Der Geschichtsforscher Thomas Bernhardt und das Stadtarchiv haben die Geschichten der Haltestellen aufgeschrieben.

Hilden. Am 19. November 1874 ging für die Hildener ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. Die Stadt bekam einen eigenen Bahnhof – einen direkten Eisenbahnanschluss für Einwohner und Unternehmen.

Bis 1874 fuhren die Bahnen nur an Hilden vorbei nach Ohligs

Auf den ersten Eisenbahnstrecken, die in Westdeutschland die Wirtschaftsgebiete um Düsseldorf, Elberfeld, Hagen, Duisburg oder Köln verbanden, fuhren die Personen- und Güterzüge bis dahin nur an Hilden vorbei. Eigentlich dienten die Bahnhöfe in Ohligs (Solingen) und Benrath als wichtige Eisenbahnhaltestellen für den Hildener Güterverkehr.

Auf dieses Jubiläum macht der Autor Thomas Bernhardt, der die Idee zu den Haltestellen-Geschichten hatte und sie zusammen mit der Rheinbahn und dem Hildener Stadtarchiv umsetzte, in seiner Geschichte zum Bahnhof aufmerksam: Da feierte der Bahnhof in diesem November sein 140-jähriges Bestehen – und niemand nahm es offiziell zur Kenntnis. Das 150-Jährige solle jedenfalls nicht verpasst werden.

Eisenbahnanschluss erspart Industrie viel Aufwand und Zeit

Zurück zu den Anfängen: Mit Pferdefuhrwerken mussten in Hilden gefertigte Industrieprodukte dort hingebracht, in Güterwaggons umgeladen oder für die Produktion benötigte Rohstoffe abgeholt werden. Auf Dauer war das aber mit hohen Kosten verbunden. Ein Eisenbahnanschluss in Hilden würde zudem den Zeitaufwand verringern. Genügend Gründe für Hildener Fabrikanten, um mit dem Bürgermeister Bemühungen für einen eigenen Bahnhof in Gang zu setzen.

Da kam die Rheinische Eisenbahngesellschaft mit ihrem Plan gerade recht, bis 1874 eine Strecke von Troisdorf bei Siegburg bis Speldorf bei Mülheim (Ruhr) auch über Hildener Gebiet zu führen.

In der Anfangszeit wurde diese Verbindung jedoch mehr für den Transport von Gütern genutzt als für den Personenverkehr. In großen Mengen und preiswerter konnten nun Rohstoffe und Betriebsmittel wie Eisen oder Kohle nach Hilden gebracht werden. Umgekehrt konnten die ansässigen Betriebe ihre Produkte in weiter entfernte Gebiete und in größeren Dimensionen verschicken.

Entwicklung der jungen Stadt schritt schnell voran

Der Eisenbahnanschluss kurbelte die Industrialisierung in Hilden in verstärktem Maß an und trug auf diese Weise dazu bei, dass die Weiterentwicklung der jungen Stadt schneller voranging. Fast 100 Jahre nach der Bahnhofs-Eröffnung erhielt Hilden eine zweite Haltestelle: „Hilden-Süd“ ging 1977 in Betrieb.

Für Hildener Pendler und für Reisende, die zum Flughafen oder zum Hauptbahnhof Düsseldorf wollten, startete am 26. September 1980 das nächste große Eisenbahnprojekt: Die erste S-Bahnlinie zwischen Solingen und Düsseldorf mit zwei Hildener Haltestellen wird in Betrieb genommen. Seit 2009 verbindet die Linie „S1“ Hilden – mit der Welt. Red

Anzeige

 

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer