Die maroden Rohre werden ausgebessert. Der Bachlauf wird verlegt, um Privatgrundstücke zu umgehen.

Tiefbau
Östlich der Böttinger Straße wird der Sandbach unterirdisch weitergeführt. Die Rohre, durch die er fließt, sollen in diesem Jahr erneuert werden.

Östlich der Böttinger Straße wird der Sandbach unterirdisch weitergeführt. Die Rohre, durch die er fließt, sollen in diesem Jahr erneuert werden.

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Östlich der Böttinger Straße wird der Sandbach unterirdisch weitergeführt. Die Rohre, durch die er fließt, sollen in diesem Jahr erneuert werden.

Haan. Aus dem Bergbau kommen die Männer nicht, die ab Mai die neuen Betonröhren für den Sandbach durch die Erde treiben müssen. Aber sie sind Spezialisten, die im sogenannten offenen Vortrieb in bis zu neun Metern Tiefe Platz für die etwa 166 Meter lange neue Verrohrung des Sandbaches schaffen. Geschützt durch ein großes Stahlrohr gehen sie mit Schaufel, Spitzhacke oder Presslufthammer zu Werke.

Geplant ist die notwendige Sanierung der Betonröhre im Bereich der Böttinger Straße, durch die der Sandbach fließt, seit mehr als 20 Jahren. „Die war schon damals richtig kaputt“, sagt Tiefbauamtsleiter Guido Mering, der seit Jahren für das Projekt wirbt. Inzwischen sei der Durchlauf mit einer Kamera nicht mehr befahrbar, es drohen Überschwemmungen und beispielsweise eine Unterspülung der ICE-Trasse der Deutschen Bahn. Ein entsprechendes Notfallszenario mit dem Einsatz von Pumpen und Baggern hat das Tiefbauamt bereits vor sechs Jahren ausgearbeitet.

Grundstücksfrage hat die Planungen sehr kompliziert gemacht

Vier Grundstückseigentümer (Stadt, Bahn, Baumarkt und Privatleute) sind von der geplanten Sanierung betroffen – das habe laut Mering die Planungen in der Vergangenheit sehr kompliziert gemacht. „Zumal laut Landeswassergesetz die Grundstückseigentümer für die Verrohrung des Bachlaufs zuständig sind“, sagt er.

Gelöst haben sein Kollege Klaus Bittermann und Diplom-Ingenieur Harald Buß (Ingenieurbüro für Kanal- und Straßenbau Niederrhein) das Problem, indem sie den Verlauf des Baches verändern und weiter nach Süden verlegen, so dass der Bach fast ausschließlich unter städtischen Grundstücken verläuft. Die Trasse der Bahn muss weiter gekreuzt werden, mit den privaten Grundstücksbesitzern hat die Stadt vertraglich geregelt, dass die Kommune den Unterhalt der neuen Röhre auch in Zukunft übernimmt.

Rohre verlaufen durch Ausläufer einer ehemaligen Hausmülldeponie

Weil die großen Betonrohre mit einem Durchmesser von 1,60 Meter dann durch die Ausläufer einer ehemaligen Hausmülldeponie verlegt werden müssen, werden die Arbeiten mit entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt. „Eigentlich hätte für den neuen Lauf des Sandbachs ein Rohr mit 80 Zentimeter Durchmesser gereicht“, sagt Bittermann: „Weil wir aber nicht wissen, was damals alles entsorgt wurde und uns jetzt im Erdreich erwartet, benötigen wir begehbare Röhren.“

Für sie wird eine Baugrube in acht bis neun Metern Tiefe ausgehoben. Von dort wird mit einer hydraulischen Presse das Stahlrohr durchs Erdreich getrieben. Der Boden wird mit Hilfe von Förderbändern abgetragen, und die etwa drei Meter langen Betonröhren hinterhergeschoben.

„Wir können Ausgasungen nicht ausschließen“, sagt Buß. Deshalb erhalten die Arbeiter unter der Erde eine Frischluftzufuhr („Bewetterung“) und werden mit Gaswarngeräten ausgestattet. „Wir wollen nichts riskieren“, sagt Buß. Probleme mit dem Grundwasser gebe es nicht. Die alte Verrohrung wird, sobald der Bach durch sein neues Bett fließt, außer Betrieb genommen und verfüllt.

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