Die Besitzer von luftgekühlten VW-Modellen trafen sich am Sonntag auf dem Gelände des Autohauses Altmann. Das älteste Fahrzeug war von 1949.

Premiere
Alte Schätzchen in Reihe: Die Liebhaber von VW-Käfern parkten ihre Fahrzeuge am Sonntag in Haan. Mehr als 80 Modelle konnten bewundert werden.

Alte Schätzchen in Reihe: Die Liebhaber von VW-Käfern parkten ihre Fahrzeuge am Sonntag in Haan. Mehr als 80 Modelle konnten bewundert werden.

Simone Bahrmann

Alte Schätzchen in Reihe: Die Liebhaber von VW-Käfern parkten ihre Fahrzeuge am Sonntag in Haan. Mehr als 80 Modelle konnten bewundert werden.

Haan. Es ist Sonntagmorgen, auf dem Parkplatz rund um das Autohaus Altmann. Ungefähr 30 VW-Modelle unterschiedlicher Baujahre sind versammelt. Die Besitzer tauschen sich über ihr Hobby aus. Währenddessen rollen unaufhörlich weitere historische Fahrzeuge auf den Platz, eines schöner als das andere. Nach einer Stunde sind es 80 Fahrzeuge, und es werden immer mehr. Sie alle verbindet die Motorisierung: Der luftgekühlte Boxermotor von VW.

„Es ist ein ganz anderes Fahren als mit einem neuen Wagen“

Markus Niegel hat zum ersten Luftboxer-Treffen eingeladen. Er selbst ist stolzer Besitzer eines VW-Käfers, Baujahr 1957 – noch in Originallackierung. „Das älteste Fahrzeug hier auf dem Platz ist ein VW-Hebmüller Baujahr 1949“, sagt er. Über die große Resonanz der Luftboxer-Freunde freut er sich sehr.

Auch Anke und Reinhard Hopp sind der Einladung gefolgt. Die beiden sind erst seit Mai dieses Jahres stolze Besitzer eines VW-Käfers, Modell Ovali, Baujahr 1962, also quasi noch Boxer-Anfänger, aber bereits mit Begeisterung dabei. „Wir suchen Gleichgesinnte, mit denen wir uns austauschen können“, sagt Anke Hopp. Ihr Mann hat ganz pragmatisch diejenigen Einzelteile, die von der Restaurierung des roten Käfers übriggeblieben sind, zum Verkauf mitgebracht. So komme man am besten ins Gespräch. „Es ist ein ganz anderes Fahren, als mit einem neuen Wagen“, schwärmt er. Dennoch nichts für Geschwindigkeitsfanatiker. „Schneller als 110 km/h fahre ich nicht“, räumt Hopp ein. Nicht etwa, weil der Motor das nicht hergeben würde, sondern weil die Geräuschentwicklung zu hoch werde.

Regen schadet nicht der Karosserie, macht aber das Innere modrig

Peter Scholz dagegen, beim Treffen mit seinem FT Bonito, den er vor 36 Jahren aufgebaut hat, ist eher an Geschwindigkeit und sportlichem Design interessiert. Deshalb hat er auf das Käferfahrwerk einen Karosseriebausatz aufgeschraubt und unter der Haube einen Porsche-Motor installiert. „200 km/h fährt der Wagen, und es ist einer von ungefähr noch 100 zugelassenen Modellen dieser Art in Deutschland, also eine echte Rarität“, sagt er.

Als es zu regnen beginnt, schauen alle Fahrer besorgt zum Himmel. „Mein Wagen hat seit 2009 keinen Regen mehr gesehen“, scherzt Ronald Genßler vom Club Pendelachse aus Düsseldorf. Klaus Warnebier vom selben Club dagegen hat mit seinem grünen Bulli bereits weite Reisen hinter sich und sieht das mit dem Regen gelassen. Die Cabrio-Fahrer schließen das Verdeck. „Für die Karosserie ist der Regen nicht so schlimm, aber die Feuchtigkeit im Fahrzeug macht das Innere modrig, das ist nicht so wie bei neuen Autos“, erläutert Peter Scholz.

Der luftgekühlte VW Boxer-Motor wurde 1930 für den Käfer entwickelt. Weltweit ist es der meistgebaute luftgekühlte Vierzylinder. Bis in die 1970er-Jahre wurde er in vielen Varianten und Modellen verwendet. Mit dem letzten Käfer, der 2003 in Mexiko vom Band lief, endete die Erfolgsgeschichte dieses Motortyps. In Trikes wird er weiterhin verwendet.

Birgit Niegel, Besitzerin des Altmann Autohauses und Ehefrau von Markus Niegel, half bei der Organisation des Treffens mit. Dass die hier vorherrschende Marke nicht „Opel“ heißt, sah sie gelassen und mit Humor: „Ist doch toll, wenn die Frauen und Männer hier so viel Spaß haben. Es ist schön, ihnen einen Platz für ihr Hobby bieten zu können kann.“

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