Seit 1982 betreibt Angelika Opgenoorth ihr eigenes Tanz– und Gesundheitsstudio.

Die alte Dame zieht langsam ihre Turnschläppchen aus, bückt sich bemüht nach ihren Straßenschuhen. „Du musst unbedingt essen. Regelmäßiges Essen ist wichtig. Und iss ruhig, was dir schmeckt und wenn es ein Stückchen Kuchen ist. Aber versprich mir, dass du isst.“ Angelika Opgenoorth hilft ihrer 89-jährigen Kursteilnehmerin, knöpft ihr liebevoll den Mantel zu. Sie sorgt sich um die betagte Dame, begleitet sie langsam zu ihrem Rollator. „Und wenn dir das Bein morgen noch weh tut, kommst du zum Tapen.“ Die alte Dame lächelt dankbar, die Fürsorge tut ihr sichtlich gut.

Im Studio wird jeder geduzt

Wöchentlich nimmt sie mittwochs am Seniorenkursus „Sitzgymnastik“ teil. Geduzt wird in dem kleinen Studio an der Nordstraße prinzipiell jeder: „Ich dränge sogar darauf, das gehört zum Konzept. Schließlich soll hier nicht Frau Dr. XY in den Kurs kommen, sondern der Mensch dahinter“, erklärt Opgenoorth. Mit ihrem eigenen Studio hat die heute 67-Jährige ihr Hobby zum Beruf gemacht. Bereits nach der Schule wollte sie „irgendetwas mit Sport machen“, für ihre Eltern war das keine Option. So lernte sie Chemielaborantin, arbeitete bei Henkel, bis 1971 der erste Sohn, Björn, 1974 der zweite, Lars, geboren wurde. Mit der Babypause schaffte sie die Umorientierung in den Wunschberuf, machte Übungsleiterkurse und jobbte beim TUS Hilden.

1982 wagte sie den Sprung in die Selbstständigkeit und eröffnete ihr erstes Tanzstudio in der Nordstraße. „Wir haben damals schon mit 150 Teilnehmern gestartet. Viele kannte ich vom TUS, aber es kam auch dazu, dass es so etwas in der Art in Hilden nicht gab“, erinnert sich Opgenoorth. Bauchtanz, Tai Chi, Ballett, Jazztanz, Yoga – die Geschäftsfrau trifft mit ihrer Idee ins Schwarze, expandiert und wechselt 1988 in größere Räumlichkeiten in einem Hinterhof, nur wenige Häuser entfernt. Heute liest man in sozialen Netzwerken Einträge wie „Man ist nur Hildener, wenn man bei Angelika getanzt hat.“ Mittlerweile arbeitet die fünffache Großmutter mit 17 fachlich geschulten Mitarbeitern, hat ihre Firma gesplittet.

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