Reinhard Koll an seinem Schreibtisch: Den 66-Jährigen fasziniert das Haaner Schulwesen, über das er recherchiert. Seine Abhandlung über das Gymnasium ist sozusagen nebenbei entstanden.
Reinhard Koll an seinem Schreibtisch: Den 66-Jährigen fasziniert das Haaner Schulwesen, über das er recherchiert. Seine Abhandlung über das Gymnasium ist sozusagen nebenbei entstanden.

Reinhard Koll an seinem Schreibtisch: Den 66-Jährigen fasziniert das Haaner Schulwesen, über das er recherchiert. Seine Abhandlung über das Gymnasium ist sozusagen nebenbei entstanden.

Stefan Fries

Reinhard Koll an seinem Schreibtisch: Den 66-Jährigen fasziniert das Haaner Schulwesen, über das er recherchiert. Seine Abhandlung über das Gymnasium ist sozusagen nebenbei entstanden.

Haan. Die Haaner Schulgeschichte liegt Reinhard Koll (66) am Herzen. „Das Schulwesen war hier bis zum Zweiten Weltkrieg sehr kompliziert“, sagt der ehemalige Lehrer für Französisch und Geschichte. „Schulen wurden zusammengelegt und wieder geteilt, umbenannt und verlegt“, sagt er. „Es gab Fälle, da unterrichteten die Lehrer gar nicht in den Schulen, in denen sich ihre Dienstwohnungen befanden.“

Vollendet hat Koll diese Geschichte noch lange nicht. Aber als Nebenprodukt seiner Recherche ist Band 9 der Schriftenreihe des Bergischen Geschichtsvereins Haan „Städtisches Gymnasium Haan – Entstehung und Entwicklung“ entstanden. „Das sollte eigentlich mein Abschiedsgeschenk an das Gymnasium werden“, sagt Koll, der dort 40 Jahre lang unterrichtete. „Aber ich habe keine Resonanz gefunden. Nur der Förderverein der Schule zeigte Interesse, hat 200 von 500 Exemplaren gekauft“, sagt Koll.

Bevor es das Gymnasium gab, fuhren Haaner nach Hilden und Vohwinkel

Auf 84 Seiten schildert Koll die Anfänge des Gymnasiums, bereichert den Rückblick mit Fotos, Zeitungsartikel und Tabellen. „Bevor der erste Jahrgang unterrichtet wurde – damals noch in dem Gebäude der ehemaligen Evangelischen Schule Unterhaan – besuchten mehr als 350 Haaner Schüler Gymnasien in Hilden und Vohwinkel“, berichtet Koll. „Die Schulen sperrten sich natürlich dagegen, sie hatten ja selbst ja keinen Platz.“ Schließlich hieß es aus den Nachbarstädten: „Haan ist reich genug, baut Euch selbst ein Gymnasium.“

Der Beschluss für den Schulneubau fiel einstimmig

Politisch habe über den Neubau Einigkeit geherrscht, fraglich war der Standort. „Es gab die Idee, mit Hochdahl zusammen ein Gymnasium an der Flurstraße, dort wo heute die Felsenquelle steht, zu errichten“, erzählt Koll. Auch die Erkraher Straße sei im Gespräch gewesen, schließlich aber die Adlerstraße als Standort gewählt worden. Zum Schuljahr 1969/70 wurde dort der Betrieb aufgenommen. „Im damals teuersten Gebäude der Stadt“, sagt er. Zehn bis zwölf Millionen D-Mark habe der Neubau gekostet. Aufgeregt habe das aber niemanden.

Koll hat die Geschichte des Gymnasiums bis in die Jetztzeit verfolgt, listet auch alle ehemaligen Lehrer der weiterführenden Schule auf. „Mit ist bewusst, dass diese Aufstellung lückenhaft ist, das bleibt bei so etwas nicht aus.“

Gut ein Jahr – mit Unterbrechungen – hat Reinhard Koll an der Geschichte des Gymnasiums gearbeitet. Unterstützung erhielt er dabei von Stadtarchivarin Birgit Markley und dem Vorsitzenden des Bergischen Geschichtsvereins Haan, Lothar Weller.

Das Heft kostet fünf Euro und ist in einer Auflage von 500 Stück erschienen. 100 Exemplare hat der Haaner Heimatverein gekauft, die er auf dem Bürgerfest am 6. Mai anbieten wird. Weitere 100 Hefte sind im Besitz der Stadt-Sparkasse Haan.

Zu bekommen ist die Veröffentlichung im Sekretariat des Gymnasiums, bei Reinhard Koll, Telefon 02129/5 28 79, und Lothar Weller, Telefon 02104/6 13 75.

Am Ende des schmalen Heftes im Din-A 4-Format erzählt er auch einige Anekdoten aus dem Schulalltag, unter anderem, wie die überdachte Pausenhalle zu ihrer Verglasung kam. „Im Wahlkampf 1969 kam unter anderem der damalige Bundesverteidigungsminister Gerhard Schröder nach Haan und nahm an einer Schulbegehung teil“, erzählt Kohl. Weil bis dahin sämtliche Anträge auf eine verglaste Pausenhalle gescheitert waren, karrten Hausmeister Arthur Nix und Sportlehrer Heinz Broch einen Haufen nassen Laubs in die Pausenhalle.

„Das Ergebnis unserer Manipulation muss so echt ausgefallen sein, dass die bauliche Veränderung der Pausenhalle im Sinne der Schulleitung angeordnet, beschlossen und umgesetzt wurde“, zitiert Reinhard Koll den Sportlehrer Broch.

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