Michael Schrader hat sich jetzt an der Friedrichstraße niedergelassen. Er zeigt eine zeitlose Dauer-Ausstellung.

Michael Schrader hat sich jetzt an der Friedrichstraße niedergelassen. Er zeigt eine zeitlose Dauer-Ausstellung.
Der Künstler neben seiner Skulptur namens „Begegnung“. Im Hintergrund läuft das Video einer Stahlart-Performance.

Der Künstler neben seiner Skulptur namens „Begegnung“. Im Hintergrund läuft das Video einer Stahlart-Performance.

Olaf Staschik

Der Künstler neben seiner Skulptur namens „Begegnung“. Im Hintergrund läuft das Video einer Stahlart-Performance.

Haan. „Friedrichstraße 12“ – das ist ab sofort die kleine, aber feine Adresse der Kunstwerkstatt und Galerie von Michael Schrader. Die Haaner kennen den Stahlkünstler bereits, denn er hatte eine vielbeachtete Präsentation seines künstlerischen Schaffens in und vor der katholischen Kirche St. Chrysanthus und Daria. Die zum Teil tonnenschweren Stahlart-Objekte waren dort von Juni bis August dieses Jahres ausgestellt. Einige davon finden sich jetzt im neuen Atelier an der Friedrichstraße wieder.

Mittwochnachmittags und samstagvormittags geöffnet

Geöffnet ist es künftig Mittwoch nachmittags und Samstag vormittags. Aber schon jetzt ist der Künstler hin und wieder vor Ort. Die Objekte sind von außen zu bestaunen. Eine besondere visuelle Attraktion ist ein Video, das an der Atelier-Rückwand gezeigt wird. Es handelt von einer Stahlart-Performance in der Düsseldorfer Schmiedewerkstatt. Vor erlesenem Publikum hatte Schrader in diesem Sommer das uralte und auch mystifizierte Schmiede-Handwerk stahlharter Männer in Verbindung gebracht mit der Frauenpower einer professionellen Balletttänzerin. Mitten in der Schmiedewerkstatt zwischen Feuer und Amboss führt die Balletttänzerin zusammen mit männlichen Kollegen in Feuerschutzanzügen einen Tanz auf, der gegensätzlicher nicht sein könnte.

Arrangiert haben die Performance andere Künstler, aber die Idee stammt von Michael Schrader. Die Kombination von weiblicher Anmut und männlicher Schmiedearbeit vor authentischer Kulisse fasziniert. Das Video in der Galerie ist von der Straße aus zu sehen. Bewundern können Passanten durch das Schaufenster aber auch eine tonnenschwere Stahl-Skulptur, die Schrader „Begegnung“ genannt hat. Dieses und die anderen Objekte waren auch schon in der Kirchen-Ausstellung zu sehen. Besonders beeindruckt „Der Tanz“, ein Objekt, das Schrader besonders am Herzen liegt. Der Künstler kann sich durchaus vorstellen, mit anderen Künstlern zusammenzuarbeiten und diesen Schauraum durch ergänzende Kunstobjekte zu bereichern. Schraders Idee: „Es soll ein Raum werden, wo Künstler sich treffen, wo man miteinander ins Gespräch kommt, um Neues in Bewegung zu setzen“.

Zwei Auszubildende hat Michael Schrader in seiner Schmiedewerkstatt, wo auch durchaus profane Bauelemente hergestellt werden. Leslie Krause, Schmiede-Auszubildende im ersten Lehrjahr, und Wolf Plücker im dritten Lehrjahr erleben einen abwechslungsreichen Arbeitsplatz zwischen handwerklicher Fertigkeit und Schmiedekunst. Der Stahlart-Künstler eröffnet seine Galerie am Samstag 17. Dezember, um 17 Uhr mit einer Vernissage.

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