Auf dem Neuen Markt sind die letzten Spuren des Haaner Sommers beseitigt worden.

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Fleißige Helfer wie Heidi Oehme-Rehm, Heidi Boonen und Jan (von links) sorgten gestern auf dem Neuen Markt dafür, dass auch die letzten Spuren des Haaner Sommers verschwinden.

Fleißige Helfer wie Heidi Oehme-Rehm, Heidi Boonen und Jan (von links) sorgten gestern auf dem Neuen Markt dafür, dass auch die letzten Spuren des Haaner Sommers verschwinden.

Stefan Fries

Fleißige Helfer wie Heidi Oehme-Rehm, Heidi Boonen und Jan (von links) sorgten gestern auf dem Neuen Markt dafür, dass auch die letzten Spuren des Haaner Sommers verschwinden.

Haan. 8.15 Uhr, Neuer Markt: Die Sonne scheint, ein Bagger schiebt den restlichen Sand des Haaner Sommers zu einem immer noch ansehnlichen Hügel zusammen.

Das Sandspielzeug, die Liegestühle und andere Sitzgelegenheiten sowie ein Großteil der Pflanzen sind bereits verpackt und abtransportiert – beziehungsweise verkauft. Nur das große weiße Zelt steht noch.

Es ist der allerletzte Tag des Haaner Sommers. Gebannt verfolgen Samuel und seine Großmutter das Geschehen. Oft sei sie mit dem Dreijährigen am Strand gewesen. „Das war sehr schön hier“, sagt sie. Jetzt beobachtet sie mit ihrem Enkel, wie die ehrenamtlichen Helfer ein letztes Mal am Morgen zusammenkommen.

„Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal das Gefühl gehabt, dass der Haaner Sommer bei den Haanern angekommen ist.“

Reinhold Wagner, Strandmeister

„Der erste Container ist schon voll und abtransportiert“, sagt Reinhold Wagner, der die vergangenen sieben Wochen für den Platz verantwortlich war. „Ich bin der Sandmann“, sagt er und lacht. Jeden Morgen um 7 Uhr waren er und weitere zehn bis zwölf Frauen und Männer auf dem Neuen Markt und haben die Vorbereitungen für den Tag getroffen – aufgeräumt, aufgebaut und den Sand geharkt.

„Gegen 9 Uhr waren wir meistens fertig, dann kamen schon die ersten Mütter mit ihren Kinderwagen, und wir Helfer haben zusammen gefrühstückt“, sagt Wagner.

Auch gestern war er der Erste auf dem Platz – mit Jan. Der 15-Jährige ist einer der treuen Helfer. Er war auch in den Ferien jeden Morgen am Strand. „Ich bin da so reingerutscht“, sagt er. Das frühe Aufstehen habe ihm nichts ausgemacht. Im Gegenteil: An diesem Morgen darf er den Gabelstapler fahren. „Das macht Spaß“, sagt er und strahlt.

Eine halbe Stunde später ist die Zahl der Helfer bereits auf sieben angewachsen. Das Zelt muss abgebaut, der Sand zusammengekehrt, der große Container beladen und fürs Winterquartier fertig gemacht werden.

„Die Nachbarn sind sensationellerweise ganz traurig, dass wir jetzt weg sind“, sagt Wagner und schwärmt: „Die waren toll, haben uns Kuchen gebacken und Brötchen geschmiert.“

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge abgebaut

Heidi Oehme-Rehm und Heidi Boonen greifen inzwischen beherzt zu Besen und Schubkarre. „Das ist einfach ein tolles Team hier“, sagen beide unabhängig voneinander. „Es gibt keine reizvollere Aufgabe für den Sommer als hier mitzuarbeiten“, sagt Oehme-Rehm.

Dass der Haaner Sommer jetzt zu Ende ist, bedauert keiner der Helfer. „Er kommt ja im nächsten Jahr wieder“, sagt Boonen. Und Wagner, der für den Haaner Sommer seinen Jahresurlaub opfert, fügt hinzu: „Das schlaucht schon. Wir bauen hier mit einem weinenden und einem lachenden Auge ab.“

Das sieht auch Mohammed so. Der Zwölfjährige war fast jeden Morgen am Strand. Morgen geht er wieder zur Schule. Was besser ist, kann er gar nicht sagen. „Es ist beides eigentlich gleich gut.“ Heidi Oehme-Rehm ergänzt: „Jan und Mohammed sind unsere treuesten Helfer, die gehören fast schon zum Inventar.“

Dann erreicht die Gruppe die Nachricht, dass Michael Halter einen Unfall hatte. Der Zeltmeister war für den Abbau erwartet worden. Ihm ist nichts passiert, aber jetzt könnte sich der Zeitplan doch etwas verzögern. „Aber morgen früh sieht es hier so aus, als ob wir nie da gewesen wären“ , sagt Wagner und ergänzt: „Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal das Gefühl gehabt, dass der Haaner Sommer bei den Haanern angekommen ist.“

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