Am 5. Oktober soll ein Wetterballon vom Schulhof des Helmholtz-Gymnasiums aus auf eine lange Reise gehen.

Am 5. Oktober soll ein Wetterballon vom Schulhof des Helmholtz-Gymnasiums aus auf eine lange Reise gehen.
Bernhard Osterwind, Ina, Batikan und Yanic (v.l.) bauen den Wetterballon, der in die Lüfte steigen soll.

Bernhard Osterwind, Ina, Batikan und Yanic (v.l.) bauen den Wetterballon, der in die Lüfte steigen soll.

Stephan Köhlen

Bernhard Osterwind, Ina, Batikan und Yanic (v.l.) bauen den Wetterballon, der in die Lüfte steigen soll.

Hilden. Ein insgesamt 18 Meter großes Ungetüm, das vom Boden abhebt, um die Bedingungen in der vierfachen Flughöhe von Verkehrsflugzeugen zu erforschen – so etwas kennen die meisten nur aus Wissenschaftsdokumentationen im Fernsehen. Doch am 5. Oktober können viele Hildener Schüler, ihre Geschwister und Eltern zu Augenzeugen eines solchen Spektakels werden: Denn anlässlich des Schulfestes soll an jenem Freitag um 8.15 Uhr ein Wetterballon vom Gelände des Helmholtz-Gymnasiums aufsteigen – und dabei eine Forschungssonde bis in die Stratosphäre, bis auf auf 39 000 Meter Höhe tragen. Eine spezielle Himmelfahrt also. „Wir wollten ein Projekt starten, das die ganze Schule bewegt“ sagt Bernhard Osterwind, Koordinator der Naturwissenschaften an der Schule am Holterhöfchen.

Die notwendige Genehmigung für das Unterfangen hat sich die Schule bereits eingeholt. Jetzt geht es um die Finanzierung, die voraussichtlich 2500 Euro verschlingt. Um private Spender wirbt das Gymnasium genauso wie um Sponsoren aus der Wirtschaft. Die Schüler von der Unterstufe bis zum Abiturjahrgang sind offensichtlich schon jetzt Feuer und Flamme: „Ich finde das cool“, schwärmt die zehnjährige Ina. Gemeinsam mit ihrem gleichaltrigen Schulkollegen Batikan nahm die Fünftklässlerin einen Film auf, in dem sie Bernhard Osterwind interviewt. „Den würde ich gerne ins Internet stellen“, sagt sie.

„So etwas hat noch niemand geschafft.“

Bernhard Osterwind, Lehrer

„Ganz unterschiedliche Gruppen und ihre Lehrer werden beteiligt sein“, erklärt derweil der Projektleiter – von Physik- bis zu Geografiekursen. Neben einem Bergungsteam richten die Planer auch ein Kontrollzentrum ein. „Dafür habe ich mich gemeldet“, erklärt der 13-jährige Yanic vom Bühnentechnik-Team an der Schule. Privat habe er sich bereits viel mit Live-Stream-Technik beschäftigt. Die wird auch am 5. Oktober gefragt sein: Denn wenn die Sonde, abgebremst durch einen Fallschirm, nach dreieinhalb Stunden Flug auf die Erde zurückkehrt, soll eine am Gerät befestigte Kamera Live-Bilder von der Landung in die Aula übertragen. „So etwas hat noch niemand geschafft“, berichtet Bernhard Osterwind.

Wenn die Finanzierung steht, will er zu Beginn der Sommerferien das Material für Ballon und Sonde kaufen. Zu Beginn des neuen Schuljahres soll es dann an die praktische Arbeit gehen – Schüler der Technik AG werden das Flugobjekt bauen. An der Ausarbeitung des Projekts sind aber letztlich alle Schüler beteiligt. Denn mit dem Flug allein ist es schließlich nicht getan: Neben der Messung von Höhe, Luftfeuchtigkeit und Temperatur sollen verschiedene Experimente in der lebensfeindlichen Umgebung stattfinden. Alle Schüler sind derzeit aufgerufen, im Rahmen eines Wettbewerbs Ideen zu äußern. Mögliche Untersuchungen könnten etwa aufzeigen wie sich die Bedingungen in der oberen Luftschicht auf die Fließfähigkeit von Ölen auswirken oder ob eine Photovoltaik-Zelle mit der Strahlung zurechtkommt.

Erfahrene „Jugend forscht“-Schüler und Lehrer betreuen schließlich die Umsetzung der Experimente. Jugendliche, deren Idee letztlich nicht umgesetzt werden, müssen sich nicht grämen: Denn das Projekt soll eine Fortsetzung finden.

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