Noch kann Haans größter Sportverein nicht sorglos in die Zukunft schauen. Steigende Kosten und weniger junge Mitglieder bereiten Probleme.

Vereinsleben
HTV-Vorsitzender Holger Weiss stimmte seine Gäste beim Neujahrsempfang des Vereins auf die kommenden Monate ein und bezeichnete 2010 als „recht erfreuliches Jahr“.

HTV-Vorsitzender Holger Weiss stimmte seine Gäste beim Neujahrsempfang des Vereins auf die kommenden Monate ein und bezeichnete 2010 als „recht erfreuliches Jahr“.

Stefan Fries

HTV-Vorsitzender Holger Weiss stimmte seine Gäste beim Neujahrsempfang des Vereins auf die kommenden Monate ein und bezeichnete 2010 als „recht erfreuliches Jahr“.

Haan. Personelle und finanzielle Probleme haben den Haaner Turnverein (HTV) in den vergangenen Jahren immer wieder beschäftigt und vor neue Herausforderungen gestellt. Im vergangenen Jahr ging es schließlich etwas bergauf: „Es war für uns ein recht erfreuliches Jahr“, sagte Vorsitzender Holger Weiss am Sonntag beim Neujahrsempfang des Vereins in seiner Gaststätte an der Turnstraße.

Drei neue Kollegen stehen Weiss seit dem Frühjahr im Vorstand zur Seite: Ulrich Egger, Wilfried Selle und Rudolf Hens. Mit Claudia Bader als sportliche Leiterin hat der HTV eine Verstärkung erhalten, die nicht mehr wegzudenken sei, während Anja Havenstein die Geschäftsstelle übernahm. Ebenso wurde ein neuer Jugendvorstand aufgestellt.

Der Verein konnte kurz vor Weihnachten erste Rücklagen bilden

„Heute kann ich sagen, das beste Team für die künftige Vereinsführung an Bord zu haben“, sagte Weiss. Aber auch in finanzieller Hinsicht berichtete er von Lichtblicken: Von der Kultur- und Sozialstiftung der Stadt-Sparkasse Haan erhielt der HTV 40 000 Euro für die erfolgte Dachsanierung der Sporthalle. Ebenso bringe ein Mitgliederzuwachs die weitere finanzielle Entlastung für den Verein. Kurz vor Weihnachten konnte laut Weiss sogar damit begonnen werden, wieder Rücklagen zu schaffen. „Wir sind uns jedoch im Vorstand einig, dass sie derzeit noch kein ausreichendes Polster bieten, um sorglos in die Zukunft zu blicken“, sagte Weiss.

Nicht nur die in Zukunft deutlich steigenden Energiekosten, sondern auch unvorhersehbare Ausgaben werden im nächsten Jahr für eine weitere Beitragserhöhung sorgen, kündigte der Vorsitzende an. „Zum Beispiel ist in der vergangenen Woche unsere Heizungsanlage ausgefallen“, sagte er. „Glücklicherweise war nur das Steuergerät kaputt, das kostete 500 Euro.“

Die Zahl der HTV-Mitglieder stieg insgesamt an, jedoch nicht im Bereich der jungen Erwachsenen und Schüler. Der Grund für immer weniger junge Menschen im Sportverein liege vor allem im Ausbau des Offenen Ganztags an den Grundschulen und den dadurch wegfallenden Hallenzeiten der Vereine. „Mir ist es noch nicht ganz klar, ob es Sinn hat, den Sportvereinen Trainingszeiten am Nachmittag wegzunehmen, zu denen die Kinder gerne kommen, um sie mit Zwangssportstunden der Schule zu belegen“, sagte Weiss. „Die große Aufgabe wird sein, zu prüfen, wie wir unser Angebot für Jugendliche aufrechterhalten können.“ Dazu will sich der HTV mit den Vertretern der Schulen und auch Kindergärten zusammensetzen, um ein Konzept zu erarbeiten.

Zum 1. Januar lag die Zahl bei 2744. Im Vergleich zum vergangenen Jahr ging die Zahl leicht nach oben. Besonders das CityFit verzeichnet deutliche Zuwächse.

2010 verzeichneten viele Abteilungen des HTV sportliche Erfolge. Ebenso hat sich der Verein bei vielen Haaner Festen eingebracht. Beim Weihnachtstreff konnte der Verein bei der Glücksradaktion ein Bild des Künstlers Hans-Joachim Uthke verlosen. Die Gewinnerin heißt Christina Martin.

Der HTV beschäftigt 140 Übungsleiter, Helfer und eine Reihe von festangestellten Mitarbeitern. Außerdem betreut der Verein Menschen im Freiwilliges Sozialen Jahr, Praktikanten und dient als Ausbildungsstätte für Studenten im Fitnessbereich. 2011 soll die Ausbildung ausgeweitet und ein Fitnessfachmann ausgebildet werden.

In diesem Jahr stehe außerdem die Sanierung der Sporthalle Adlerstraße an. Weiss: „Eine Sanierung der Halle ohne die Sanitärräume nicht teilweise zu renovieren wäre Murks.“

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