17 Realschüler haben sich bis in das Bundesfinale des Solar Cups getüftelt. Solche Projekte gehören zum Profil der Schule.

Nikolas, Daniel, Patrick, Alev, Fabian und Maximilian (v.l.) mit ihrem Solarmobil.
Nikolas, Daniel, Patrick, Alev, Fabian und Maximilian (v.l.) mit ihrem Solarmobil.

Nikolas, Daniel, Patrick, Alev, Fabian und Maximilian (v.l.) mit ihrem Solarmobil.

Stefan Fries

Nikolas, Daniel, Patrick, Alev, Fabian und Maximilian (v.l.) mit ihrem Solarmobil.

Haan. Schnell wie der Wind und betrieben mit Sonnenkraft: Das ist das Solarmobil der Emil-Barth-Realschüler. Zehn Wochen hat der 17-köpfige Technikkurs an dem dreirädrigen Gefährt getüftelt.

Es wurden Räder zurechtgeschnitten, Getriebe gebaut und Chassis entworfen. Nach sechs verschiedenen Versuchsmodellen war es fertig – und erfolgreich. Im Rahmen des bundesweit ausgerichteten Tages der Technik flitzte das Fahrzeug beim Solar Cup in Düsseldorf auf den dritten Platz. Im Herbst vertreten deshalb 17 Schüler die Realschule beim Bundeswettbewerb in Berlin.

Acht Meter in 6,77 Sekunden zurückgelegt

Techniklehrer Mathias Wunderlich hatte seine Schüler zum Solar Cup angemeldet. Aufgabe ist es, ein Fahrzeug so schnell wie möglich auf einer festen Strecke ins Ziel zu bringen. Es darf nur mit Sonnenenergie betrieben werden. Die Haaner schafften es, eine Strecke von acht Metern in 6,77 Sekunden zurückzulegen. Das reichte für Platz drei.

Eine lange Entwicklungsphase war nötig. „Wir mussten Geschwindigkeitsverluste durch die Reibung verringern und haben versucht, das Solarmobil so leicht wie möglich zu machen“, sagt Schüler Nikolas Kristkeitz (16) fachmännisch.

Dass sich nur Jungs für Technik interessieren, ist übrigens ein Vorurteil. Es gibt auch fünf Mädchen im Technikkurs. „Es hängt doch nur vom Interesse eines Menschen ab“, sagt die 16-jährige Alev Sen. Ihr hat an dem Projekt vor allem die Arbeit im Team gefallen. Später kann sie sich vorstellen, als Technische Zeichnerin zu arbeiten. Nikolas möchte ebenfalls im technischen Bereich anfangen und Maschinenbauingenieur werden.

Für das Bundesfinale wird ein neues Fahrzeug entwickelt

Die Schulleitung der Realschule fördert die naturwissenschaftlich-technische Bildung. Der Technikkurs ist ab der siebten Klasse ein Wahlpflichtfach. Dadurch sollen Praxisbezug und Spezialisierung gefördert werden.

Mathias Wunderlich ist Diplomlehrer für Polytechnik und seit zwei Jahren für den Technikkurs verantwortlich. Sein Ziel ist es, Grundlagen zu legen. „Armes Deutschland, wenn Leute heutzutage nicht mal einen Videorekorder bedienen können“, sagte er im Rahmen der Zertifikatsverleihung.

Der Veranstalter des Bundeswettbewerbs „Lichtblitz“ in Berlin ist der Verband der Elektrotechnik. Für den ersten Platz gibt es ein Preisgeld von 200 Euro. Weitere Infos gibt es im Internet: www.solarmobil-deutschland.de

Solche Zukunftswünsche sind ganz im Sinne der Schulleitung. An der Emil-Barth-Realschule werde seit langer Zeit Wert auf eine praxisbezogene Technikausbildung gelegt, sagt Schulleiter Reinold Mertens. „Durch Herrn Wunderlich bekommt der Kurs eine neue Qualität“, lobt Mertens.

Neu sei es, dass die Schule über die Teilnahme an Wettbewerben ihr Profil erweitern möchte. Aber auch für die Schüler ist es wichtig, beim Berufseinstieg praktische Erfahrungen vorweisen zu können. Mertens überreichte den Schülern deshalb am Dienstag ein Zertifikat, dass sie ihrer Bewerbung beilegen können.

Nach dem dritten Platz in Düsseldorf können die Schüler nun die Reise zum Bundeswettbewerb in Berlin antreten. Zwar sind nur drei Teilnehmer und ein Betreuer zugelassen, Mathias Wunderlich versucht aber, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um alle Schüler seines Kurses nach Berlin zu bringen.

Dafür werden noch Sponsoren gesucht. Die Schüler sollen insgesamt vier Tage in der Hauptstadt verbringen und dabei unter anderem den Bundestag, das Technikmuseum und eine Messe besuchen.

Bis zum Solarmobilrennen gibt es allerdings noch einiges zu tun. „Es gelten andere Teilnahmebedingungen. Die Solarfläche wird größer, den Motor können wir frei auswählen. Wir entwickeln praktisch ein ganz neues Fahrzeug“, sagt Nikolas Kristkeitz.

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