BA-Antrag für neue Spielgeräte findet keine Mehrheit im Ausschuss.

BA-Antrag für neue Spielgeräte findet keine Mehrheit im Ausschuss.
400 Unterschriften haben Anwohner des Spielplatzes gegen die Bebauung gesammelt.

400 Unterschriften haben Anwohner des Spielplatzes gegen die Bebauung gesammelt.

Olaf Staschik

400 Unterschriften haben Anwohner des Spielplatzes gegen die Bebauung gesammelt.

Hilden. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft WGH will auf einem bislang als Spielplatz genutzten Gelände Am Bruchhauser Kamp 4a ein Haus mit fünf öffentlich geförderten Wohnungen bauen. Dagegen haben Anwohner mehr als 400 Unterschriften gesammelt.

Auch im Stadtrat ist das Vorhaben umstritten.

CDU beantragte, den Bebauungsplan ruhend zu stellen

Ende vergangenen Jahres überraschte die CDU mit dem Antrag, keinen Satzungsbeschluss zu fassen und den Bebauungsplan ruhend zu stellen – und fand dafür auch eine Mehrheit. „Wir wollen zunächst abwarten, wie sich die Situation im öffentlichen Wohnungsbau in Hilden entwickelt“, erläuterte Claudia Schlottmann die Entscheidung ihrer Fraktion: „Wir haben damit nicht gesagt, dass am Bruchhauser auf keinen Fall gebaut wird. Wir haben nur gesagt: Im Moment ist das Thema vom Tisch.“ Ist es nicht, wie sich jetzt im Jugendhilfeausschuss zeigte. Dort hatte die Bürgeraktion beantragt, neue Spielgeräte auf dem Spielplatz Bruchhauser Kamp aufzustellen. Das habe die Verwaltung nach dem Abbau eines nicht mehr sicheren Geräts versprochen, erläuterte Sabine Kittel.

Ihre Fraktion möchte nicht, dass die Fläche brach liegt. Das könnte ihrer Bebauung Vorschub leisten, argwöhnte Kittel. Die CDU unterstützte den Antrag der Bürgeraktion. „Eine Spielfläche braucht Spielgeräte“, unterstrich Marion Buschmann. Für die CDU komme eine Bebauung aktuell nicht in Frage. Das Bebauungsplanverfahren ist nicht eingestellt worden, betont dagegen Bürgermeisterin Birgit Alkenings (SPD): „Es wurde lediglich die weitere Beratung vertagt.“ Deshalb sehe sich die Verwaltung nicht im Wort, ein Ersatz-Klettergerüst aufzustellen: „Wir sind nach wie vor der Auffassung, dass auf den Kinderspielplatz verzichtet werden kann.“ Auf dem nahe gelegenen Spielplatz Pestalozzistraße könne als Ersatz ein Spielbereich für Kinder unter neun Jahren angelegt werden. Geschätzte Kosten: rund 68 000 Euro. Das sieht die SPD-Fraktion genau so – und beantragte bei den Haushaltsplanberatungen die Verlagerung des Spielplatzes an die Pestalozzistraße. Aus Kostengründen, erläuterte Christoph Bosbach. Bei der Abstimmung beider Anträge gab es jeweils ein Patt von sechs Ja- zu sechs Neinstimmen. Bei Stimmengleichheit gilt ein Antrag als abgelehnt, so sehen es die parlamentarischen Spielregeln vor. Das bedeutet: Es gibt vorerst kein neues Spielgerät für den Kinderspielplatz Bruchhauser Kamp. Die Verwaltung wird aber auch nicht beauftragt, die Kosten für eine Verlegung an die Pestalozzistraße zu ermitteln und die Finanzierung in 2017 sicherzustellen.

Letzteres wurde auf der gut besuchten Zuschauertribüne mit Beifall bedacht. Die Abstimmungen zeigen aber auch: Das Tauziehen um das Areal ist nicht beendet, sondern geht weiter. Auch für die Gegner einer Bebauung. Sie planen am 25. März ein Nachbarschaftspicknick auf dem Spielplatz am Bruchhauser Kamp.

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