Die Stadtverwaltung benötigt Planungssicherheit und brachte Vorlage ein. Viele Projekte erhielten grünes Licht.

Haan
Kämmerin Dagmar Formella wies auf die finanziellen Konsequenzen hin. Archiv

Kämmerin Dagmar Formella wies auf die finanziellen Konsequenzen hin. Archiv

Engin Alparslan hatte eine Nachfrage zum geplanten Neubau des Gymnasiums.

Stefan Fries, Bild 1 von 2

Kämmerin Dagmar Formella wies auf die finanziellen Konsequenzen hin. Archiv

Haan. Um den Neubau des städtischen Gymnasiums Adlerstraße gab es während der Ratssitzung erneut eine ausladende Diskussion. Die Stadtverwaltung hatte den Politikern eine knappe Beschlussvorlage zukommen lassen: „Die Planung und Erstellung der Ausschreibungsunterlagen zur Ertüchtigung eines vierzügigen Gymnasiums soll fortgeführt werden“, hieß es darin.

Exakten Angaben sind wichtig für die Ausschreibung

Eine Entscheidung, die der Rat längst gefällt hatte. Doch die Verwaltung wollte sich rückversichern, ist es doch laut Technischem Dezernenten Engin Alparslan aus Kostensicht ein „enormer Unterschied“, ob das Gymnasium drei- oder vierzügig geplant wird. „Wenn wir in der Ausschreibung sind, kann ich nichts mehr rückgängig machen. Wir wollen Planungssicherheit haben, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagte Alparslan.

Das Anliegen ist nachvollziehbar, denn der Rat und die relevanten Ausschüsse machen sich zurzeit über die Zukunft der Schullandschaft in Haan Gedanken. Aus diesem Anlass ist auch eine Elternbefragung geplant, an deren Ende womöglich der klar formulierte Wunsch nach einer Gesamtschule stehen könnte. Ist sie noch zu realisieren, wenn die Stadt für den Neubau des Gymnasiums fast 26 Millionen Euro investiert?

Diese Frage bewegte insbesondere die SPD. Antwort von Stadtkämmerin Dagmar Formella: „Alle neuen Projekte sind in diesem Haushalt nicht finanziert.“ Werde auch eine Gesamtschule gewünscht, müssten dafür, wie für alle anderen neuen Projekte, Einnahmen erhöht oder Kosten gesenkt werden. Also müssten die Realsteuern angehoben oder auf andere Projekte verzichtet werden.

SPD enthielt sich am Ende bei der Abstimmung

Am Ende stimmte der Rat bei Enthaltung der SPD dem Antrag zu, die Pläne für ein vierzügiges neues Gymnasium voranzutreiben. Noch weitere Projekte brachte der Rat auf den Weg: Mit einer möglichen Übertragung des Hallenbades auf die Stadtwerke Haan wird sich ein Fachausschuss befassen. Die Stadt will zunächst alle Optionen prüfen, nachdem mit RWE ein neuer Anteilseigner mit im Boot sei, sagte Bürgermeister Knut vom Bovert.

Grünes Licht gab der Rat: für Änderungen von Bebauungsplänen, die den Neubau eines Möbelabholzentrums der Firma Ostermann, die Erweiterung des Lidl an der unteren Landstraße sowie den Abriss und Neubau des Aldi an der Landstraße ermöglichen; für den Bebauungsplan „Bahnhofstraße“, mit dem die Ansiedlung von Vergnügungsstätten gesteuert werden soll; für die Erstellung eines Konzeptes zur Sanierung der Grundschule Gruiten für Verhandlungen mit der privaten Kindergruppe Haan sowie der Evangelischen Kirchengemeinde Haan über neue Betriebskostenzuschüsse; für die Erörterung der Finanzierung der Kindertageseinrichtungen mit allen Trägern.

Die Beratung um die Besetzung des Amtes der oder des Behindertenbeauftragten wurde verschoben.

An den Fachausschuss wurde auch der SPD-Antrag zum Bahnhof Gruiten verwiesen. Die Sozialdemokraten wünschen sich, dass die Verwaltung im Vorgriff auf ein mögliches Modernisierungsprogramm bereits Umbaupläne für den Bahnhof entwickelt.

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