Johnson Controls hat Probebohrungen durchgeführt – und ist auf Gift gestoßen.

Umwelt
Noch ist von der Amada-Europazentrale aus nur unbebautes Land zu sehen. Im Oktober 2012 will Johnson Controls dort mit dem ersten Bauabschnitt beginnen. Allerdings wurden jetzt Arsen-Funde gemacht.

Noch ist von der Amada-Europazentrale aus nur unbebautes Land zu sehen. Im Oktober 2012 will Johnson Controls dort mit dem ersten Bauabschnitt beginnen. Allerdings wurden jetzt Arsen-Funde gemacht.

Stefan Fries

Noch ist von der Amada-Europazentrale aus nur unbebautes Land zu sehen. Im Oktober 2012 will Johnson Controls dort mit dem ersten Bauabschnitt beginnen. Allerdings wurden jetzt Arsen-Funde gemacht.

Gruiten. Nein, die Verträge mit dem Automobilzulieferer Johnson Controls sind noch nicht unterschrieben. „Und das werden sie auch nicht, so lange nicht von allen Seiten grünes Licht gegeben wird“, hat Bürgermeister Knut vom Bovert am Donnerstag im Gespräch nach der Ratssitzung gesagt. „Ob die Verhandlungen noch drei oder sechs Monate dauern, kann ich nicht sagen.“

„„Die sind tiefer gegangen als damals die Gutachter vom Kreis Mettmann.“

Knut vom Bovert zu den Probebohrungen von Johnson Controls

Fakt ist: Johnson Controls will nach wie vor kommen. „Und wir bemühen uns auf allen Ebenen, das zu ermöglichen“, versicherte vom Bovert. Dass man dabei immer wieder kleine Rückschläge – wie den Nachweis von Arsen im Boden – hinnehmen muss, verheimlicht er nicht. „Für uns war das stets Ackerboden“, sagte er.

Johnson Controls habe Probebohrungen auf deren möglicherweise künftigem Eigentum durchgeführt und sei dabei laut vom Bovert in fünf Metern Tiefe punktuell auf Arsen gestoßen. „Die sind tiefer gegangen als damals die Gutachter vom Kreis Mettmann“, so vom Bovert.

Gefunden wurde das Arsen auf einer Aufschüttungsfläche. Wie das Gift dorthin gekommen ist, steht noch nicht fest. Vom Bovert: „Zuerst wurde angenommen, es könnte natürlichen Ursprung sein.“ Inzwischen werde vermutet, es sei über Ablagerungen in den Boden gekommen.

Auf der anderen Straßenseite habe um 1870 eine Giftfabrik gestanden. „Aber das wusste selbst unsere Stadtarchivarin nicht“, sagte vom Bovert. Jetzt würden um die Fundstellen weitere Proben gezogen. „Wenn die Arsenbelastung tatsächlich nur punktuell ist, dann lässt sich das entsorgen“, so vom Bovert.

Die Verkehrssituation ist ebenfalls nicht unproblematisch

Zweiter Bauabschnitt Die geplante Ansiedlung von Johnson Controls erfordert von Seiten der Stadt Investitionen in Höhe von 7,445 Millionen Euro, verteilt auf die Jahre 2011 bis 2015. Laut Kämmerin gehören dazu der Ankauf von Grundstücken (4,829 Millionen Euro), die Entwässerung (578 000 Euro), der Straßenbau (920 000 Euro), die Begrünung (618 000 Euro) und der Umbau der Kreuzung Polnische Mütze zum Kreisverkehr (500 000 Euro).

Demgegenüber stehen Einzahlungen von 12,011 Millionen Euro, unter anderem durch den erhofften Grundstücksverkauf an den Automobilzulieferer. Der finanzielle Überschuss läge dann bei 2,9 Millionen Euro.

Zu den „verschiedensten Problematiken, die noch geklärt werden müssen“, gehört auch die Verkehrssituation. „Der Lkw-Verkehr hat sich seit 1990 verdoppelt“, sagte vom Bovert.

Der Landesbetrieb Straßen NRW wisse um die Gesamtsituation – die Kreuzung Polnische Mütze, die heute schon überlastet ist, und die schmale Eisenbahnbrücke in Richtung Hochdahl. „Wir hatten ein Treffen im Verkehrsministerium“, so vom Bovert. Er erwarte täglich eine Erklärung, der das Ganze auf Grün stelle. Auch aus dem Umweltministerium würde grünes Licht für das Vorhaben kommen.

Und während die Verhandlungen für den Verkauf des zweiten Bauabschnitts laufen, stehen die Chancen für die Veräußerung einer weiteren Fläche im ersten Bauabschnitt oberhalb des Neubaus der Firma Retsch ebenfalls gut. „Wir holen uns im Wirtschaftsförderungs- und Liegenschaftsausschuss am 15. März das Okay, um über 25 000 Quadratmeter verhandeln zu dürfen“, sagte vom Bovert – und wollte nicht viel mehr verraten.

Nur: „Man munkelt, das Unternehmen sei aus einer fremden Stadt.“ Und: Der Interessent produziere am Standort, verursache keinen Lärm und würde eine Lärmschutzwand hin zur Bebauung an der Millrather Straße bauen.

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