Bettina Warnecke ist Bürgermeisterkandidatin der Christdemokraten, aber parteilos.

Haan
Bettina Warnecke: „Mich reizt an dem Amt, dass man etwas verändern kann in Haan.“

Bettina Warnecke: „Mich reizt an dem Amt, dass man etwas verändern kann in Haan.“

Olaf Staschik

Bettina Warnecke: „Mich reizt an dem Amt, dass man etwas verändern kann in Haan.“

Frau Warnecke, Sie sind politisch unerfahren. Sie haben nicht die Ochsentour anderer Partei- und Ratsmitglieder mitgemacht, haben keine Wahlplakate geklebt, haben nicht bei Wind und Wetter Handzettel verteilt. Glauben Sie, dass Ihnen diese Erfahrung fehlt? Und glauben Sie, dass andere Ihnen das als Defizit auslegen könnten?

Warnecke: Bei dem Amt, um das ich mich bei den Bürgern bewerbe, geht es um das Amt des Verwaltungschefs und des Vorsitzenden des Rates. Da ist es nicht notwendig, Wahlplakate geklebt zu haben. Mir ist es wichtig, zu zeigen, dass ich in diesem Bereich Kompetenzen mitbringe. Ich habe mich in den vergangenen fünf Jahren sehr intensiv mit der Politik und Verwaltungstätigkeit in Haan beschäftigt und glaube, dass ich als Juristin keine Probleme habe, mich darin einzufinden. Ich denke, alle weiteren kommunlapolitischen Inhalte werde ich lernen. Den Umgang mit CDU-Parteimitgliedern empfinde ich als sehr positiv. Ich bekomme jetzt laufend Tipps, ich wurde in Whatsapp-Gruppen aufgenommen und mein E-Mail-Eingang ist voll. Ich finde, das läuft sehr gut.

Wie sind Sie zur Kandidatur für die CDU gekommen?

Warnecke: Ich hatte selbst nie mit dem Gedanken gespielt, Bürgermeisterin werden zu wollen. Aber als die CDU sich nach einem Kandidaten umsah, wurde den Verantwortlichen wohl mein Name genannt. Daraufhin rief mich Herr Lohmar (CDU-Parteichef Wolfram Lohmar; die Red.) an und sagte, erzählen Sie mir mal von sich. Ganz unverkrampft haben wir uns daraufhin in einer Kneipe getroffen. Zu diesem Treffen habe ich meinen Mann mitgenommen, denn ich finde, die Familie muss bei so etwas mit im Boot sein. Ich hatte von Anfang an ein gutes Gefühl. Warum?

Warnecke:Ich habe in der Findungskommission von Anfang an Klartext geredet und habe ein positives Feedback erhalten. Daraufhin habe ich mich in den folgenden zwei Wochen sehr intensiv mit dem Thema befasst. Ich habe drei Kinder, da trifft man diese Entscheidungen nicht ganz so leicht wie jemand, der Kinder hat, die schon aus dem Haus sind. Ich habe mir Ratschläge eingeholt. Aber vor allem mein Mann hat zu mir gesagt, wenn du das jetzt nicht machst, dann hören wir die nächsten Jahre, dass du es bereust, es nicht getan zu haben. Solch eine Chance erhält man nicht häufig. Sie sagen, Sie nehmen seit fünf Jahren Anteil an der Lokalpolitik. Gab es ein Thema, das Ihnen ganz besonders unter den Nägeln brannte?

Warnecke: Als Mutter von drei Kindern war und ist mir die Bildungssituation in Haan wichtig. Haan hat eigentlich ein gutes Kindergarten- und Schulangebot. Je länger wir in Haan wohnten, wurde mir aber auch bewusst, woran es fehlt. Das betrifft die Grundschule Gruiten genauso wie die noch bestehende Unterdeckung an U3-Plätzen. Daneben habe ich immer den Spagat der Verwaltung gesehen, denn es fehlt das Geld. Dabei hat Haan so viele einkommensstarke Bürger, da wundert man sich, warum wir jeden Euro umdrehen müssen. Auch die Stadtentwicklung ist für mich ein wichtiges Thema. Außerdem der Technologiepark. Es wäre schön, wenn wir dort weitere Unternehmen ansiedeln könnten, dann hätten wir weniger finanzielle Sorgen. Es gibt kritische Stimmen, denen zufolge Ihnen die Bürgernähe fehlt.

Warnecke:Ich bekomme täglich mindestens fünf bis zehn E-Mails und freue mich über den Kontakt mit den Bürgern, der sich in der kommenden Zeit noch verstärken wird. Diese Sorge habe ich nicht, dass mir die Bürgernähe fehlt Sie werden Verwaltungschefin sein – wie wollen Sie mit den Mitarbeitern der Stadtverwaltung umgehen?

Warnecke: Ich bin selbst Beamtin, ich kenne viele Beamte, und arbeite täglich mit Beamten als Kollegen zusammen. Ich bin eine von denen, die im Rathaus arbeiten. Meine Erfahrungen sind für mich eher ein Ansporn, dass ich etwas verändern kann. Ich glaube, dass man mit Personalentwicklung, Motivation, Beurteilungswesen, Leistungsbeurteilung oder modernen Gleitzeitregelungen unheimlich viel machen und damit auch gut motivieren kann. Was reizt Sie an dem Amt?

Warnecke: Mich reizt die Vielseitigkeit, aber auch etwas in Haan bewegen, gestalten oder verändern zu können. Indem man eine Politik macht, die generationenübergreifend ist, kann man einen Sinneswandel auch im Rathaus erzielen. Wir sollten die Verwaltung Schritt für Schritt so umstrukturieren, dass die Bürger gerne hingehen. Das werde ich in Angriff nehmen, wenn ich gewählt worden bin.

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