An der Grundschule in Gruiten steigt die Schülerzahl. Deshalb müssen jetzt noch mehr Kinder in dem Ausweichquartier betreut werden.

Bildung
Eigentlich sollten die Kinder an der Gemeinschaftsgrundschule Gruiten nur zwei Jahre lang nachmittags in den Containern betreut werden. Die Übergangslösung wird nun aber noch etwas länger Bestand haben.

Eigentlich sollten die Kinder an der Gemeinschaftsgrundschule Gruiten nur zwei Jahre lang nachmittags in den Containern betreut werden. Die Übergangslösung wird nun aber noch etwas länger Bestand haben.

Stefan Fries

Eigentlich sollten die Kinder an der Gemeinschaftsgrundschule Gruiten nur zwei Jahre lang nachmittags in den Containern betreut werden. Die Übergangslösung wird nun aber noch etwas länger Bestand haben.

Gruiten. Für 37 Schüler der Gemeinschaftsgrundschule Gruiten ist es inzwischen Alltag: Dem letzten Gong folgt gegen 11.30 Uhr der Gang in den Container – zur nachschulischen Betreuung. „Die mobile Raumeinheit wurde zu Beginn des vorletzten Schuljahres als zweijährige Übergangslösung deklariert. Die Situation wird sich zum kommenden Schuljahr aber nicht ändern“, sagt Schulleiter Ernst Schlaich.

„Zufrieden wäre ich aber erst, wenn wir einen festen Raum haben.“

Schulleiter Ernst Schlaich

Aufgestellt wurde der klassenraumgroße Container, weil die Grundschule wegen der steigenden Nachfrage an Ganztagbetreuung aus allen Nähten platzte. „Wir haben damals die dritte OGS-Gruppe gegründet und brauchten dafür einen Raum“, sagt Schlaich, dessen Schule über elf Klassenräume verfügt.

Für die acht Schulklassen und drei OGS-Gruppen ist das genug Platz, für die nachschulische Betreuung, die sogenannte Betreuung „8 bis 1“, aber nicht. Letztere wurde deshalb ausgegliedert – in den Container, den die Stadt Haan seitdem mietet.

„Wir haben jetzt 172 Schüler, von denen 79 ganztags betreut werden. Zum neuen Schuljahr werden die Schülerzahlen steigen. Dann haben wir in der OGS 89 Kinder und müssen eine vierte Gruppe gründen“, sagt Schlaich. Diese soll genau wie die nachschulische Betreuung in den Container wandern – nach 13.20 Uhr, dem Ende der Betreuung „8 bis 1“.

„Ein Um- oder Anbau steht immer noch im Raum. Aber die Stadt hat finanziell enge Fesseln“, sagt Schlaich. Kämmerin Dagmar Formella bestätigt: „Wir sind im Nothaushalt. Andere Projekte wie der Neubau der Grundschule Dieker Straße haben die Schuldenentwicklung nach oben getrieben.“

Umbau und Erweiterung stehen zur Diskussion

Die GGS Gruiten besuchen zurzeit 172 Schüler. 37 Kinder nutzen die Betreuung „8 bis 1“, 79 den Offenen Ganztag (OGS), der sich in drei Gruppen gliedert. Zum neuen Schuljahr soll eine vierte OGS-Gruppe gegründet werden.

Bei der nachschulischen Betreuung „8 bis 1“ werden Kinder an Schultagen von 11.30 bis 13.20 Uhr beaufsichtigt und können Hausaufgaben machen. Das Nachmittagsangebot der Offenen Ganztagsschule in Trägerschaft der Evangelisch-reformierten Gemeinde Gruiten beinhaltet unter anderem Sport, Vorlesen, einen Kinderchor, Tanzen, eine Umwelt AG und Katechumenen-Unterricht. Mehr Informationen gibt es im Internet.

www.ggsgruiten.de

Dennoch will die Verwaltung noch in diesem Jahr prüfen, wie die bauliche Situation weiterentwickelt werden kann. Es stelle sich die Frage, ob im Bestand bauliche Maßnahmen realisiert werden, oder ob eine Erweiterung Sinn ergibt – inklusive Sanierungsarbeiten.

Dazu soll es jetzt eine gutachtliche Prüfung geben. Ein entsprechender Haushaltansatz ist laut Formella im Haushalt 2012 vorgesehen. „Die Ergebnisse werden wir im zweiten Halbjahr im Schulausschuss vorstellen“, sagt die Kämmerin. Das Gutachten sei Basis für die Haushaltsplanberatungen im kommenden Jahr.

Bis dahin müssen die Kinder der nachschulischen Betreuung ihre Hausaufgaben weiterhin im Container machen. „Der sieht zwar nicht schön aus, erfüllt aber seinen Zweck. Plattenbauten hat man sich früher auch schön gemacht“, sagt Schulleiter Schlaich und betont, dass der Container mit Regalen, Tischen, Arbeitsmaterial und Spielzeug voll eingerichtet sei. „Zufrieden wäre ich aber erst, wenn wir einen festen Raum haben“, sagt Schlaich.

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