Die Jubiläumskirmes wurde am Freitag eröffnet. Sie dauert noch bis Dienstag an.

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Das Riesenrad "Wonder Wheel" wurde in nur zwei Tagen am Neuen Markt aufgestellt.

Das Riesenrad "Wonder Wheel" wurde in nur zwei Tagen am Neuen Markt aufgestellt.

Stefan Fries

Das Riesenrad "Wonder Wheel" wurde in nur zwei Tagen am Neuen Markt aufgestellt.

Haan. Drei Schlager klingen gleichzeitig auf der Kreuzung vor der Post, „Keine Nieten!“ schallt von einer Losbude herüber. Im langen Besucherstrom mitten auf der Kaiserstraße gehen Pärchen Hand in Hand, ein strahlendes Mädchen hält sich am Hosenbein des Vaters fest. Am Wochenende der 625. Kirmes besuchten Tausende die bunten Budengassen in den Straßen der Innenstadt.

Schausteller beobachtet Flirts und Streits

Crêperie-Mann Harry Kunze aus Nettetal hat die Musik vom Nachbarstand aufgenommen, pfeift die Melodie mit. In Sekunden schält er Jona-Äpfel für goldgelb-saftige Apfelpfannkuchen: „Aus guten Zutaten kann man nichts Schlechtes machen. Die sind aus dem Garten meines Nachbarn, vor vier Tagen erst gepflückt.“ Er komme sehr gern nach Haan, freue sich über die Nachmittage mit Familien, über die Abende mit den jungen Leuten: „Dann wird geflirtet ohne Ende. Ehen werden angebahnt, Dramen spielen sich ab“, sagt Kunze, lacht vergnügt und nimmt den nächsten Apfel.

Es ist Jubiläum und zur Feier gibt es das große Haaner Fest ausnahmsweise fünf Tage lang. Diesmal dabei: das Riesenrad „Wonder Wheel“, „Octopussy“ und die Geistbahn „Schloss Dracula“ .

„Kindersammelstelle“ am Stand des Roten Kreuzes

„Ich komme seit 20 Jahren hier her“, sagt Ivonne Schröder-Stumberger (36) aus Langenfeld. „Es ist immer total schön. Mir gefallen die Gerüche, die Leute, wenn sie rufen und kreischen.“ Früher sei sie an den schnellen Karussells interessiert gewesen, jetzt fahren Tochter Celina (5) und der zweijährige Liam auf dem Schiffchen-Karussell. Ihr Mann Patrick hat sich vorgenommen, gebratene Pilze zu essen: „Das ist ein Muss – nur für den Appetit.“

Das Aussätzigen-Hilfswerk bietet Getränke an, verteilt Flyer für sein Projekt „Wasser für Pokahara“. Der Spendenstand des Roten Kreuzes ist zugleich „Kindersammelstelle“: „Wir hatten schon ein Kind“, sagt Lars Schulze von den Hildener Maltesern. Der Dienst auf der Kirmes sei schön, auch wenn es im Besuchergedränge anstrengend sei.

Brezel mit Schokocreme, eine ungewöhnliche Kombination

Für die Feier zwischen den schieferverkleideten Häusern gibt es erste Spuren in historischen Dokumenten von 1386. In den 1960er Jahren wurde der Neue Markt so geplant, dass die großen Fahrgeschäfte dort Platz finden.

Nach Mitteilung der Organisatoren werden 300 000 Besucher erwartet. Die Schausteller sind mit dem Wetter und dem Zuspruch sehr zufrieden.

Für die Kirmes sind Kaiserstraße und Innenstadt gesperrt. Die Autofahrer werden zu Parkplätzen geleitet, Busse fahren bis Dienstag eine Umleitung.

„Schokoküsse frisch aus der Fabrik, das klingt doch abschreckend“ – eine Besuchergruppe wundert sich über einen Werbespruch. Die Kunden am Stand scheinen nichts dabei zu finden. Flott gehen Kartons über die Theke, 18 Sorten sind versprochen.

Laugenbrezel mit Schokocreme ist das besondere Angebot am Stand von Sabine Grimmer: „Die süße Variante wird hier selten verlangt.“ Die Idee habe sie aus Bayern, da werde die Kombination zum Frühstück geschätzt.

Ein gutes Dutzend fette Schinken dreht sich an Bürglers Grillstand. Ein paar Meter weiter wird Bauchfleisch angesengt. Schnell hantiert der Koch mit der Zange auf dem Rost, kneift die Augen zu, bis der beißende Rauch verflogen ist. „Geht’s Euch noch gut?“, fragt die Ansagerin an der Raupenbahn. „Jaaaa!“, johlt das Publikum – und das Karussell dreht sich noch schneller.

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