200 Schüler nahmen am Dienstag an der zweiten Runde des Landeswettbewerbs Mathematik in den Räumen der Grundschule Mittelhaan teil.

Bildung
Mathematik-Genies? Moritz (9) und Yannik (9) von der Grundschule Mittelhaan sowie Mika (9) von der Grundschule Bollenberg (v. l.) nahmen am Dienstag an der zweiten Runde des Landeswettbewerbs Mathematik teil.

Mathematik-Genies? Moritz (9) und Yannik (9) von der Grundschule Mittelhaan sowie Mika (9) von der Grundschule Bollenberg (v. l.) nahmen am Dienstag an der zweiten Runde des Landeswettbewerbs Mathematik teil.

Stefan Fries

Mathematik-Genies? Moritz (9) und Yannik (9) von der Grundschule Mittelhaan sowie Mika (9) von der Grundschule Bollenberg (v. l.) nahmen am Dienstag an der zweiten Runde des Landeswettbewerbs Mathematik teil.

Haan. Mika ist krank. Ausgerechnet heute. Geduldig sitzt der Neunjährige mit seiner Mutter Katja Wiesner im Forum des Dieker Carrés. „Joa“, sagt er schüchtern. „Ich bin ein bisschen aufgeregt.“ Kein Wunder, schließlich ist der Viertklässler der einzige Schüler von der Grundschule Bollenberg, der es in die zweite Runde des Landeswettbewerbs Mathematik geschafft hat. Grund für seine Mutter, auch ein bisschen stolz auf ihren Sohn zu sein. „Wir haben das gar nicht gefördert“, sagt sie. Die Begabung für Mathematik könnte Mika von ihr haben. „Darin bin ich ganz gut gut“, sagt sie und lacht. „Oder ich war es zumindest vor 20 Jahren.“

Fünf Aufgaben müssen in anderthalb Stunden gelöst werden

Fünf Aufgaben müssen die Kinder in anderthalb Stunden (zwei Schulstunden) lösen. „Die Aufgaben in der ersten Runde waren sehr einfach“, sagt Gundhild Teich. Seit 1999 – so lange gibt es den Wettbewerb – organisiert sie die Teilnahme der Grundschule Dieker Straße und die zweite Runde im Landeswettbewerb. „Im vergangenen Jahr haben es gerade einmal 24 Kinder in die zweite Runde geschafft“, erinnert sich die Lehrerin. In diesem Jahr sind es 200. 34 kommen aus Haan, die anderen Mädchen und Jungen aus Erkrath, Mettmann und Wülfrath. Auch für die Lehrerin eine organisatorische Herausforderung. „So viele Kinder waren noch nie zur zweiten Runde hier.“

Willi Schmitz sitzt mit vier Schülern der Grundschule Neandertal in Mettmann im Foyer und wartet darauf, dass sein Sohn Tobias und seine Klassenkameraden Julian (9), Clemens (10) sowie Elina (9) aufgerufen werden. Nervosität ist ihnen nicht anzumerken. Auch sie scheinen wie Mika aus Haan geduldig zu warten. „Aber die sind sehr aufgeregt“, sagt Willi Schmitz und lacht. „Ich kenne die ja.“

Vorbereitet haben sich die Grundschüler aus Mettmann auf den Wettbewerb nicht. „Die sollen mit ihrem Können die Aufgaben lösen, damit realistisch zu sehen ist, was die Kinder können“, sagt er. Überhaupt würden sie die Kinder nicht unter Druck setzen. „Wenn sie es schaffen, eine der fünf Aufgaben zu lösen, dann das ist das schon gut.“

Der Spaß am Rechnen und Knobeln steht im Vordergrund

Gundhild Teich hat sie bereits durchgerechnet. „Ich bin mir sicher, dass die Kinder die schaffen“, sagt sie. Aber sie kennt auch Eltern, die ihre Kinder unter Druck setzen und gute Lösungen erwarten. Aus ihrer Sicht der falsche Weg. „Wir wollen ihnen doch den Spaß am Rechnen und Knobeln vermitteln.“

Die Teilnahme am Landeswettbewerb Mathematik für Schüler der Klasse vier ist freiwillig. Es gibt drei Runden, die letzte findet am 20. April in Düsseldorf statt. Gefragt ist nicht nur schematisches Rechnen, sondern auch logisches Rechnen und Kombinatorik.

Verteilt auf zehn Klassen- und Fachräume haben gestern 200 Grundschüler nach Lösungen gesucht. Die wartenden Eltern wurden vom Schulverein der Grundschule Mittelhaan mit belegten Brötchen und Kuchen versorgt.

Eine Aufgabe aus der zweiten Runde beim Wettbewerb 2007/2008 lautete: Paul wartet auf den Bus und vertreibt sich die Zeit mit einem Spiel. Er setzt die Ziffern 1 bis 9 so aneinander, dass ein- und zweistellige Zahlen entstehen, die durch Addition immer das Ergebnis 99 ergeben. Dabei hält er die Reihenfolge der Ziffern immer ein und verwendet keine Ziffer mehrfach. Setze die Plus-Zeichen so zwischen die Ziffern 9 8 7 6 5 4 3 2 1, dass man als Summe 99 erhält. Finde die beiden Lösungen.

9+8+7+6+5+43+21 und 9+8+7+65+4+3+2+1

Bereits am Abend sollen die gelösten Aufgaben kontrolliert sein. „In der kommenden Woche übermitteln wir die Ergebnisse an die teilnehmenden Schulen“, sagt sie. Aber wie viele Punkte notwendig sind, um in die dritte und letzte Runde zu kommen, dass entscheidet sich erst kurz vor den Osterferien. Und dann steht fest, wer am 20. April in Düsseldorf sein mathematisches Können und logisches Denken unter Beweis stellen darf. Im vergangenen Jahr war es übrigens ein Schüler von Gundhild Teich, der es unter die besten sechs Grundschüler in NRW schaffte.

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