Inhaber von Geschäften setzen sich dafür ein, dass die Polizeiwache rund um die Uhr besetzt ist.

Polizei
Am Schaufenster der „Schmuck und Uhrengalerie Haan“ von Inhaber Cezmi Yildiz sind noch die Spuren des Einbruchsversuchs aus der Nacht vom 26. auf den 27. Dezember zu sehen.

Am Schaufenster der „Schmuck und Uhrengalerie Haan“ von Inhaber Cezmi Yildiz sind noch die Spuren des Einbruchsversuchs aus der Nacht vom 26. auf den 27. Dezember zu sehen.

Stefan Fries

Am Schaufenster der „Schmuck und Uhrengalerie Haan“ von Inhaber Cezmi Yildiz sind noch die Spuren des Einbruchsversuchs aus der Nacht vom 26. auf den 27. Dezember zu sehen.

Haan. Die Spuren des versuchten Einbruchs sind immer noch zu sehen. Kreisrunde Sprünge ziehen sich durch das Panzerglas der „Schmuck und Uhrengalerie Haan“ am Neuen Markt.

„Mit Vorschlaghammer und Spitzhacke haben die Täter in der Nacht vom 26. auf den 27. Dezember versucht, die Schaufensterscheibe einzuschlagen“, sagt Cezmi Yildiz (34), Goldschmied und Inhaber des Juweliergeschäfts, das er seit drei Jahren betreibt. „Aber die Täter hatten keinen Erfolg“, sagt er.

Dennoch bestätigt ihn dieser zweite Einbruchsversuch in sein Geschäft innerhalb von acht Wochen in seiner Forderung nach einer Polizeiwache in Haan, die rund um die Uhr besetzt ist.

„Ich fühle mich hier nicht mehr sicher.“

Cezmi Yildiz, Inhaber der „Schmuck und Uhrengalerie Haan“

Yildiz hat nach Absprache mit seinem Rechtsanwalt eine Unterschriftenaktion gestartet, der sich zehn Einzelhändler in der Innenstadt angeschlossen haben. In ihren Geschäften haben sie entsprechende Liste ausgelegt. „Die musste ich nicht lange überreden. Ich habe nur zwei Sätze gesagt: Dieses Mal war ich dran. Das nächste Mal könnten Sie es sein“, sagt er.

Im Haaner Reformhaus beispielsweise haben bereits knapp 200 Haaner unterschrieben. Yildiz selbst kann Listen mit mehr als 1500 Unterschriften vorweisen. Und täglich werden es mehr. Denn Yildiz spricht seine Kunden direkt an, wirbt für seine Aktion. Deshalb kann er auch noch nicht sagen, wann er sie beenden wird. „Aber ich werde die Unterschriftenlisten auf jeden Fall mit meinem Anwalt persönlich beim NRW-Innenministerium abgeben“, versichert er.

Die Unterschriftenlisten liegen nicht nur in der Schmuck & Uhrengalerie Haan und im Haaner Reformhaus aus. Auch die Geschäfte Optik Langenberg, Optik Kreuz, iphone Paradies, Konica Photo Express, O2 Partnershop, Kunst Nagel Studio, Bäckerei Schüren sowie die Schwanen- und die Markt Apotheke beteiligen sich an der Aktion.

Am Donnerstag informieren und beraten Mitarbeiter der Kriminalprävention der Kreispolizeibehörde kostenlos zwischen 10 und 12 Uhr auf dem Neuen Markt über wirksamen Einbruchsschutz und was zu tun ist, wenn Einbrecher im Haus waren. Alle Haaner sind eingeladen, sich dort über einen wirksamen Einbruchsschutz zu informieren.

Dass er sauer auf die Polizei ist, daraus macht er keinen Hehl. „Ich fühle mich hier nicht mehr sicher.“ Das sagt er auch mit Hinweis auf den Überfall in Wuppertal. Dort wurde im Oktober 2012 eine 33 Jahre alte Angestellte eines Juweliergeschäfts bei einem Überfall durch Schüsse tödlich verletzt.

„Ich habe alles gemacht, was geht“, sagt Yildiz. Er hat nach zwei Einbrüchen im Jahr 2010 – damals drangen die Täter durch die Ladentür ein und entwendeten wertvolle Goldware – alle denkbaren Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Die Tür hat er mit einem Gitter verstärkt, die Schaufenster sind aus Panzerglas, die Videoüberwachung läuft 24 Stunden, und die Alarmanlage ist mit der Polizei sowie mit einem Wachdienst verbunden.

„Und trotzdem wurde niemand erwischt“, sagt Yildiz und schüttelt verständnislos den Kopf. Seine Forderung: „Die Polizei sollte schneller vor Ort sein.“ Wenn die Haaner Wache, sie ist werktags in der Regel von 8 bis 20 Uhr geöffnet, rund um die Uhr besetzt wäre, könnte die Polizei seiner Meinung nach schneller vor Ort sein.

Dass sich die Zahl der Geschäftseinbrüche seit der reduzierten Besetzung der Wache an der Dieker Straße in der Haaner Innenstadt gesteigert hat, kann Polizeisprecher Frank Sobotta nicht bestätigen. „Geschäfte mit begehrten Objekten, wie Juweliere oder Elektrogeschäfte, werden immer wieder von Einbrechern ins Visier genommen“, sagt er. Bevorzugt geschehe das in Fußgängerzonen, die nachts verwaist sind. „Haan ist kein Kriminalitätsschwerpunkt“, sagt Sobotta.

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