Die größte Überraschung für die Besucher und Künstler in der Innenstadt war gestern ein Veranstaltungstag ganz ohne Regen.

Stefan Seyer war erstmals als Aussteller beim Künstlermarkt dabei.
Stefan Seyer war erstmals als Aussteller beim Künstlermarkt dabei.

Stefan Seyer war erstmals als Aussteller beim Künstlermarkt dabei.

Marcy Schätzler kommt regelmäßig zum Kaufen auf den Markt, da sie geliehene Bücher nicht mag.

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Stefan Seyer war erstmals als Aussteller beim Künstlermarkt dabei.

Hilden. Konzentriert malt Stefan Seyer auf seiner Staffelei ein Bild. Dass um ihn herum Leute Einkäufe erledigen und herumlaufen, stört den nebenberuflichen Künstler aus Solingen überhaupt nicht: „Ich bin gebürtiger Hildener und male in meiner Freizeit viel mit Acryl, Aquarell und Bleistift. Hauptsächlich male ich Menschen und nutze gerne die Technik der Licht- und Schattenmalerei.“ Seyer hat am vergangenen Wochenende seine Werke beim 15. Hildener Künstlermarkt ausgestellt und auch zum Kauf angeboten. Über einen Aushang ist er darauf aufmerksam geworden: „Ich nehme jetzt zum ersten Mal daran teil, und es ist für mich eine Art Anerkennung. Bisher habe ich Bestätigung von anderen Leuten bekommen“, erzählt Seyer, „aber hier dabei zu sein, ist schon noch etwas Anderes.“

Die Veranstaltungen sprechen eine ähnliche Zielgruppe an

Rund 100 Künstler haben ihre Werke am Samstag und Sonntag in weißen Zelten auf der Mittelstraße präsentiert. Parallel dazu hatten Besucher die Möglichkeit, auf dem Büchermarkt an der Heiligenstraße, am Adlerhof und am Warringtonplatz nach Büchern zu stöbern: „Beide Veranstaltungen sprechen eine ähnliche Zielgruppe an, und am Samstag profitieren auch die Einzelhändler davon“, erklärt Anton Sawadski vom veranstaltenden Hildener Stadtmarketing. „Die Leute kommen samstags vom Shoppen zum Künstlermarkt und fassen womöglich ein Bild ins Auge, das sie dann nach einer Nacht Schlaf am Sonntag kaufen.“ Gerade am Sonntag sei oftmals kunstinteressiertes Publikum unterwegs, das auch bereit dazu sei, mehrere tausend Euro für ein Kunstwerk auszugeben.

Eine Jury hat beim Künstlermarkt jedes Zelt aufmerksam begutachtet und die drei besten Künstler gekürt (siehe Info-Box): „Die Ausgewählten bekommen dann im nächsten Jahr einen kostenlosen Standplatz. Viel Wert legt die Jury in ihrer Bewertung auf das Niveau und auf das Gesamtkonzept des Künstlers“, erzählt Sawadski.

Problematisch war in den vergangenen sechs Jahren immer das Wetter bei dem Künstlermarkt: „Wir hatten immer schlechtes Wetter und deshalb war es gar nicht so einfach, Künstler zu finden“, so Sawadski. Mit den Besucherzahlen sind die Veranstalter zufrieden. „Ich kann mich nicht beklagen, denn es ist gut besucht.“

E-Book-Reader sind lediglich für den Urlaub nützlich

Die Besucherin Mary Schätzler war mit ihrer Tochter Marcy beim Büchermarkt. „Wir sind regelmäßig hier und nutzen immer die Gelegenheit, günstige Bücher zu finden. Wenn man Bücher einmal liest, dann sind sie noch lange nicht verschlissen und sie kosten hier viel weniger als im Bücherladen.“ Sie liest gerne historische Romane, aber ihre Tochter konnte sie auch für Fantasybücher begeistern. Zwar haben die beiden einen E-Book-Reader, aber Bücher über das Internet würden sie nicht bestellen: „Die E-Book-Reader sind ganz nützlich wenn man in den Urlaub fährt, dann muss man nicht viel schleppen. Aber wir gehen immer zu unserem Stammbuchladen, und da kennt uns auch die Bücherhändlerin ganz gut, die sich teilweise an die von uns gekauften Bücher erinnert“, erzählt Marcy Schätzler. Ausgeliehene Bücher mag Marcy Schätzler nicht: „Wenn ich etwas gelesen habe, dann möchte ich das Buch auch in mein Regal stellen.“

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