Prominenter Besuch in Haan: Das Kirchenoberhaupt hat sich angesagt. Es reist mit Papamobil und 18 Kardinälen zum Kamellewerfen an.

Karneval
Letzte Vorbereitungen am Papamobil: Papst Leon Lamprecht (18) wird das Gefährt am Sonntag höchstpersönlich durch den „Vatihaan“ steuern und sich bejubeln lassen.

Letzte Vorbereitungen am Papamobil: Papst Leon Lamprecht (18) wird das Gefährt am Sonntag höchstpersönlich durch den „Vatihaan“ steuern und sich bejubeln lassen.

Stefan Fries

Letzte Vorbereitungen am Papamobil: Papst Leon Lamprecht (18) wird das Gefährt am Sonntag höchstpersönlich durch den „Vatihaan“ steuern und sich bejubeln lassen.

Haan. Die Besucher des Karnevalszuges am Sonntag (Start: 14.11 Uhr) können sich auf prominenten Besuch freuen. Der Papst kommt in seinem Papamobil mitsamt Gefolge in den „Vatihaan“ und wird sich bescheiden einreihen in all die anderen Jecken und Kamellewerfer. Leon Lamprecht (18) heißt das geistliche Oberhaupt mit bürgerlichem Namen, er wurde in einem hochoffiziellen und streng geheimen Konklave gewählt. Dieses fand in seinem Gartenhaus statt, relativ schnell stieg seinerzeit der weiße Rauch als Zeichen der getroffenen Entscheidung empor.

„Wir wollten das Projekt aus dem vergangenen Jahr auf jeden Fall überbieten.“

Florian Erbach, Schüler und Kardinal

Gemeinsam mit 18 Kardinälen wird er nun am Sonntag durch die Straßen ziehen und stolz das komplett in Eigenregie erbaute Fahrzeug präsentieren. „Wir freuen uns schon sehr darauf, es wird bestimmt ein eindrucksvolles Bild abgeben, wenn wir alle zusammen in unseren roten Gewändern die Straße entlang gehen“, sagt Alexander Höhn (18), einer der Kardinäle.

Einzig der Papst wird sich farblich natürlich absetzen und in einer weißen Robe auflaufen. Lamprecht und Höhn sind mit Florian Erbach (18) die Initiatoren des Projekts, sie gehen alle auf das städtische Gymnasium und waren schon im letzten Jahr beim Karnevalszug vertreten. „Damals war alles noch eine Nummer kleiner, wir hatten zu siebt ein Segelschiff gebaut und gingen gemeinsam als Matrosen“, sagt Erbach.

Dieses Mal sind es schon insgesamt 19 Teilnehmer, größtenteils Jungs aus der 13. Jahrgangsstufe, aber auch weitere Freunde und Bekannte haben sich in diesem Jahr angeschlossen. Lamprecht: „Dass wir wieder etwas machen möchten, war schon seit dem Auftritt im vergangenen Jahr klar. Lange Zeit wussten wir nur nicht genau, was wir konkret umsetzen sollen.“

Die sprichwörtliche Erleuchtung kam dann auf der Abschlussfahrt im vergangenen Jahr in Rom, als unter anderem ein Besuch des Vatikans auf der Agenda stand. „Wir wollten das Projekt aus dem vergangenen Jahr auf jeden Fall überbieten und haben uns daher dieses umfangreiche Programm ausgedacht, etwa mit dem Konklave und der einheitlichen Verkleidung“, sagt Florian Erbach.

Im Papamobil stecken 250 Euro und mehr als 200 Stunden Arbeit

Die genaue Umsetzung des Projekts hielten die Jungs lange Zeit geheim. Erst am Donnerstag enthüllten sie ihr Papamobil in der Schule. Um 7.45 Uhr fuhren sie mit Megafon und Partymusik auf den Schulhof und lüfteten das große Geheimnis.

Am Sonntag sind sie ab 14.11 Uhr dann beim großen Karnevalszug dabei, der seinen Anfang am Neuen Markt nimmt.

Das diesjährige Schmuckstück ist das Papamobil, dessen Bau den Jungs 200 Arbeitsstunden und ein Budget von knapp 250 Euro abverlangte. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ein handelsüblicher Einkaufswagen wurde rundum mit Pappmaché verkleidet und mit einer umfangreichen Leucht-elektronik versehen, die durch eine Motorrad-Batterie betrieben wird. Bei Lehrern und Schülern fand die Idee von Beginn an großen Anklang, viele haben sich dem Motto angeschlossen und werden sich etwa als Nonnen oder Mönche verkleiden. „Das verdeutlicht den Zusammenhalt der Stufe und freut uns natürlich sehr“, sagt Alexander Höhn.

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