„Gabis mobile Tierfarm“ verwandelte jetzt das Haus Horst in einen Streichelzoo.

„Gabis mobile Tierfarm“ verwandelte jetzt das Haus Horst in einen Streichelzoo.
Der Esel Jonathan lässt sich gerne füttern und streicheln. Auch den Bewohnern des Stifts gefiel’s.

Der Esel Jonathan lässt sich gerne füttern und streicheln. Auch den Bewohnern des Stifts gefiel’s.

Staschik

Der Esel Jonathan lässt sich gerne füttern und streicheln. Auch den Bewohnern des Stifts gefiel’s.

Hilden. Kaum war Hugo auf die Wiese gehüpft, arbeitete er sich unter dem verzückten Gelächter seiner Beobachter durch ein kleines Rohrsystem auf dem Boden hindurch. „Er macht gerne Unfug und isst am liebsten Eis und Pudding“, stellte Gabriele Weyerhorst ihren kleinen Schützling vor: Das freche Frettchen war einer von einem halben Dutzend tierischer Besucher aus „Gabis mobiler Tierfarm“, die jetzt im Wohnstift Haus Horst für viel Freude unter den Bewohnern sorgte.

Die Bewohner fanden auch schon Besuchshunde ganz toll

„Dieses Programm findet hier zum ersten Mal statt“, berichtet Annette Bosbach, Leiterin der Sozialen Dienste der Einrichtung, verwies aber auf einige andere gute Erfahrungen mit Tieren: „Mitarbeiter haben auch schon Besucherhunde mitgebracht, die insbesondere auf die Bewohner mit Demenz eine bemerkenswerte Wirkung hatten.“

Gleiches konnte auch Gabriele Weyerhorst berichten, die mit ihrer Tierfarm von Essen aus in einem Radius von rund 40 Kilometern neben Seniorenheimen und Hospizen auch Kindergärten und psychiatrische Einrichtungen besucht. „Durch den Kontakt mit Tieren werden immer wieder Erinnerungen an früher wach, denn viele Leute hatten ja früher selbst Haustiere.“ In einer Senioreneinrichtung habe eine Maus einen völlig in sich gekehrten Mann überraschend wieder zum Sprechen gebracht. „Tiere können manch eine Tür wieder öffnen“, betonte Weyerhorst. Im Garten des Wohnbereichs Pflege tummelten sich für rund zwei Stunden neben Frettchen Hugo auch der Zwergesel Jonathan, das Pony Moritz, Wüstenrennmäuse und auch einige Kaninchen.

Rund 50 Bewohner des Pflegebereichs und der Wohnungen des Wohnstiftes sowie Verwandte und ehrenamtliche Betreuer lassen es sich nicht nehmen, die Tiere zu streicheln. „Als ich klein war, hatten wir zuhause auch Kaninchen“, erzählte Charlotte Klein, nachdem einer der Langohren es sich auf ihrem Schoß gemütlich gemacht hat. „Ein Kaninchen habe ich mal sehr geliebt“, berichtete sie, „aber leider haben es meine Eltern damals geschlachtet.“ Später habe sie auch einen Hund gehabt. „Besonders gespannt bin ich auf den Esel“, verriet Klein, die sich sichtlich über den Besuch der mobilen Tierfarm freute.

Und damit war sie nicht allein. Esel Jonathan sorgte, wo immer er vorbeikam, für strahlende Gesichter – und gelegentliches Fachsimpeln über die Nutztiere. „Der Esel wechselt sein Fell“, erklärte eine Bewohnerin ihrer Nachbarin beim Anblick des Vierbeiners. Für Freude sorgte auch Pony Moritz: „Er ist ja auch selbst mit seinen 30 Jahren schon ein Senior“, sagte Gabriele Weyerhorst schmunzelnd, „bei Kindergeburtstagen geht es ihm schon zu turbulent zu.“ Eine sonderliche Belastung seien die Besuche von größeren Menschengruppen indes nicht, betonte die Betreiberin des mobilen Zoos. Der dürfte, wenn es nach Bewohnern und Personal im Haus Horst geht, gern mal wieder nach Hilden kommen.

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