Nach dem Ausstieg Wuppertals ist die Zukunft des Zweckverbandes für das Ittertal ungewiss.

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Die Brücke im Ittertal verbindet Haan und Solingen. Sie muss saniert werden. Die Kosten von 65 000 Euro tragen das Land (70 Prozent) und der Zweckverband.

Die Brücke im Ittertal verbindet Haan und Solingen. Sie muss saniert werden. Die Kosten von 65 000 Euro tragen das Land (70 Prozent) und der Zweckverband.

Stefan Fries

Die Brücke im Ittertal verbindet Haan und Solingen. Sie muss saniert werden. Die Kosten von 65 000 Euro tragen das Land (70 Prozent) und der Zweckverband.

Haan/ Hilden. Die Gründung des Zweckverbandes Erholungsgebiet Ittertal vor mittlerweile fast 40 Jahren hatte seinerzeit ganz praktische Gründe: Weil die Städte Haan, Solingen und Hilden für das Anlegen von Parkplätzen, Wander- und Reitwegen, Rast- und Spielflächen, das Aufforsten und die Pflege von Wasser, Boden, Pflanzen und Tieren im Ittertal keine Fördermittel vom Land bekommen, haben sie 1971 den Verband gegründet. Der wurde dann sehr wohl mit Zuschüssen aus Düsseldorf bedacht – und wird es nach wie vor. Mit dabei waren damals auch der Kreis Mettmann und die Stadt Wuppertal, die sich mit den Kommunen für dieses Erholungsgebiet engagierten. Schließlich kommen auch Menschen aus anderen Städten des Kreises oder eben Wuppertal ins Ittertal.

Der Kreis Mettmann stieg schon vor Jahren aus – jetzt auch Wuppertal

Nachdem der Kreis Mettmann schon vor Jahren aus dem Zweckverband ausgestiegen ist, folgte zum Jahresende auch die Stadt Wuppertal diesem Schritt – im Zuge ihrer Haushaltskonsolidierung. „Wir müssen alle freiwilligen Leistungen überprüfen“, sagt Martina Eckermann, Sprecherin der Stadt Wuppertal. Damals sei der Beitritt zum Zweckverband richtig gewesen, „heute müssen wir diese Entscheidung leider hinterfragen“, sagt sie. Und weil die Stadt verpflichtet sei, zu sparen, hat dessen Rat bereits im März den Austritt beschlossen. Jährliche Ersparnis für die Wuppertaler Stadtkasse: 6550 Euro.

Diese Summe wollen die im Zweckverband verbliebenen Städte aber künftig nicht mittragen. „Das war einvernehmlich“, sagt Hildens Erster Beigeordneter Norbert Danscheidt, der zugleich stellvertretender Verbandsvorsteher ist: „Haan und Solingen haben auch kein Geld, und Hilden geht es auch nicht besonders gut.“ Gleichzeitig habe der Verbandsvorsitzende, Hildens Bürgermeister Horst Thiele, die Frage gestellt, ob es Sinn habe, den immer weiter schrumpfenden Zweckverband zu erhalten.

„Wir haben vereinbart, bei der Bezirksregierung prüfen zu lassen, ob die Städte auch einzeln Zuschüsse vom Land bekommen können oder nicht“, sagt Danscheidt. Die Anfrage sei inzwischen abgeschickt, eine Antwort liege aber noch nicht vor. Könnten die Kommunen auch ohne den Zweckverband in den Genuss von Zuschüssen zur Erhaltung ihrer Naherholungsgebiete kommen, könnte der Verband aufgelöst werden.

Das wäre auch aus Haaner Sicht eine Option. „Ein Ausstieg kommt für uns nicht in Frage, aber wenn die Zuschussfrage geklärt ist, würden auch wir für die Auflösung stimmen“, sagt Bauverwaltungsamtsleiter Bernd Duske. Bei einem Ausstieg befürchtet er, dass die Stadt weitaus mehr für den Unterhalt ihres Naherholungsgebietes zahlen müsste als ihren aktuell Beitrag von knapp 10 000 Euro pro Jahr.

Nachdem der Rat der Stadt Wuppertal den Austritt aus dem Zweckverband Erholungsgebiet Ittertal mit großer Mehrheit beschlossen hat, gehören ihm jetzt nur noch die Städte Haan, Hilden und Solingen an.

Der „Streifen“ des vom Zweckverband betreuten Gebietes, der entlang der Wuppertaler Stadtgrenze im Westen (Vohwinkel) verläuft, ist etwa 250 Hektar groß und macht damit 1,5 Prozent des Wuppertaler Stadtgebietes aus.

Haan zahlt jährlich 9778 Euro, die Städte Hilden und Solingen jeweils 13 038 Euro im Jahr in die Verbandskasse.

Bestes Beispiel ist die anstehende Sanierung der Brücke auf der Stadtgrenze von Haan und Solingen an der Brucher Mühle. 70 Prozent der Kosten von 65 000 Euro soll das Land übernehmen, die 30 Prozent Eigenanteil steuert der Zweckverband bei. Danscheidt: „Das Geld ist vorhanden. Wir haben es bereits angespart.“

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