Verwaltung will einen Vergabe-Vorschlag präsentieren.

Hilden. Das Vermarktungskonzept für das Gelände der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule bleibt erst einmal so, wie es ist. Der Stadtrat hat eine weitere Diskussion über das strittige Thema vorerst vertagt. Die beiden großen Fraktionen SPD und CDU wollen an dem beschlossenen Konzept trotz aller Probleme festhalten, stellten sie klar. Für sieben Reihenhaus-Grundstücke an der Lindenstraße gingen nur fünf Bewerbungen ein. „Das Konzept ist nicht gescheitert“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzende Anabela Barata.

„Wir haben eine vernünftige Lösung gefunden“, meinte Rainer Schlottmann (CDU): „Wir werden nicht bei der ersten Gelegenheit wieder von vorne anfangen.“ Wenn das Konzept so vernünftig sei, würden ihm mehr Hildener folgen, warf Ludger Reffgen (Bürgeraktion) ein. „Wir haben Zeit zu überlegen und sollten sie nutzen“, argumentierte Klaus-Dieter Bartel (Grüne).

Es gebe neue Förderinstrumente. Die sollte die Stadt nutzen, um auf dem städtischen Grundstück mehr öffentlich geförderte Wohnungen zu errichten. Vom vorgeschriebenen Passivhaus-Standard wollen die Grünen nicht abrücken. Rudolf Joseph (FDP) konnte den „Starrsinn von SPD und CDU“ nicht nachvollziehen: „In Hilden gibt es Wohnungsnot. Wir wollen aus unseren Fehlern lernen.“ Die Liberalen wollten das Projekt nicht ausbremsen, sondern im Gegenteil beschleunigen. Solange die Schweitzer-Schule als Notunterkunft für Flüchtlinge gebraucht wird, liege das Projekt auf Eis, meinte Ralf Bommermann (AfD): „Wir sollten die Zwangspause nutzen, einige Dinge zu überdenken.“ Auf dem Areal sollen von 2016 bis 2020 bis zu 125 Wohnungen entstehen.

Bezahlbar sollen sie sein und nur für Hildener zu kaufen. Deshalb will die Stadt den städtischen Grund selbst vermarkten. Mehr als 100 Interessenten hatten sich auf einer Warteliste eingetragen. Das war vor sieben Jahren. Billig sind die ersten sieben Reihenhaus-Grundstücke an der Lindenstraße nicht. Die Stadt verlangt 400 Euro/Quadratmeter. Weitere Bedingung: Die Erwerber müssen sich zu einer Bauherrengemeinschaft zusammenschließen. Die Verwaltung hat als Alternative vorgeschlagen, die städtische Wohnungsbaugesellschaft Hilden (WGH) als Bauträger einzuschalten.

Nachteil: Die Erwerber müssten quasi zweimal Grunderwerbsteuer (erst die WGH und dann sie selbst) zahlen. Auf dem Gelände sind auch Grundstücke für „innovative Wohnformen“ reserviert. Die Hildener Gruppe „Trialog“ wollte dort ein Haus mit bis zu 25 barrierefreien Wohnungen für eine Bewohner-Genossenschaft errichten – hat jetzt aber das Handtuch geworfen. Das geplante Vergabeverfahren sei für Projektgruppen unfair und mit einem „nicht kalkulierbaren finanziellen Risiko verbunden“, so Manfred Gertz.

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