Gestern war der erste gemeinsame Gottesdienst in der katholischen Hauptkirche St. Josef. Die neue Gemeinde trägt den Namen St. Josef und Martin.

Die alte Kirche St. Martin und die jüngere Kirche Christus König sind auf dieser Montage bereits enger zusammengerückt. Fotomontage: Anna Schwartz
Die alte Kirche St. Martin und die jüngere Kirche Christus König sind auf dieser Montage bereits enger zusammengerückt. Fotomontage: Anna Schwartz

Die alte Kirche St. Martin und die jüngere Kirche Christus König sind auf dieser Montage bereits enger zusammengerückt. Fotomontage: Anna Schwartz

Die alte Kirche St. Martin und die jüngere Kirche Christus König sind auf dieser Montage bereits enger zusammengerückt. Fotomontage: Anna Schwartz

Langenfeld. Es war am Sonntag ein feierlicher Moment in der Kirche St. Josef. Die neue katholische Kirchengemeinde St. Josef und Martin feierte in der Hauptkirche ihren ersten gemeinsamen Gottesdienst unter dem Leitwort „Lasset uns gehen“.

Die acht Pfarrgemeinden in Langenfeld hatten fusioniert. Am Anfang nicht ganz freiwillig. Doch die Kirche hatte keine andere Wahl. Die Fusion der acht Gemeinden oder Pfarreiengemeinschaften standen zur Wahl. In Langenfeld fiel die Entscheidung zugunsten der Fusion. Es gibt nur noch einen Kirchenvorstand.

„Ich finde das gut“, sagt Ursula Plätzner: „Wir sind doch alles Christen und müssen zusammenhalten. Als ich vor Jahren eine Trauermesse in einer anderen Kirche als St. Josef bestellen wollte, bekam ich zur Antwort, dass das eine andere Pfarrei sei und so nicht möglich sei. Heute kann ich in jedes Pfarrbüro gehen und Wünsche äußern. Ein Fortschritt.“

An diesem Vormittag nach dem Hochamt in St. Josef erhebt beim anschließenden Empfang in der Stadthalle keiner Kritik an der neuen Struktur.

„Ich kenne schon viele Schäfchen der neuen Großpfarrei, aber nicht alle bei ihrem Namen.“

Pfarrer Jürgen Rentrop

Hans-Georg Ibold ist Vorstandsmitglied im Dekanatsrat von Langenfeld und Monheim. „Der Zusammenschluss ist eine Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit. Er lenkt den Blick auf das Wesentliche. Natürlich sollen die Kirchen nicht den Menschen vor Ort verlieren. Die Kirchen mit ihren Namen bleiben bestehen.“

In Langenfeld gehören etwa 24 000 Menschen der katholischen Kirche an.

In ganz Deutschland war vor fünf Jahren vorgegeben worden, dass die Gemeinden stärker zusammenarbeiten, um für kleinere Gemeinden ein drohendes Aus zu verhindern, aber natürlich auch um zu sparen. Priestermangel in der katholischen Kirche war auch ein Grund, zu fusionieren oder Pfarreiengemeinschaften zu gründen. Jetzt steht der Großgemeinde Jürgen Rentrop als leitender Pfarrer vor.

In diesem Jahr wird der erste gemeinsame Kirchenvorstand der Pfarre St. Josef und Martin gewählt. Der Kirchenvorstand beschäftigt sich überwiegeend mit den Finanzen der Großgemeinde. Der Pfarrgemeinderat ist für die seelsorgerischen Tätigkeiten zuständig.

Vieles werde durch den Pfarrgemeinderat mit Ortsausschüssen, Sachausschüssen und Projektgruppen geregelt. Denkbar wäre schon in diesem Jahr eine gemeinsame Fronleichnamsprozession.

Vor fünf Jahren kamen bei der katholischen Kirche in Deutschland Überlegungen auf, Gemeinden zusammenzulegen. Teils, um den kleinen Gemeinden ein drohendes Aus zu ersparen, teils, um Kosten zu sparen, aber auch Priesterstellen. Priestermangel hatte auch den Ausschlag gegeben, die Kirche neu zu strukturieren.

Pfarreiengemeinschaft oder Fusion der acht Gemeinden? In Langenfeld war die Entscheidung für eine Fusion knapp. Um ein sichtbares Zeichen zu setzen, waren bis auf die Messen im Krankenhaus und in der Landesklinik die Messen in den anderen Kirchen gestern entfallen. Jeder Katholik der Stadt sollte die Gelegenheit haben, die erste gemeinsame Messe zu feiern.

Neuer Pfarrgemeinderat besteht unter anderem aus 19 Ehrenamtlern

Pfarrer Jürgen Rentrop (59) ist der leitende, kanonische Pfarrer. Die anderen Pfarrer nennen sich nun Pfarrvikare. Die acht Kirchen behalten ihre Namen. Ortsverbundenheit ist der neuen Kirchengemeinde ganz wichtig. Der neue Pfarrgemeinderat setzt sich aus 19 Ehrenamtlichen und acht Mitgliedern des Pastoralteams zusammen.

Gestern überwog nach der Messe, die wegen des großen Andrangs auch nach draußen übertragen wurde, der Optimismus. Wer in der 600 Menschen fassenden Kirche St. Josef keinen Platz fand, konnte draußen auf den extra aufstellten Bänken Platz nehmen und die Messe auf einer Leinwand verfolgen.

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