Beim Klimaschutzpreis der Stadt gibt es gleich zwei erste Plätze: für die Don-Bosco-Schule und Clemens Hölter.

Schulleiterin Annegret Buchart und Clemens Hölter (Mitte) freuen sich mit den Kindern der Don-Bosco-Schule über die Ehrung.
Schulleiterin Annegret Buchart und Clemens Hölter (Mitte) freuen sich mit den Kindern der Don-Bosco-Schule über die Ehrung.

Schulleiterin Annegret Buchart und Clemens Hölter (Mitte) freuen sich mit den Kindern der Don-Bosco-Schule über die Ehrung.

Stefan Fries

Schulleiterin Annegret Buchart und Clemens Hölter (Mitte) freuen sich mit den Kindern der Don-Bosco-Schule über die Ehrung.

Haan. Die Spannung steht den 200 Grundschülern ins Gesicht geschrieben. Aufgeregt hüpfen sie von einem Bein aufs andere, tuscheln, lachen, stecken die Köpfe zusammen. Dass ihre Schule zu den ersten Preisträgern des neuen Klimaschutzpreises der Stadt gehört, ahnen die Knirpse – schließlich findet die Übergabe bei ihnen in der Don-Bosco-Schule statt. Was sie (noch) nicht wissen, ist, dass sie ganz groß absahnen.

Mit ihrer Projektwoche haben die Schüler die Jury überzeugt

Sie haben die Jury mit ihrer Projektwoche im Mai „Die Welt in unseren Händen“ überzeugt.

Als Bürgermeister Knut vom Bovert, der Vorsitzende des Energiebeirates, Dieter Grässler, und Manfred Hausmann vom Geldgeber und Initiator RWE den ersten Platz bekannt geben, gibt es kein Halten mehr.

Die Lautstärke des Kreischens, Schreiens und Jubelns der Erst- bis Viertklässler kommt der eines startenden Jumbo-Jets recht nahe – und der Jubel nimmt kein Ende. Erst, als der Bürgermeister das plüschige Maskottchen der Stadt, einen schwarzen Bergischen Kräher, aus der Tasche zieht, kehrt allmählich Ruhe ein. „Ihr bekommt alle einen“, verspricht er – und erneut brandet Jubel los.

Für die Kinder scheint das Stofftier eine größere Belohnung zu sein, als die 1250 Euro, die ihrer Schule der Gewinn des Preises bringt. „Das Geld stecken wir in den Schulgarten“, sagt Schulleiterin Annegret Buchart. „Und in eine neue Umweltbox für den Sachkundeunterricht.“

Der RWE-Klimaschutzpreis wird jährlich verliehen. Er würdigt Initiativen, die in besonderem Maße Energie effizient einsetzen oder die Umweltbedingungen in den Kommunen erhalten oder verbessern. Das Preisgeld stellt der RWE-Konzern, die Stadt wirbt bei ihren Bürgern für eine Teilnahme an dem Wettbewerb. Welche Projekte gefördert werden und wie hoch der Förderbetrag auf die einzelnen Projekte aufgeteilt wird, entscheidet eine Jury.

Die Resonanz auf die Premiere war mit insgesamt fünf Bewerbern zwar noch recht mager. „Das wird sich aber ändern, sobald sich das Projekt herumgesprochen hat“, sagt Manfred Hausmann von RWE. „Sie werden sehen: Im nächsten Jahr wird die Teilnehmerzahl um einiges höher liegen.“ Schließlich seien mit den Schülern sowie mit Clemens Hölter und den anderen Bewerbern bereits erste Multiplikatoren gefunden worden.

Ebenfalls mit einem ersten preis ausgezeichnet wurde Clemens Hölter von der No-Energy-Stiftung. „Damit ehren wir sein unermüdliches Engagement zur Förderung des Energiespargedankens“, sagt Manfred Hausmann. Die seit Donnerstag um 1250 Euro reichere Stiftung, deren Kapital jetzt bei 52 000 Euro liegt, bietet mit dem Umweltbundesamt Schulen eine Energiesparkiste an.

Darin enthalten sind unter anderem Energiekostenmonitore, mit denen der Nachwuchs auf die Suche nach Standby-Verlusten gehen kann. Auch bei der Don-Bosco-Schule kam diese Kiste zum Einsatz. Die Schüler lernten von Hölter außerdem klimaschonendes Kochen mit einem Solarkocher.

Kinder haben die Ergebnisse ihrer Aktionen verinnerlicht

Drei Tage dauerte in der Don-Bosco-Schule die Projektwoche rund um den Umwelt- und Klimaschutz. Die Kinder legten einen Schulgarten an, bauten Nistkästen, verwandelten Müll in Kunst, stellten aus alten Plastikflaschen Sportgeräte her und gingen unter anderem der Frage nach, wie mit Hilfe einer Kläranlage aus dreckigem Abwasser wieder sauberes Trinkwasser wird.

„Das alles haben die Kinder derart verinnerlicht, dass heute wie selbstverständlich der Müll getrennt, kein Wasser mehr verplempert, überall das Licht ausgemacht und behutsam mit den Heizungsreglern umgegangen wird“, sagt Annegret Buchart.

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