Foxy wurde bei einem Unfall schwer verletzt. Zoos oder Wildparks wollten sie nicht aufnehmen. Daher darf Rolf Niggemeyer das Wildtier halten.

Natur
Rolf Niggemeyer kann Foxy auf den Arm nehmen und streicheln. Dass die Füchsin (Fachleute sagen Fähe) den Kopf hängenlässt, zeige, dass sie ganz entspannt ist, sagt der Naturliebhaber.

Rolf Niggemeyer kann Foxy auf den Arm nehmen und streicheln. Dass die Füchsin (Fachleute sagen Fähe) den Kopf hängenlässt, zeige, dass sie ganz entspannt ist, sagt der Naturliebhaber.

Dirk Thomé

Rolf Niggemeyer kann Foxy auf den Arm nehmen und streicheln. Dass die Füchsin (Fachleute sagen Fähe) den Kopf hängenlässt, zeige, dass sie ganz entspannt ist, sagt der Naturliebhaber.

Haan. Foxy ist ein Wildtier. Das stellt Rolf Niggemeyer (50) sofort klar. „Sie ist in Freiheit geboren“, sagt er. Dass sich Menschen Wildtiere als Haustiere halten, das hält er prinzipiell für falsch. „Wildtiere gehören in den Wald“, sagt er bestimmt, während er der hübschen Füchsin auf seinem Arm liebevoll das weiche Fell streichelt. Sie hält den Kopf gesenkt, ein Zeichen dafür, dass sie ganz entspannt ist.

In freier Wildbahn hätte das Tier keine Überlebenschance

Foxy ist ein dreiviertel Jahr alt. Weil die Füchsin, Fachleute sagen Fähe, in freier Wildbahn nicht überleben könnte, dürfen Rolf Niggemeyer und seine Frau Monika sie mit einer Ausnahmegenehmigung als Haustier in ihrer Wohnung halten. Foxy und ihre Mutter wurden angefahren, die Mutter überlebte das nicht. Bei Foxy waren beide Vorderläufe und die Schultergelenke mehrmals gebrochen.

Niggemeyers Cousine aus dem Allgäu, eine Jägerin, hatte das Tier gefunden, es weitgehend gesund gepflegt und sich vergeblich bemüht, es an einen Zoo oder Wildpark zu vermitteln. „Eigentlich hätte Foxy erschossen werden sollen“, sagt Niggemeyer. Aber das konnte er nicht zulassen – und brachte Foxy mit nach Haan.

Der Naturfotograf nahm Kontakt zu einer Tierärztin und zur Unteren Landschaftsbehörde auf und suchte nach Fachliteratur über das Halten von Füchsen. „In den ersten Tagen war sie sehr scheu“, erinnert er sich. Da hat er jede Nacht vor ihrer Box geschlafen, immer die Hand vor ihrer Schnauze, damit sich Foxy an die neuen Bezugspersonen gewöhnt.

Der Rotfuchs ist zahm und läuft an der Leine

Inzwischen lebt Foxy seit fünfeinhalb Monaten bei den Niggemeyers. „Dass sie so lieb und zutraulich werden würde, das hätten wir nicht gedacht“, sagen sie. An der Leine geht Niggemeyer mit dem Rotfuchs Gassi und besucht Kindertagesstätten und Grundschulen, um für den Fuchs zu werben. „Seit mehr als zehn Jahren ist die Fuchstollwut in Deutschland ausgerottet“, sagt er. „Und dass es immer mehr Füchse in die Städte zieht, liegt auch an den Menschen, die ihren Katzen nachts Futter rausstellen. Das holt sich dann auch schon mal der Fuchs.“

Morgens frisst Foxy Hundetrockenfutter, am Abend gibt es vier Eintagsküken. „Die Knochen und Federn in der Nahrung brauchen die Füchse für ihre Verdauung“, sagt Niggemeyer. Nur mit Hundefutter bekäme das Tier Probleme.

Rolf Niggemeyer hofft sehr, dass seine Füchsin so zahm und zutraulich bleibt. Das könnte sich in den kommenden drei Jahren, bis sie ausgewachsen ist, noch ändern. Dann müssten er und seine Frau sich schweren Herzens von Foxy trennen.

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