An der Haltestelle an der Fabriciusstraße wird über den berühmten Sohn der Stadt berichtet.

Unweit der nach seinem lateinischen Namen benannten Straße und Haltestelle, trägt das Wilhelm-Fabry Museum den bürgerlichen Namen des berühmten Hildener Sohnes. Am 25. Juni 1560 wurde Guilhelmus Fabricius Hildanus, der (nach Renaissance-Brauch) latinisierte Name Wilhelm Fabrys, im Gutshof „In der Schmitten“ geboren.

Fabry benennt sich nach seinem Geburtshaus

Eltern waren Margarethe („Grietgen“) auf dem Sand und der Gerichtsschreiber Peter Drees. Da der lateinische Name für Schmied „faber“ lautet, gab sich Wilhelm später den Namen „Fabry“ nach seinem Geburtshaus, der ehemaligen Schmiede.

Der junge Wilhelm besuchte ein Gymnasium in Köln, das er jedoch mit 13 Jahren wegen der Wirren des Spanisch-Niederländischen Krieges verlassen musste. Mit seiner Begabung für Sprachen, einer guten Allgemeinbildung und großem Wissen über Heilkräuter und Botanik ging Fabry in eine Grundausbildung beim Neusser Wundarzt Johannes Dümgens.

Mit 19 Jahren trat Fabry in die Dienste des Düsseldorfer Hofchirurgen Cosmas Slot ein. Dort konnte er weitere wichtige Kontakte im Bereich Medizin knüpfen. Fabry wurde ein allseits beachteter und geschätzter „Chirurg“, ohne ein Studium absolviert zu haben. Außerdem entwickelte Fabry neue Behandlungsmethoden und dafür erforderliche medizinische Instrumente.

Während seiner Lehre beim bekannten Chirurgen Jean Griffon in Genf lernte er die Tochter eines Buchdruckers kennen, Marie Colinet, die 1587 seine Frau wurde. Auch sie erbrachte besondere medizinische Leistungen.

Seine Frau half ihm bei einer schwierigen Augenoperation

So half sie 1624 ihrem Mann bei einer Augenoperation, indem sie vorschlug, mit einem Magneten Metallsplitter aus dem Auge eines Patienten zu entfernen. Auch diese Geschichte ist überliefert.

Die Veröffentlichungen von Wilhelm Fabrys medizinischen Überlegungen, seine Zeichnungen und ein emsiger Briefverkehr mit zahlreichen Ärzten verbreiteten sich über ganz Europa.

Seine Schriften wurden – zum Teil schon zu Lebzeiten – übersetzt. Er bezog unter anderem auch Stellung zu den Folgen des Alkoholismus und sogar gegen Folter.

Weltweit gilt Fabry als der Begründer der modernen Chirurgie. Im Jahr 1634 starb er mit 74 Jahren in Bern an Asthma. Seine Heimatstadt Hilden setzte ihrem großen Sohn nicht nur mit der Straßenbenennung ein Denkmal.

1911 wurde das bronzene Fabry-Denkmal von Arnold Künne enthüllt. Die städtische Realschule wurde 1960 in Wilhelm-Fabry- Realschule umbenannt, und 1989 eröffnete das Wilhelm-Fabry-Museum in der historischen Kornbrennerei.

Informationen unter

www.wilhelm-fabry-museum.de

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