Die ersten Grundstücke auf dem Schweitzer-Areal lassen sich nicht wie geplant vermarkten. Eine städtische Gesellschaft soll das Gelände nun kaufen und bebauen.

Analyse
Schon in der Elb hatte die Stadt das Grundstück an ihre Wohnungsbaugesellschaft WGH verkauft. Die WGH errichtete dann die Häuser.

Schon in der Elb hatte die Stadt das Grundstück an ihre Wohnungsbaugesellschaft WGH verkauft. Die WGH errichtete dann die Häuser.

Olaf Staschik

Schon in der Elb hatte die Stadt das Grundstück an ihre Wohnungsbaugesellschaft WGH verkauft. Die WGH errichtete dann die Häuser.

Hilden. So wie gedacht lassen sich die ersten sieben Grundstücke auf dem Gelände der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule nicht vermarkten. Für sieben Reihenhaus-Grundstücke an der Lindenstraße gingen nur fünf Bewerbungen ein. Vier sind inzwischen abgesprungen. Wie geht es weiter? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Warum ist die Nachfrage so gering?

Das Problem ist nicht der Grundstückspreis (400 Euro pro Quadratmeter), es sind die zusätzlichen Bedingungen der Stadt. Vorgeschrieben ist Passivhaus-Standard. Die Erwerber müssen sich zu einer Bauherrengemeinschaft zusammenschließen. Unklar ist auch, wie lange die Notunterkunft für Flüchtlinge in der Schule gebraucht wird.

Werden die Bedingungen geändert?

Die beiden größten Fraktionen im Stadtrat, SPD und CDU, wollen auf jeden Fall an dem beschlossenen Vermarktungskonzept festhalten – auch um nicht politisch das Gesicht zu verlieren. Würde der Beschluss gekippt, finge die Diskussion möglicherweise wieder von vorne an. Sieben Jahre wurde bereits über das Projekt gestritten. Jede Fraktion wollte sich in dem Vorhaben irgendwie wiederfinden. So entstand der Katalog mit den Anforderungen.

Wird jetzt nicht gebaut?

Der Stadtrat hat das Thema in seiner letzten Sitzung vertragt. Doch hinter den Kulissen tüftel die Verwaltung an einer Lösung.

Wie könnte die Lösung aussehen?

Eine städtische Gesellschaft soll die Grundstücke von der Stadt kaufen, bebauen und dann verkaufen. Von der Sache her wäre die städtische Wohnungsbaugesellschaft WGH dafür eigentlich prädestiniert. Auf diese Weise wurde auch schon das Projekt Elb (Häuser für kinderreiche Familien) realisiert. Jetzt hat sich aber herausgestellt, dass dieses Modell gravierende steuerrechtliche Nachteile mit sich bringen würde. Deshalb wird geklärt, ob nicht eine andere städtische Gesellschaft den Bau und die Vermarktung der sieben Reihenhäuser übernehmen kann. Bis zur nächsten Ratssitzung am 16. März wird wohl ein Vorschlag auf dem Tisch liegen.

Was würde das für potenzielle Käufer bedeuten?

Sie haben nichts mit dem Bau zu tun, sondern kaufen ein fertiges Haus mit Grundstück. Nachteil: Es wird teurer, weil die Erwerber quasi zweimal Grunderwerbssteuer zahlen müssen. Das scheint für Erwerber aber nachrangig zu sein, wie die magere Nachfrage zeigt. Häuser werden in Hilden in der Regel von Bauträgern gekauft. Das ist die gängige und bekannte Praxis. In Hilden ist die Nachfrage nach Eigenheimen höher als das Angebot, sind sich die Makler einig.

Wie lange wird die Schweitzer-Schule noch als Notunterkunft gebraucht?

Das kann niemand sicher sagen. Das Land baut eigene Erstaufnahme-Einrichtungen für Flüchtlinge auf. Die Asylsuchenden werden dort registriert und dann auf die Kommunen verteilt. Bei diesem System würde die Schule als Notunterkunft nicht mehr gebraucht – und könnte abgerissen werden. Das ist die Voraussetzung für die geplante Bebauung mit bis zu 125 Wohnungen. Sie soll Stück für Stück realisiert werden in den nächsten vier bis fünf Jahren.

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