Die GAL schlägt eine umweltfreundliche Siedlung an der Dieker Straße vor.

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Das alte Schulgebäude an der Dieker Straße soll erhalten werden. Das fordert die GAL. Außerdem schlagen die Grünen vor, auf dem rückwärtigen Gelände eine Klimaschutzsiedlung entstehen zu lassen.

Das alte Schulgebäude an der Dieker Straße soll erhalten werden. Das fordert die GAL. Außerdem schlagen die Grünen vor, auf dem rückwärtigen Gelände eine Klimaschutzsiedlung entstehen zu lassen.

Stefan Fries

Das alte Schulgebäude an der Dieker Straße soll erhalten werden. Das fordert die GAL. Außerdem schlagen die Grünen vor, auf dem rückwärtigen Gelände eine Klimaschutzsiedlung entstehen zu lassen.

Haan. Das Grundstück an der Ecke Dieker-/Feldstraße ist ein Filetstück. Zentral gelegen dürfte es der Stadt nicht schwer fallen, die Fläche zu verkaufen – sobald der Neubau nebenan von der Grundschule Mittelhaan und der Musikschule bezogen ist. Die Grün-Alternative-Liste (GAL) fordert jetzt, das frei werdende Grundstück ausschließlich für Geschosswohnungsbau zu vermarkten, der die Anforderungen des Projekts „100 Klimaschutzsiedlungen in Nordrhein-Westfalen“ (siehe Infokasten) erfüllt. Dort werden CO2-Emissionen durch die Kombination von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien deutlich reduziert.

Die Stadt steht mit ihrem Programm in der Pflicht

Vertreter der GAL haben in den vergangenen Monaten immer wieder an das vom Stadtrat verabschiedete „Zehn-Punkte-Klimaschutzprogramm für Haan“ erinnert: Energie sparen, effizient nutzen und umweltfreundlich produzieren. Aus ihrer Sicht wurde der Beschluss von der Verwaltung wenig umgesetzt und beachtet.

„Dabei gibt das Programm klare Zielvorgaben für einen kommunalen Klimaschutz vor“, sagt Andreas Rehm (GAL). Zum Beispiel Punkt neun. Der schreibt vor, dass die Stadt in Kaufverträgen für kommunale Grundstücke einen erhöhten Wärmeschutz und eine emissionsarme Wärmeversorgung als Anforderung an die Neubauten vereinbart.

Wäre es nach der GAL gegangen, hätte der Stadtrat in seiner vergangenen Sitzung einen Grundsatzbeschluss für die Bebauung des Grundstücks gefasst und damit der Verwaltung klare Hinweise für das weitere Vorgehen beim Verkauf der Fläche gegeben. „Wir wollen einen Meilenstein setzen“, sagt Rehm.

Dazu gehören auch der Erhalt der das Stadtbild prägenden Kastanien an der Dieker Straße, zu denen neue Gebäude einen Mindestabstand von 15 Metern halten sollen, sowie die weitere Nutzung des alten Schulgebäudes.

„Klimaschutzsiedlung schmückt eine Stadt“

Vor gut einem Jahr hat die Landesregierung die Kommunen, Architekten, Wohnungswirtschaft und Investoren aufgefordert, sich am Projekt „100 Klimaschutzsiedlungen in Nordrhein-Westfalen“ zu beteiligen. Dadurch sollen die CO2-Emissionen in Wohnsiedlungen konsequent reduziert werden. Dabei können alle Technologien eingesetzt werden, die zur CO2-Einsparung geeignet sind. Planer und Investoren können dadurch unter vielen Gebäudestandards und Versorgungsvarianten auswählen.

Aktuell sind 16 konkrete Projekte im Bau oder in der Planung – unter anderem in Gelsenkirchen, Münster und Hürth bei Köln.

Die Mehrheit des Stadtrates hat den Antrag der GAL in die nächste Sitzung des Planungsausschusses am 8. März vertagt. Dazu sollen auch ein Vertreter der Energieagentur NRW und der verantwortliche Architekt für die Klimaschutzsiedlung in Gelsenkirchen eingeladen werden.

„Vielleicht findet sich ein Investor, der das Gebäude so saniert, dass eine weitere Nutzung und somit der Erhalt möglich ist“, sagt Rehm. Findet sich kein Partner, müsse die Stadt das akzeptieren. „Mit so einer Klimaschutzsiedlung kann sich die Stadt schmücken, und sie bietet die Möglichkeit, auf ein vorhandenes Programm aufzuspringen“, wirbt Rehm um Zustimmung bei den anderen Fraktionen.

Doch die kam vor allem von Seiten der CDU und der FDP nur sehr zögerlich. Sie wollten das Thema lieber im Fachausschuss diskutieren und sich mit der Idee, das Schulgebäude zu erhalten, so gar nicht anfreunden.

Die SPD hingegen begrüßte den GAL-Antrag. Besonders bei Jörg Dürr stieß der Vorschlag auf Gegenliebe. „Der Antrag hat einen besonderen Charme“, sagte er und erinnerte an die „Daseinsvorsorge der Stadt für die Volkshochschule“. Denn während die Musikschule im Neubau der Grundschule unterkommen wird, hat die VHS noch keine neue Heimat im Stadtgebiet gefunden.

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