtsmarkt lockten am Wochenende Tausende in die Langenfelder City.
Die „Cheer Label Langenfeld“-Dancers sorgten für gute Stimmung.

Die „Cheer Label Langenfeld“-Dancers sorgten für gute Stimmung.

Ralph Matzerath

Die „Cheer Label Langenfeld“-Dancers sorgten für gute Stimmung.

Langenfeld. Etwas verwirrend ist das schon für die vielen Kinder vor der Stadthalle, die auf den Nikolaus warten. Gleich zehn Weihnachtsmänner stehen auf dem Vorplatz – stilecht mit Mützen, Bärten und rot-weiße Gewand. Sie verteilen allerdings keine Süßigkeiten, sondern machen Musik. Da gerät mancher Elternteil in Erklärungsnot: Gibt es mehrere Weihnachtsmänner? Seit wann spielt der Nikolaus Posaune? Die Musiker gehören zu der Spaßkapelle „Göt Net Venray“, die zum Budenzauber in der Innenstadt trommelnd und trompetend durch die Fußgängerzone zieht.

Weihnachtsmänner singen auch „Hey Baby“

Die Niederländer interpretieren den Begriff „weihnachtliches Liedgut“ recht zwanglos und lassen auch „Feliz Navidad“ oder „Hey, Baby!“ von DJ Ötzi erklingen. Ingesamt ist die Stimmung auf dem 31. Weihnachtsmarkt der CDU Immigrath locker und fröhlich. Mit 20 Holzbuden, vier Pagodenzelten und rund 20 freien Händlern sei der Markt größer denn je, freut sich Mitorganisator Rolf Kamp, der zusammen mit dem „einzig wahren Nikolaus“ (Gottfried Buff) durch die Fußgängerzone zieht, um Schokolade zu verteilen.

„Geselligkeit, Begegnung, Gemütlichkeit“ sind seiner Meinung nach die zentralen Begriffe für den Budenzauber, findet der Vorsitzende des Ortsvereins. Vor allem für Langenfelder Vereine sei der auf das erste Adventswochenende beschränkte CDU-Weihnachtsmarkt ein Gewinn. „Sie können sich präsentieren, ihre Kasse aufpäppeln und Mitglieder werben“, sagt Kamp. Zudem werde sichtbar, dass Langenfeld über eine lebendige Vereinslandschaft verfüge. Eine Premiere ist es für die CLL Dancers.

Zum vierten Mal für die Weltmeisterschaft qualifiziert

Das Kürzel steht für „Cheer Label Langenfeld“. Dabei handelt es sich um Tänzerinnen, die national wie international sehr erfolgreich in ihrer Sparte sind. „Wir tanzen vor allem Hip Hop“, erklärt Trainerin Agnes Szczyrba, die als Engelchen verkleidet durch die Fußgängerzone geht – mit einer Spendendose. „Wir haben uns zum vierten Mal in Folge für die Weltmeisterschaft in den USA qualifiziert“, sagt sie. Die Reise und das Drumherum seien kostspielig. „Deswegen versuchen wir, das nötige Kleingeld zu sammeln.“ Ein paar Meter weiter stehen Tirza Frommann und Nathalie Neureither. Die beiden Schülerinnen der Bettine-von-Arnim-Gesamtschule verkaufen unter anderem „Cake Pops“, eine Art Kuchen am Stil, um Geld für die Abi-Feier einzunehmen. „Das kommt gut an“, meint Frommann. Das gilt auch für den Glühwein des Lion Clubs, dessen Grundlage „echter Rotwein vom Winzer“ sei, wie Martin Rosenthal betont. Die Einnahmen, sagt er, fließen in die Förderprojekte der Lions – unter anderem „Löwenstark zum Job“, das Schülern beim Übergang ins Berufsleben hilft und ein Tanzangebot für an Demenz erkrankte Menschen.

Dichtes Gedränge herrscht am Abend im stimmungsvoll beleuchteten Budendorf am Marktplatz, wo es vor allem um Leckereien geht – und ums Eislaufen auf der benachbarten Bahn, die besonders bei Kindern und Jugendlichen beliebt ist. Bis zum 3. Januar geht es hier weihnachtlich zu. Klaus Beschedsnick freut sich über die schöne Atmosphäre in der Hütte. „Da schmeckt der erste Glühwein des Jahres gleich viel besser“, sagt der 62-Jährige.

Heike und Jörg Labonde sind ebenfalls in Weihnachtsstimmung. „Zuhause ist bereits alles geschmückt und Kekse haben wir auch schon gebacken“, sagt sie. Ihm ist die Musik auf der Bühne am Marktplatz allerdings viel zu unweihnachtlich. „Das klingt irgendwie eher nach Ballermann oder Hüttenparty“, ärgert er sich.

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