Mit einer Börse startet die Evangelische Kirchengemeinde ihr Projekt „Wir sind Haan“ für jung gebliebene Senioren.

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Die Möglichkeiten für gemeinsame Unternehmungen des Seniorennetzwerkes „Wir sind Haan“ sind vielfältig. So hat sich beispielsweise in Hilden unter dem Dach der Arbeiterwohlfahrt eine Theatergruppe gegründet. Archiv

Die Möglichkeiten für gemeinsame Unternehmungen des Seniorennetzwerkes „Wir sind Haan“ sind vielfältig. So hat sich beispielsweise in Hilden unter dem Dach der Arbeiterwohlfahrt eine Theatergruppe gegründet. Archiv

Dirk Thomé

Die Möglichkeiten für gemeinsame Unternehmungen des Seniorennetzwerkes „Wir sind Haan“ sind vielfältig. So hat sich beispielsweise in Hilden unter dem Dach der Arbeiterwohlfahrt eine Theatergruppe gegründet. Archiv

Haan. Alleine alt werden – das will niemand. Doch die Zeiten der Großfamilie, die zu mehreren Generationen zusammen lebt und sich umeinander kümmert, sind größtenteils vorbei. „Ich bin da selbst betroffen“, sagt Kurt-Eugen Melchior.

„Ich war 35 Jahre lang Pfarrer in Vohwinkel und bin nun im Ruhestand“, sagt der 66-Jährige: „Nachdem der Beruf mich jahrelang eingespannt hatte, ist auf einmal ganz viel Zeit für andere Dinge. Fast zu viel. Die Kinder sind erwachsen, eine meiner Töchter ist nach Amerika ausgewandert. Dort besuche ich sie zweimal im Jahr.“ Trotzdem kam für ihn die Frage auf: War das jetzt alles?

„Auch für ausgefallene Dinge wie Brot backen und Bier brauen lassen sich sicher Gleichgesinnte finden.“

Gabriele Gummel, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde

Abhilfe soll ein neues, überkonfessionelles Projekt der evangelischen Kirchengemeinde schaffen: das Seniorennetzwerk „Wir sind Haan“. Das sei „keine Haaner Idee und auch nicht neu“, räumt Pfarrerin und Vorsitzende des Presbyteriums Gabriele Gummel ein: „Aber es ist neu in Haan.“ Mehr als 1000 Haaner im Alter zwischen 58 und 68 haben eine Einladung zur Auftaktveranstaltung bekommen. Die findet am 2. Februar in den Räumen des CVJM statt.

„Das Projekt ist an Menschen gerichtet, die das Arbeitsleben hinter sich haben. Sie sollen sich treffen und etwas für sich und die anderen tun“, erklärt Gummel die Idee hinter dem Netzwerk. „Denn warum sollten sie ihre Zeit allein verbringen, wenn sie auch gemeinsam etwas unternehmen können?“, fragt sie. Das können ein Museumsbesuch, eine Wanderung, eine Theatergruppe oder ein Sprachkurs sein. „Aber auch für ausgefallene Dinge wie Brot backen und Bier brauen lassen sich sicher Gleichgesinnte finden“, sagt Gummel.

Alle Teilnehmer können ihre Wünsche auf einen Zettel schreiben

Wie eine Börse soll das erste Treffen funktionieren: Wünsche werden auf Zettel geschrieben und geordnet. Kurt-Eugen Melchior fungiert als Moderator und sorgt für einen geordneten Ablauf. „Es sollen sich Gruppen zusammenfinden, die ähnliche Interessen haben. Die weitere Organisation ist ihnen selbst überlassen. Die Menschen wissen schon, was sie wollen. Wenn man die anpackt und sagt, mach das selbst, dann geht das“, ist Pfarrerin Gummel überzeugt.

Damit die Kommunikation reibungslos klappt, soll jede Gruppe einen Sprecher haben. Moderator Melchior will zudem die Teilnehmer per E-Mail über die Aktivitäten der anderen auf dem Laufenden halten. „Es sollen offene Gruppen sein, die man je nach Interesse auch wechseln kann“, betont Melchior. Regelmäßige Treffen des gesamten Netzwerkes sind ebenfalls geplant. Um den Zugang für weitere Interessierte zu erleichtern, soll es immer wieder eine zusätzliche Börse geben.

Aus dem Forum für Gleichgesinnte können Freundschaften entstehen

Pfarrerin Gummel: „Auf Dauer können über dieses Forum für gleichgesinnte Menschen vielleicht Freundschaften entstehen, auch mit Blick aufs hohe Alter. Mit vielen habe ich darüber schon gesprochen – sie fanden das ganz wunderbar.“

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