Der Mann aus Gruiten ist ein so genannter Postcrosser: Seit 2012 hat er schon 450 Karten bekommen – und verschickt.

Haan. 450 Postkarten hat Heiner Wolfsperger seit Juli 2012 bekommen. Die Zahl ansich ist schon ungewöhnlich, doch noch kurioser ist: Wolfsperger kennt die Absender der Karten nicht persönlich. Der Pensionär ist ein „Postcrosser“, er tauscht mit Menschen auf der ganzen Welt Postkarten aus.

„In erster Linie geht es bei diesem Spiel darum, Unbekannte aus möglichst vielen Ländern zu kontaktieren, nicht darum, Brieffreundschaften aufzubauen“, erklärt Wolfsperger. Der Gruitener las in einem Philatelie-Magazin von dem ungewönlichen Hobby. Die Kontakte werden übers Internet geknüpft. Wolfsperger: „Ich war gerade frisch pensioniert und hatte also Zeit. Außerdem schreibe ich sowieso gerne, aus dem Urlaub verschicke ich jedes Mal Dutzende Postkarten.“

484 Karten in 54 Länder hat Wolfsperger selbst schon versendet– verloren gegangene nicht eingerechnet. „Ich schreibe etwa dreißig Postkarten pro Monat“, erzählt er. Die Anschriften gibt die Plattform per Zufallsgenerator an angemeldete Nutzer aus.

Wie die meisten anderen Postkarten-Freunde sucht auch Wolfsperger seine Kartenmotive sogar die Briefmarken passend zu den im Online-Profil des Empfängers hinterlegten Interessen aus.

Werbung für Gruiten, Haan und den Kreis

Wenn sich Leute für Lokales interessieren, mache ich natürlich gerne ein bisschen Werbung für Gruiten, Haan und den Kreis“, sagt er. Fast täglich findet Wolfsperger einen neuen Gruß in seinem Briefkasten. Die neueste Karte kommt aus den USA. Eine junge Frau hat sich seine Leidenschaft für Natureindrücke zu Herzen genommen und ihm die Ansicht eines spektakulären Wasserfalls geschickt. Klar, dass Wolfsperger sich per Mail bedankt, ehe er seinerseits wieder ins Schreiben einsteigt: Die nächste Adresse, diesmal aus der Ukraine, wartet schon.

Leserkommentare (1)


() Registrierte Nutzer