Das Haaner Geldinstitut betont, eine versteckte Erhöhung sei nicht beabsichtigt. Verbraucherzentrale gibt Tipps zur Gebühr.

Das Haaner Geldinstitut betont, eine versteckte Erhöhung sei nicht beabsichtigt. Verbraucherzentrale gibt Tipps zur Gebühr.
Die Stadt-Sparkasse will die Gebühren „klarer, einfacher, nachvollziehbarer und persönlicher“ gestalten. Symbol

Die Stadt-Sparkasse will die Gebühren „klarer, einfacher, nachvollziehbarer und persönlicher“ gestalten. Symbol

Archiv/dpa/Berg

Die Stadt-Sparkasse will die Gebühren „klarer, einfacher, nachvollziehbarer und persönlicher“ gestalten. Symbol

Haan. Die Kunden der Stadt-Sparkasse Haan erhalten zurzeit von ihrem Geldinstitut Post, die sie zweimal hinschauen lässt: „Die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank und die steigenden Kosten durch die Vorgaben der Finanzaufsicht zwingen alle Banken und Sparkassen, ihre Preise eingehend zu überprüfen“, ist darin zu lesen. Und einige Zeilen später wird für den 1. Februar kommenden Jahres für das genutzte Konto eine Änderung der Gebühren angekündigt. Darüber hinaus „verändern sich die Preise einiger Nebenleistungen“, heißt es in dem Brief. Ein Angebot mit neuen Leistungen und Preisen entnimmt der Kunde dann einer Übersicht, die auf der Rückseite des Briefes zusammengestellt ist. So wird beispielsweise ein niedrigerer monatlicher Grundpreis für das Konto angekündigt. Das ist ein Vorteil.

Doch je nach Zusatzleistung kann sich der neue Preis auch als Gebührenerhöhung herausstellen. Denn die Kreditkarte, bislang im Grundpreis enthalten, muss künftig mit 2,50 Euro extra bezahlt werden. Damit steigen für Kreditkarten-Nutzer in einigen Fällen die Kosten für das Dienstleistungspaket der Bank über den bisher bezahlten Betrag hinaus. So gibt es das Beispiel eines Kunden, der für seine Leistungen bislang 8,95 Euro monatlich zahlte, dem künftig aber 10,40 Euro berechnet werden. Dieser Kunde zeigt sich darüber verärgert, weil dies doch eigentlich eine versteckte Gebührenerhöhung sei, die nicht transparent kommuniziert werde.

Sprecherin: Jeder Kunde zahlt, was er wirklich nutzt

Nina Schmitz-Steingröver, Leiterin Unternehmenskommunikation bei der Stadt-Sparkasse, bestätigt, dass Kunden des Geldinstituts zurzeit solche Briefe erhalten. Die Stadt-Sparkasse wolle die Gebühren „klarer, einfacher, nachvollziehbarer und persönlicher“ gestalten. Viele Kunden hätten in der Vergangenheit zwar Girokonto und Kreditkarte im Paket gebucht, die Kreditkarte jedoch nicht gebraucht. Jetzt sei es nur „eine faire und nutzergerechte Preisgestaltung, dass jeder zahlt, was er wirklich nutzt“. Dazu mache die Stadt-Sparkasse individuelle Angebote, „und der Kunde hat die Möglichkeit, mit uns ins Gespräch zu gehen“. Schmitz-Steingröver betont, dass eine versteckte Gebührenerhöhung von der Stadt-Sparkasse nicht beabsichtigt sei. Dass mit den neuen Gebühren die Kosten steigen, „kann man so pauschal nicht sagen“.

Markus Feck, Bankjurist bei der Verbraucherzentrale NRW, hat „tatsächlich den Eindruck, dass Banken und Sparkassen zurzeit die Gebühren ändern und in manchen Fällen auch erhöhen. In einigen Bereichen wie der Kreditvergabe oder der Kapitalanlage-Beratung verdienen sie kein Geld mehr und entdecken jetzt wieder den Zahlungsdienst als Umsatzbringer.“ In der Vergangenheit haben Banken ihre Partner verwöhnt, boten Leistungen wie das Führen eines Girokontos kostenlos an, um neue Kunden zu gewinnen. Jetzt „werden auch Kontenmodelle geändert, und manchmal werden sie auch teurer“, sagt Feck.

Einige Banken erheben Gebühren fürs Geldabheben

So berechnen einige Geldinstitute zum Beispiel Gebühren fürs Geldabheben am Automaten. Doch Feck betont auch: „Der Verbraucher hat kein lebenslanges Grundrecht auf ein kostenloses Girokonto.“ Das heißt: Derlei Änderungen der Gebühren sind rechtens. Dass Kunden deshalb die Bank wechseln, ist eher selten. Bankkunden sind ihrem Geldinstitut entweder treu, weil sie neben dem Girokonto beispielsweise mit einem Kredit oder der Vermögensverwaltung noch weitere Verbindungen haben, oder sie sind träge. Wer aber einen Wechsel überlege, könne mitunter zwischen 100 und 200 Euro monatlich sparen.

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