In der Ellscheid müssen neue Container her. An der Bachstraße ist alles vorbereitet.

unterkünfte
An der Ellscheider Straße sind noch immer Flüchtlinge untergebracht – nur wie lange noch?

An der Ellscheider Straße sind noch immer Flüchtlinge untergebracht – nur wie lange noch?

Stefan Fries

An der Ellscheider Straße sind noch immer Flüchtlinge untergebracht – nur wie lange noch?

Haan. Die Duschkabinen sind eingebaut, die Rauchmelder aufgehängt und die Anschlüsse für Waschmaschinen und Kücheneinrichtungen installiert. Die Stadt hat in den vergangenen Wochen die Räume des ehemaligen Schulpavillions an der Bachstraße so auf Stand gebracht, dass die Räume dort ab dem 18. Februar belegbar wären. „Aber noch ist kein Bedarf da“, sagt die Erste Beigeordnete der Stadt Dagmar Formella.

Auch die ehemalige Gaststätte an der Polnischen Mütze steht bereit

Die noch im November des vergangenen Jahres angekündigte „Welle“ von Menschen, die in Deutschland Schutz suchen werden, ist bislang noch nicht nach Haan geschwappt. In Zahlen sollten das etwa 20 bis 30 weitere Zufluchtsuchende sein, überwiegend Roma aus Mazedonien und Serbien. Der Stadt zugewiesen wurden bislang aber keine weiteren Flüchtlinge.

Vorbereitet auf weitere Menschen will die Stadt dennoch sein und stellt auch das frühere Gaststätten-Gebäude an der Kreuzung Polnische Mütze (Elberfelder Straße / Gruitener Straße) für die Unterbringung von zwei Familien zur Verfügung. Denn der Standort Ellscheider Straße ist so gut wie belegt, durch ein letztes Zusammenrücken könnten dort weitere fünf Bewohner einziehen – aber auch nur übergangsweise.

Denn die Container in der Ellscheid sind marode, müssen abgerissen und ersetzt werden. Einen Neubau kann sich die Stadt allerdings nicht leisten. „Wir werden Container anmieten“, kündigt Formella an. Diese werden dann allerdings so angeordnet, dass dort mehr Menschen als bislang eine Unterkunft angeboten werden kann. Die Details will sie in der kommenden Sitzung des Sozialausschusses am 20. Februar vorstellen.

Eine weitere Containeranlage soll an der unteren Landstraße entstehen

„Wir brauchen etwas 40 bis 50 zusätzliche Plätze bis 2014“, sagt sie. Eingerechnet sind in dieser Prognose bereits die Familien, die bislang in den Gebäuden an der Polnischen Mütze untergebracht sind und im Zuge des Ausbaus der Kreuzung ein neues Zuhause brauchen. Deshalb soll auch auf einem städtischen Gelände an der unteren Landstraße – dort gibt es bislang keine Unterkünfte oder Gebäude für Flüchtlinge – eine weitere Containeranlage aufgestellt werden.

ktuell beherbergt die Stadt Wohnungslose und Flüchtlinge in sieben Übergangsheimen. Die drei Standorte an der Gräfrather und Elberfelder Straße sind Einfamilienhäuser, die sogenannten Container stehen an der Düsseldorfer- und der Ellscheider Straße. Weil die Stadt aufgrund der aktuellen Hinweise vom Land NRW kurzfristig neue Unterbringungsmöglichkeiten schaffen muss, ist eine weitere Containersiedlung an der unteren Landstraße im Gespräch.

Politisch beraten wird das Thema Unterkünfte für Flüchtlinge im Sozialausschuss am Mittwoch, 20. Februar, 17 Uhr, im Sitzungssaal des Rathauses.

Nach Beratungen in den Fachausschüssen und im Stadtrat hat die politische Mehrheit – ohne die Stimmen der CDU – beschlossen, 45 000 Euro in den aufgegebenen Grundschulstandort in Unterhaan zu investieren, um dort vier Familien (20 bis 25 Personen) unterbringen zu können. Die CDU hatte für Investitionen in das ehemalige Musikschulgebäude (circa 88 000 Euro) geworben, damit dort weitere Flüchtlinge untergebracht werden könnten, überzeugte aber nicht.

Dorthin werden dann auch unter anderem die Menschen aus den Räumen an der Ellscheid einquartiert, während die alten Container abgerissen und durch neue ersetzt werden. Die 22 Plätze in den Containern an der Düsseldorfer Straße werden bleiben und auch nicht verändert.

„Wir sprechen hier aber immer nur über die Unterbringung von Flüchtlingen, nicht von Wohnungslosen“, betont Dagmar Formella. Aus baurechtlichen Gründen dürften diese beispielsweise nicht in den neuen Containern an der Landstraße untergebracht werden.

Was die Stadt die beiden Maßnahmen kosten wird, konnte die Kämmerin noch nicht sagen. „Wir werden die erforderlichen Mittel im Haushaltsplan 2013 einplanen“, kündigt sie an.

Leserkommentare (1)


() Registrierte Nutzer