Stadt lässt Einzelhändler befragen. Durch die Expansion sollen keine Angebots-Überschneidungen entstehen.

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Die Haaner Bevölkerung verfügt über eine ungewöhnlich hohe Kaufkraft. Sie liegt 20 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

Die Haaner Bevölkerung verfügt über eine ungewöhnlich hohe Kaufkraft. Sie liegt 20 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

Stefan Fries

Die Haaner Bevölkerung verfügt über eine ungewöhnlich hohe Kaufkraft. Sie liegt 20 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

Haan. Dass die Haaner Bevölkerung über eine überdurchschnittliche Kaufkraft verfügt, hat sich herumgesprochen. Laut einer Untersuchung der Industrie- und Handelskammer (IHK) liegt sie 20 Prozent über dem Bundesdurchschnitt und 18 Prozent über dem Schnitt in NRW.

Viele Geschäfte wollen expandieren

Kein Wunder also, dass beim Amt für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften immer wieder Anfragen auswärtiger Unternehmen landen. „Erst gerade eben hatte ich ein Gespräch mit einer Agentur, die sich auf Filialisten spezialisiert hat“, sagt Wirtschaftsförderer Elmar Jünemann. „Man wollte wissen, wo dort mögliche Flächen vorhanden sind.“

Aber nicht nur neue, ansiedlungswillige Firmen melden Interesse an – auch vorhandene Betriebe sind augenscheinlich derart zufrieden, dass sie Expansionswünsche hegen. Eine solche Expansion samt Erweiterung des Branchenmixes plant, so Jünemann, aktuell ein „großflächiges Einzelhandelsunternehmen“ im Haaner Osten. „Das ist schon ordentlich“, sagt der Wirtschaftsförderer – ohne zu verraten, um wen es sich handelt. Weil ein „Okay“ jedoch Auswirkungen bis in die Innenstadt hinein haben könnte, ist eigens das Dortmunder Planungsbüro Stadt+Handel ins Boot geholt worden, um die Zentren- und Einzelhandelsstruktur unter die Lupe zu nehmen.

„Unsere Leute gehen im wahrsten Sinne des Wortes Klinkenputzen und befragen die Geschäftsleute.“

Helena Plugge, Diplom-Geographin

Seit Montag sind die Befragungsteams aus dem Ruhrgebiet in Haan unterwegs und nehmen eine Inventur des hiesigen Einzelhandels vor. „Unsere Leute gehen im wahrsten Sinne des Wortes Klinkenputzen und befragen die Geschäftsleute“, erklärt die Diplom-Geographin Helena Plugge. „Wobei wir natürlich auf deren Unterstützung angewiesen sind.“ Im Mittelpunkt der Besuche stehe unter anderem die Feststellung der Produktpalette und die Größe der Geschäfte.

„Das Planungsbüro soll unter anderem ermitteln, ob die Pläne des Unternehmens aus dem Haaner Osten innenstadtverträglich sind“, sagt Jünemann. „Dazu müssen wir aber erst mal detailliert wissen, wie es um die verschiedenen Branchen in der Stadt bestellt ist.“

Laut der jüngsten Erhebung der IHK der Angebotsschwerpunkt in Haan auf der Bekleidungsbranche. 19 Geschäfte sind hier aktiv. Auch für den täglichen Bedarf wird gesorgt: Lebensmittelgeschäfte (20) und Drogeriemärkte sowie Apotheken (insgesamt acht) sind ausreichend vertreten.

Das Handelsangebot wird ergänzt durch zahlreiche Dienstleistungs- und Gastronomiebetriebe. Der gut frequentierte Wochenmarkt sorgt, so die Industrie- und Handelskammer, für eine belebte Innenstadt und zieht Kundenströme an.
www.haan.de

Wenn Ende August die Ergebnisse vorliegen, soll also nicht nur klarer sein, ob die Expansion mit dem vorhandenen Branchenmix vereinbar ist. „Ferner erleichtert eine solche Untersuchung unsere tägliche Arbeit, indem wir Fakten auf dem Tisch haben und Rückschlüsse ziehen können“, sagt Elmar Jünemann.

Aktuelle Zahlen seien wichtig für die Planung

Zwar gebe es bereits Einzelhandelsgutachten, und erst 2009 wurde sowohl eine Kunden- als auch eine Geschäftsbefragung seitens der IHK durchgeführt – „doch je aktueller die Zahlen sind, desto besser“, sagt Jünemann. „Insbesondere angesichts der aktuellen Situation und ihrer Auswirkungen.“

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