Für Gruitener Kita-Kinder wurde die Herbergssuche des biblischen Paares Josef und Maria auf dem Dorfanger erlebbar.

Für Gruitener Kita-Kinder wurde die Herbergssuche des biblischen Paares Josef und Maria auf dem Dorfanger erlebbar.
Weihnachtsgeschichte: Maria und Josef auf Herbergssuche werden von Quall-Anwohnerin Gudrun Zimmerling (r.) abgewiesen, erhalten aber den Hinweis auf den Stall in der Nähe.

Weihnachtsgeschichte: Maria und Josef auf Herbergssuche werden von Quall-Anwohnerin Gudrun Zimmerling (r.) abgewiesen, erhalten aber den Hinweis auf den Stall in der Nähe.

Olaf Staschik

Weihnachtsgeschichte: Maria und Josef auf Herbergssuche werden von Quall-Anwohnerin Gudrun Zimmerling (r.) abgewiesen, erhalten aber den Hinweis auf den Stall in der Nähe.

Haan. Ein Fanfarenstoß tönt über den Dorfanger. Gut hundert Kita-Kinder, Väter, Mütter, ältere Geschwister und Kita-Mitarbeiter blicken auf. Mit seinem Steckenpferd kommt ein Herold angeritten. Kati Wollschläger mit weißem Umhang und Kettenhaube steigt auf eine Trittleiter, enthüllt eine Schriftrolle und verkündet den Erlass von Kaiser Augustus: „Ein jeder soll gezählt werden in seiner Heimatstadt. Jeder soll in die Stadt seiner Geburt gehen!“ Die Reaktion kommt prompt aus einer hinteren Reihe: „Ich muss nach Düsseldorf gehen!“

Die evangelischen Kindergärten haben gestern eine besondere Aktion gestartet. Die Weihnachtsgeschichte, über die im Kindergarten immer wieder gesprochen wird und von der die Kinder wohl auch morgen im Kita-Gottesdienst hören werden, soll ein Stück weit erlebbar werden. Drum können die Mädchen und Jungen Maria (Jacqueline Kyriakidis) und Josef (Jana Schmitz) bei ihrer Herbergssuche begleiten. Eskortiert von Pfarrer Hanno Nell, der das Funkmikrofon trägt, geht das biblische Paar in Richtung Quall. „Der Weg war weit, der Weg war schwer...“ singen manche Kinder das geübte Lied. Das gemeinschaftliche Erleben leidet etwas durch die Vielzahl der Erwachsenen, die den Zug sehr ausfasern lassen und sich gerne unterhalten. Der Gesang geht zuweilen unter – dafür sind die Einbuch-Versuche von Handys im Lautsprecher zu hören. Moderne Zeit. Am Quall werden Maria und Josef abgewiesen.

Die Wetterfahne dreht den Posaunenengel in den Blick

Auch der zweite Versuch bei Gudrun Zimmerling bringt nicht das ersehnte Zimmer, dafür den Hinweis auf den Stall in der Nähe. Oliver Richter begleitet auf seiner Posaune das nächste Lied, hat mit der Kälte zu kämpfen, die die Lippen am Mundstück des Instrumentes fast festfrieren lässt. Am Weg hinter der Kirche passiert die große Gemeinschaft drei Hirten (Bettina Ruffer, Sandra Druve und Katja Niederelz) mit gebastelten Schafen. Kommentar eines Knirpses: „Die sind ja gar nicht echt!“  Vor der Kirche schauen alle gen Himmel. Die Wetterfahne dreht immer wieder den Posaunenengel in den Blick. „Fürchtet euch nicht!“ klingt es da plötzlich von oben. Alexandra Krahwinkel als Verkündigungsengel hat sich durch die Dachluke der Dorfkirche gezwängt und kündigt die bevorstehende Geburt des Jesuskindes an.

In der Kirche ist es warm. Pfarrer Nell erzählt, dass auch heute Menschen auf der Flucht sind und schwierige Wege meistern müssen. Er sagt, das Kind von Maria und Josef sei ein ganz besonderes gewesen, fügt schnell hinzu, auch alle Kinder in der Kirche – für ihre Eltern und die Familie – seien besonders. Der „Stern über Bethlehem“ – fast rockig auf der Orgel eingeführt – wird gesungen und das Lied „Macht euch bereit!“ Am Ausgang klimpern Münzen für die Kindernothilfe für syrische Flüchtlingskinder in den Kollekte-Sack.

Die erlebte Weihnachtsgeschichte ist zum zweiten Mal nach 2012 veranstaltet worden. „Es ist sonst schwierig, alle Kinder und Eltern von den drei Standorten zusammenzubekommen“, sagt Gabi Vömel, zufrieden mit dem Ablauf der Aktion. Am Ausgang ist nicht nur den Kindern die Vorfreude auf Weihnachten anzusehen.

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