Auf Freifunk-Routern läuft nur Freifunk. Hildener Gastronomen betreiben oft eigene Netze.

Ein typischer Freifunk-Router. Symbol
Ein typischer Freifunk-Router. Symbol

Ein typischer Freifunk-Router. Symbol

Archiv/dpa/Krato

Ein typischer Freifunk-Router. Symbol

Hilden „Wireless Local Area Network“, abgekürzt Wlan, ermöglicht den Zugang zum weltweiten Datennetz. Am besten immer und überall und natürlich gratis. Das erwarten viele Nutzer heute. Deshalb sollte die Stadtverwaltung solch ein drahtloses lokales Netzwerk auch für die Hildener Innenstadt auf die Beine stellen, beantragte die FDP. „Mit etwas Technik und wenig Geld kann man das schaffen“, erläuterte Thomas Remih:

„Wir müssen in Hilden nachrüsten, um für die Wirtschaft und Touristen attraktiv zu bleiben. Andere Städte tun das auch.“ Der richtige Partner dafür erschien den Liberalen die Freifunk-Initiative. Sie ist nichtkommerziell und betreibt freie Funknetze, die aus selbstverwalteten lokalen Computernetzwerken bestehen. Die Grünen unterstützten das Anliegen, sahen aber keine Notwendigkeit für ein Konzept. „Die Freifunk-Leute sollen sagen, was sie brauchen“, plädierte Klaus-Dieter Bartel für einen pragmatischen Ansatz. Claus Munsch (Allianz) sah grundsätzlich keinen öffentlichen Auftrag für ein kostenfreies Wlan-Netz. „Freies Wlan ist nicht zum Nulltarif zu haben, wie die FDP sagt“, lehnte Anabela Barata den Antrag für die SPD ab – wie auch die Mehrheit im Hauptausschuss.

„Wir haben mit Freifunk gesprochen und arbeiten auch dort zusammen, wo es sich anbietet, etwa bei Flüchtlingsunterkünften“, erläuterte Erster Beigeordneter Norbert Danscheidt: „Das Problem ist: Auf Freifunk-Routern/Access Points läuft nur Freifunk. Damit ist die Nutzung für eigene, interne Wlan-Netze nicht mehr möglich. Viele Gastronomen in der Innenstadt haben bereits freies Wlan, aber nicht Freifunk.“ Dort müssten überall weitere „Access Points“ für Freifunk installiert werden. Allein im Rathaus seien beispielsweise rund 30 APs notwendig. Eine Umstellung auf Freifunk hält die Verwaltung dort nicht für sinnvoll. Das Land statte derzeit bis zu 100 eigene Gebäude mit Hotspots aus, berichtete Danscheidt. In Hilden sei das Finanzamt ausgesucht worden: „Das Land rechnet mit rund 10.000 Euro je Gebäude. Das zeigt, eine Versorgung zum Nulltarif ist nicht möglich.“ Das Hildener Stadtgebiet werde durch Mobilfunk sehr gut abgedeckt. Viele User nutzten Datenflatrates. Freies Wlan sei nur dort interessant, wo sich Nutzer länger aufhielten. An vielen dieser Stellen sei freies Wlan aber jetzt schon verfügbar. Etwa im Rathaus, Bürgerhaus, Ellen-Wiederhold-Platz, Rathausvorplatz zur Itterbrücke hin, Feuerwache, Stadtbücherei, Nove-Mesto-Platz, Jugendtreff Weidenweg und Area 51, Bauhof, Weiterbildungszentrum Altes Helmholtz, Stadtarchiv sowie in vielen Cafés, Gaststätten, Hotels und Betrieben.

Alleine rund um das Rathaus loggten sich täglich rund 200 mobile Geräte ein, weiß Martin Kramer, Sachgebietsleiter Informationstechnologie: „Statt mit einem externen Anbieter zusammenzuarbeiten, haben wir die notwendige Technik kurzerhand selbst programmiert.“ Das sei eine praktische und erschwingliche Lösung.

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