Kommt kein Geld von der Stadt, muss die Grundschule Unterhaan zwölf Kinder abweisen, weil es für sie derzeit dort keinen Platz im offenen Ganztag gibt.

Bildung
Susanne Klinkow sorgt sich um die Zukunft ihrer Schule. Die Leiterin der Grundschule Unterhaan kann derzeit nicht allen für den offenen Ganztag angemeldeten Kindern einen Betreuungsplatz garantieren.

Susanne Klinkow sorgt sich um die Zukunft ihrer Schule. Die Leiterin der Grundschule Unterhaan kann derzeit nicht allen für den offenen Ganztag angemeldeten Kindern einen Betreuungsplatz garantieren.

Simone Bahrmann

Susanne Klinkow sorgt sich um die Zukunft ihrer Schule. Die Leiterin der Grundschule Unterhaan kann derzeit nicht allen für den offenen Ganztag angemeldeten Kindern einen Betreuungsplatz garantieren.

Haan. Ganztagsbetreuung ist gefragt. Nicht nur in den Kindertagesstätten, auch in den Grundschulen melden immer mehr Eltern ihren Nachwuchs für einen Platz im offenen Ganztag an – bevorzugt im sogenannten rhythmisierten Ganztag.

Den hat inzwischen auch die Grundschule Unterhaan eingeführt. In drei Klassen (1a, 2a, 3a) ist der Schultag bereits auf einen ganztätigen Aufenthalt (bis maximal 17 Uhr) ausgerichtet und entsprechend organisiert. Bislang ein Erfolgsmodell in Trägerschaft der Privaten Kindergruppe. Doch dieses Erfolgsmodell ist jetzt gefährdet ist.

„Eine Schule, die immer kleiner wird, wird irgendwann auch infrage gestellt.“

Susanne Klinkow, Leiterin der Grundschule Unterhaan

„Der Anmeldetag war für uns eigentlich sehr erfreulich“, sagt Schulleiterin Susanne Klinkow. 53 Kinder sollen im kommenden Jahr in Unterhaan eingeschult werden, eine gute Zahl für eine Schule, die zweizügig ist und bleiben will. 40 dieser Kinder wurden für den rhythmisierten Ganztag angemeldet, „aber dort dürfen wir nur 28 Kinder aufnehmen, zwölf müssten wir ablehnen“, sagt Susanne Klinkow. Eine Halbtagsklasse kann mit diesen zwölf Kindern aber auch nicht gebeildet werden, weil dafür 18 Kinder vorgeschrieben sind.

„Aufgrund dieser Missverteilung kann die Schule nicht allen Eltern einen Platz im Ganztag anbieten“, sagt sie. Gespräche mit den betroffenen Eltern hätten ergeben, dass alle einen begründeten Bedarf nachweisen können und im Notfall versuchen werden, einen Ganztagsplatz in umliegenden Schulen – eventuell auch in Nachbarstädten – zu bekommen.

„Im schlimmsten Fall droht die Einzügigkeit, und wir könnten unseren rhythmisierten Ganztag nicht fortsetzen, weil wir ja eine offene Ganztagsschule sind“, zählte Susanne Klinkow die drohenden Konsequenzen im Schulausschuss auf. „Und eine Schule, die immer kleiner wird, wird irgendwann auch infrage gestellt.“

Für die fünfte OGS-Gruppe muss die Stadt Geld dazugeben

Aktuell gibt es an der Grundschule Unterhaan drei rhythmisierte Klassen, drei Halbtagsklassen und drei vierte Klassen, in denen Schüler sowohl nur halbtags unterrichtet werden als auch im Offenen Ganztag betreut werden. Dieses Modell läuft nach einem Beschluss der Schulkonferenz 2011 zum kommenden Schuljahr aus. Dann soll es nur noch rhythmisierte und Halbtagsklassen geben. Eine Ausnahme könnte aufgrund der Anmeldezahlen das kommende Schuljahr bilden.

Zurzeit betreut die Private Kindergruppe Haan als Träger des Offenen Ganztags vier OGS Gruppen mit 120 Kindern (rhythmisierter Ganztag plus additiver offener Ganztag) und eine Gruppe Betreute Schule.

In Zusammenarbeit mit dem Träger des offenen Ganztags, der Privaten Kindergruppe Haan, hat die Schule eine Lösung erarbeitet, um alle Schüler an der Schule halten zu können. Die Schule bildet wie geplant zwei Klassen, eine rhythmisierte Ganztagsklasse und eine zweite Klasse, in der auch OGS-Plätze angeboten werden. „Dafür müsste eine zusätzliche fünfte Gruppe eingeführt werden.“

„Das wäre kein Problem, wenn wir als Träger nicht ein finanzielles Problem hätten“, sagt Jeannine Schmidt, erste Vorsitzende der Privaten Kindergruppe. Die Stadt soll das finanzielle Defizite übernehmen, das durch die fünfte Gruppe entsteht, und auch die Leiterin des Offenen Ganztags ein weiteres Jahr freistellen. Insgesamt braucht die Private Kindergruppe 45 000 Euro.

Weil die Eltern im Januar die Zusagen für ihre Betreuungsplätze erhalten sollen, muss der Rat am 17. Dezember darüber entscheiden. Der Schulausschuss war sich darin einig, die Zweizügigkeit der Grundschule Unterhaan auf jeden Fall erhalten zu wollen.

Schul- und Sportausschussvorsitzender Dieter Gräßler (CDU) wies daraufhin, dass es sich bei diesen Zuschüssen um freiwillige Leistungen handelt. Sollte sich Haan im kommenden Jahr wieder im Nothaushalt befinden, würden solche Ausgaben von der Kommunalaufsicht nicht genehmigt.

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