Seit zehn Jahren wird in der Mensa der Waldorfschule gekocht – vegetarisch.

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Benni (12) und Lena (13) haben in dieser Woche Küchendienst und helfen Köchin Ute Macke-Schadek in der Mensa der Freien Waldorfschule.

Benni (12) und Lena (13) haben in dieser Woche Küchendienst und helfen Köchin Ute Macke-Schadek in der Mensa der Freien Waldorfschule.

Stefan Fries

Benni (12) und Lena (13) haben in dieser Woche Küchendienst und helfen Köchin Ute Macke-Schadek in der Mensa der Freien Waldorfschule.

Gruiten. Die Spätzle haben einen ganz zarten Biss. Genau auf den Punkt gegart, mit Käse überbacken, dazu Röstzwiebeln. Das deftige Gericht ist ein Genuss, und zurecht einer der Renner in der Mensa der Waldorfschule in Gruiten.

Seit zehn Jahren wird dort jeden Tag ein Mittagessen gekocht, aus frischen Zutaten und so oft es geht mit Bio-Produkten. Der über das Schulgelände ziehende Duft aus der Küche lade hungrige Schüler und Lehrer ein, findet Köchin Carmen Haußmann.

Schlichte Gerichte wie Tortellini oder Tomatensuppe bilden das Gerüst des Speiseplans, dazu exotischer klingendes wie Kokos-Curry-Gemüse mit Basmati-Reis. „Es ist wie Kochen zu Hause, nur mehr“, sagt Haußmann. Die Tomatensoße für Nudeln sei aber aufwändiger, als es sich anhört: „Die kocht drei Stunden, mit ganz viel Gemüse. Da ist richtig was drin“, sagt Ute Macke-Schadek, die zweite Köchin im Team. Der Renner sei freilich Pizza: „Davon werden wir locker 150 los“, sagt Macke-Schadek.

Jeweils zwei Schüler helfen eine Woche lang beim Küchendienst

Hilfe beim Küchendienst leisten die Kinder der siebten Klasse. Jeweils zwei Schüler helfen eine Woche lang in der Küche – an der Schule heißt das „Praktikum“. „Das ‘verschleierte Bauernmädchen’ habe ich gemacht“, sagt Praktikantin Lena. Für das Dessert brauchte sie Apfelkompott und Zimt, Nüsse und zerkrümelte Kekse. Alles kommt in Schichten mit Quark und Joghurt in ein Glas. Eine knifflige Aufgabe. „Die letzten zehn sahen ganz gut aus“, sagt Lena stolz.

Der Speiseplan ist vegetarisch – seit die Mensa vor zehn Jahren eröffnet wurde: „Wir könnten nicht die Qualität halten, wenn wir Fleisch anbieten würden. Das wäre zu teuer“, sagt Macke-Schadek. Wert legen die Köchinnen dabei auf regionale Zutaten, möglichst aus Bio-Produktion. „Die 80 Eier für die Kässpätzle habe ich heute Morgen beim Bauern geholt“, sagt sie.

Schulköchin geworden ist Haußmann, weil sie ein Kind an der Schule hatte: „Ich war mal selbstständig in der Gastronomie“, sagt die Sozialpädagogin mit Hauswirtschaftsausbildung. Mit 20 Mittagessen fing der Betrieb in einer selbst eingerichteten Küche an. 2007 bekam das Team eine neue Profi-Küche.

Regelmäßig bildet sich das Küchenteam fort, das nächste Mal im März. Dann vertreten Freiwillige die Köchinnen. Ein volles Programm erwartet die Helferinnen. Um 9 Uhr beginnen die Vorbereitungen. Bis 12 Uhr müssen Hauptgerichte, Salate und Desserts fertig sein – dann öffnet die Essensausgabe. „Wir würden gern eine Frühstückspause anbieten“, sagt Macke-Schadek. Das muss aber noch warten. Die Schule müsste dafür weiteres Personal einstellen.

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