Kritik, das Haaner Leitungswasser sei zu teuer, weist der Stadtwerke-Chef zurück. Er stellt eine eigene Rechnung auf.

Stadtwerke-Geschäftsführer Stefan Chemelli.
Stadtwerke-Geschäftsführer Stefan Chemelli.

Stadtwerke-Geschäftsführer Stefan Chemelli.

Anja Tinter

Stadtwerke-Geschäftsführer Stefan Chemelli.

Haan. „Dat Wasser vun Kölle es jot“ – auch über das Wasser von Haan ließe sich ein Lied singen: Haaner Wasser kommt aus der Sengbachtalsperre in Solingen. Damit ist es besonders weich und weist nur einen Härtegrad von fünf bis sechs auf. Das heißt, Waschmittel kann sparsam dosiert, Entkalker muss nur sehr selten eingesetzt werden.

Doch die Haaner zahlen für dieses Wasser einen ungewöhnlich hohen Preis, behauptet Sven Kübler: „Ein Vergleich der Arbeitspreise in den umliegenden Städten hat das Ergebnis, dass die Stadtwerke Haan deutlich teurer sind im Arbeitspreis. Wie ist das zu erklären?“, fragt jetzt der aktive Naturschützer.

Wie fällt der Vergleich aus? Ein Vergleich der sogenannten Netto-Arbeitspreise für Privathaushalte ergibt, dass die Stadtwerke Haan mit 2,15 Euro pro Kubikmeter tatsächlich vergleichsweise teuer sind. Die Stadtwerke Velbert verlangen 2,01 Euro, in Ratingen sind es 1,93 Euro, in Heiligenhaus und Mettmann 1,73, in Wülfrath 1,70 sowie in Langenfeld und Monheim jeweils 1,65 Euro.

Sind dies die Preise, die der Verbraucher zahlt? Nein, sagt Stefan Chemelli, Geschäftsführer der Stadtwerke Haan. „Das sind nur Arbeitspreise, aber keine Grund-, Bereitstellungs- oder Verrechnungspreise. Der Arbeitspreis ist nur die halbe Miete“, betont er. Seine Rechnung ist eine andere. Der durchschnittliche Verbrauch eines Drei-Personen-Haushalts liege in Haan bei 119 Kubikmetern, erläutert Chemelli. Als Jahreskosten stellt die Stadt Haan Haushalten mit diesem Verbrauch 297,85 Euro in Rechnung. Das ist zwar pro Kubikmeter noch etwas teurer als der Arbeitspreis. „Aber es gibt Städte, die sind günstiger, aber auch Städte, die sind teurer“, erläutert Chemelli. So liegen die Jahreskosten in Mettmann bei gleichem Verbrauch bei 281,40 Euro, in Radevormwald hingegen sind es 391,25 Euro. Die Stadtwerke Haan liegen damit preislich eher im Mittelfeld.

Wie kommt dieses Preisgefälle zustande? Chemelli verweist auf die Topographie. Dort, wo es in einer Stadt Erhebungen und Senken gibt, muss auch das Wasser auf unterschiedliches Niveau geführt werden. Dafür sorgen so genannte Druckerhöhungs- und Druckminderungsanlagen. Haan hat ein eher anspruchsvolles topographisches Gelände. Daher sei die für die Wasserversorgung vorzuhaltende Infrastruktur auch eher aufwendig, erläutert Chemelli.

Wasser ist günstig. Macht es denn Sinn, auf den Verbrauch zu achten? Neben Umweltaspekten zahlt es sich für den Verbraucher in doppelter Weise aus, auf den Wasserverbrauch zu achten, denn er zahlt nicht nur Gebühren fürs Frischwasser, sondern – in Haan mit 2,14 Euro pro Kubikmeter – auch für das Abwasser. Die Höhe der Abwassergebühren werde nach der bezogenen Frischwassermenge berechnet. Verbraucht ein Haushalt also besagte 119 Kubikmeter Frischwasser, so hat er für dieselbe Menge auch Abwassergebühren zu bezahlen.

Informationen auch unter www.stadtwerke-haan.de

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