Aktionsgemeinschaft „Wir für Haan“ hat den 19. März und 9. Juli beantragt. Ostermann verzichtet.

Aktionsgemeinschaft „Wir für Haan“ hat den 19. März und 9. Juli beantragt. Ostermann verzichtet.
An den verkaufsoffenen Sonntagen ist erfahrungsgemäß immer viel los in der Haaner City. Archiv

An den verkaufsoffenen Sonntagen ist erfahrungsgemäß immer viel los in der Haaner City. Archiv

Olaf Staschik

An den verkaufsoffenen Sonntagen ist erfahrungsgemäß immer viel los in der Haaner City. Archiv

Haan. In der Gartenstadt werden in diesem Jahr die Geschäfte nur noch an zwei Sonntagen geöffnet sein: zum Brunnenfest am 19. März in der Fußgängerzone Neuer Markt und Dieker Straße sowie am 9. Juli anlässlich von „Haan à la carte“ zusätzlich auch noch in der Friedrichstraße. „Beide Veranstaltungen haben rund 2500 Besucher“, so Vorstand Stefan Wassermann den Antrag der Aktionsgemeinschaft „Wir für Haan“. „Damit übersteigt die Zahl der Besucher nur für die Veranstaltungen die Zahl derer, die durchschnittlich den Einzelhandel zum Einkaufen aufsuchen.“

Ostermann hat in diesem Jahr keinen Antrag gestellt

Das Einrichtungshaus Ostermann hat in diesem Jahr keinen Antrag gestellt. In den Vorjahren hatte das Möbelhaus ein Lichterfest (7. Februar), ein Frühlingsfest (13. März), ein Kartoffelfest (9. Oktober) und ein Familien- und Musikfest (6. November) eigentlich nur deshalb veranstaltet, um sonntags öffnen zu können. Gegen diese weit verbreitete Praktik hatte die Dienstleistungsgewerkschaft verdi erfolgreich vor dem Bundesverwaltungsgericht geklagt. Man poche nur auf die Einhaltung geltenden Rechts, so verdi. „Wir haben alle Kommunen in NRW angeschrieben, gebeten zu prüfen und im Zweifel verkaufsoffene Sonntage nicht zu genehmigen“, erläutert Günther Isemeyer, Sprecher für den verdi-Landesverband: „Man kann nicht Kindergeburtstag feiern und dafür alle Läden öffnen. Das Recht durchzusetzen, ist nicht Aufgabe von Verdi, sondern Sache der Kommunen.“ Die Gewerkschaft wolle den Sonntag schützen – genau wie die Kirchen.

In einem Erlass hatte das Wirtschaftsministeriums NRW (vom 20. Dezember 2015) ausdrücklich darauf hingewiesen: „Einen Anlass zu schaffen, um eine Rechtfertigung für eine Sonntagsöffnung herzustellen, reicht dagegen nicht aus.“

Der Martinsmarkt am 6. November sei auf eben diese Weise entstanden, hatte Wassermann im vergangenen Jahr bereits offen eingeräumt: „Der Markt ist nur geschaffen worden, damit wir die Geschäfte sonntags öffnen können.“ Für seinen Geschmack gebe es in zwischen viel zu viele Einkaufssonntage: „Das ist für die Mitarbeiter blöd und für den Chef auch. Ich persönlich wäre nicht traurig, wenn es weniger Einkaufssonntag gäbe.“

Denn längst nicht mehr alle Sonntagsöffnungen erfüllen auch die Umsatzerwartungen. Deshalb lieber weniger verkaufsoffene Sonntage, dafür dann aber in Verbindung mit wirklich attraktiven Veranstaltungen wie etwa Haan à la carte, so Wassermann: „Ein Super-Event war das. Die Besucher waren in Kauflaune. Dann lohnt sich das auch für den Einzelhandel.“ Verdi habe wegen der beiden beantragten Einkaufssonntage 2017 in Haan zunächst Bedenken gehabt, so Rechtsamtsleiter Michael Rennert. Diese seien durch die umfangreiche Argumentation und Dokumentation der Verwaltung aber ausgeräumt worden. Deshalb spreche nichts dagegen, dass der Stadtrat die beiden Einkaufssonntag am 21. Februar auch genehmigt.

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