Die Agnu stellt ihre Informationen künftig elektronisch zur Verfügung.

Haan
Frank Wolfermann war fast von Beginn an Redaktionsleiter des „Kiebitz“-Heftes.

Frank Wolfermann war fast von Beginn an Redaktionsleiter des „Kiebitz“-Heftes.

Olaf Staschik

Frank Wolfermann war fast von Beginn an Redaktionsleiter des „Kiebitz“-Heftes.

Am Anfang war es noch der „Rundbrief“ der BUND/RBN-Ortsgruppe Haan. Sechs Seiten, auf Schreibmaschine getippt. Es ging um Vogelschutz, Feuchtgebiete und Wiederverwertung. Das waren die Themen der 1980er Jahre – und sie sind es bis heute geblieben.

Natürlich nicht nur, denn die Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt (Agnu) hat über 30 Jahre hinweg publizistisch beinahe alles abgearbeitet, was in Sachen Naturschutz von Bedeutung ist und war. Nach mittlerweile 100 Ausgaben ist nun Schluss mit dem „Kiebitz“. Grund genug, noch einmal zurückzuschauen. „Den Namen hatte damals jemand vorgeschlagen. Wir haben ihn dann schon für die zweite Rundbrief-Ausgabe genutzt“, erinnert sich Frank Wolfermann an die Anfänge. Der neugierige gefiederte Namensgeber: Er passte einfach gut ins Konzept der „Blattmacher“.

Gestapelt sind alle Heftchen zusammen 55 Meter hoch

Geschätzte 560 000 Blätter wurden seither bedruckt. Alle Kiebitz-Hefte aufeinander gestapelt würden einen 55 Meter hohen Turm ergeben, längs aneinander gelegt könnte man zwölf Kilometer damit legen.

Viel Wesentlicher dürfte allerdings das sein, was über drei Jahrzehnte hinweg in den hundert Ausgaben zu lesen war. Ökologische Geldanlagen, Windkraft, Kohlendioxid: Oft waren es die großen Themen, die diskutiert wurden. Auch lokal gab es immer wieder reichlich Diskussionsstoff. Hinzu kamen unzählige Portraits von Protagonisten aus Flora und Fauna.

Und dann waren da noch Aufreger wie beispielsweise die Übernahme des städtischen Stromnetzes. Die Agnu widmete dem Thema in den 1990er Jahren ein Sonderheft. „Wir haben damals schon vorgeschlagen, dass es die Stadt machen soll. Dazu gekommen ist es erst vor ein paar Jahren, als es längst nicht mehr so lukrativ war“, sagt Wolfermann.

Er selbst war beinahe von Anfang an „Kiebitz-Redaktionsleiter“. Zehn Jahre lang hat er einen Nachfolger gesucht, machen wollte den Job niemand. Als schließlich die 100. Ausgabe ins Haus stand, reifte die Entscheidung, endgültig einen Schlussstrich zu ziehen. Leicht gefallen ist sie ihm nicht. Zumal er selbst immer noch gern bedrucktes Papier in den Händen hält, statt am Computer zu lesen.

Aber es gab eben offenbar auch viele Gründe, das Ganze in Zukunft auf andere Füße zu stellen. „Ich sehe kaum ein Thema, über das wir nicht schon geschrieben haben. Außerdem fühle ich mich etwas amtsmüde“, gesteht Wolfermann.   Hinzu komme auch, dass elektronische Medien einfach schneller seien. Und genau darauf wolle man in Zukunft verstärkt setzen. Denn weitergehen soll es auf jeden Fall – vermutlich in einigen Wochen mit dem ersten digitalen Rundbrief. „Dafür kann man sich auf unserer Homepage anmelden“, wirbt Wolfermann um neue Leser.

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