Die Helfer der AGNU betreuen 350 Nistkästen. Auf ihrer Tour treffen sie auch auf Eichhörnchen und Siebenschläfer.

Haan
In mehreren Metern Höhe hängen die Kästen, die Volker Hasenfuß kontrolliert.

In mehreren Metern Höhe hängen die Kästen, die Volker Hasenfuß kontrolliert.

Anja Tinter

In mehreren Metern Höhe hängen die Kästen, die Volker Hasenfuß kontrolliert.

Volker Hasenfuß, Hans Gallasch und Hans-Joachim Friebe werfen einen letzten Blick auf ihre Ausrüstung, ein langer Fußweg liegt vor ihnen, da sollte nichts fehlen. Es ist 9 Uhr morgens, am Rande des Naturschutzgebietes Grube7. Das erste Ziel der drei Landschaftswärter liegt allerdings nur wenige Minuten vom Startpunkt aus entfernt: ein kleiner Nistkasten mit der Nr.3. „Das ist ein Nistkasten für kleine Höhlenbrüter wie Meisen oder Kleiber“, erklärt Volker Hasenfuß und lehnt seine ausziehbare Leiter gegen den Baum. Vorsichtig klettert der 79-Jährige einige Stufen hoch, schaut zuerst in den Kasten hinein.

Metallener Spechtschutz gibt den Meisen Sicherheit

„Kein leeres Nest drin, also unbenutzt“, ruft er seinem Kollegen Hans Gallasch zu, der seit Jahren jedes Detail schriftlich in einer Tabelle festhält. Mit dem Finger gleitet der 80-Jährige auf dem Papier entlang. „In den letzten Jahren war Nistkasten 3 immer belegt, mal von Kohlmeisen, mal von Blaumeisen“, stellt Gallasch fest, „eigentlich seltsam“. Aber Volker Hasenfuß kommt der Erklärung mit erfahrenem Blick schnell auf die Spur. Das kleine Einflugloch ist an den Rändern beschädigt. „Vermutlich hat ein Specht versucht, das Loch zu vergrößern, da fühlen sich die Meisen dann nicht sicher. Und außerdem ist der Kasten an der Rückwand defekt“. Der Senior nimmt den Nistkasten aus seiner Halterung und reicht ihn an Hans-Joachim Friebe weiter. Das Trio versteht sich blind: Friebe befestigt mit wenigen Handgriffen einen kleinen Eisenring um das Einflugloch, den sogenannten „Spechtschutz“. Die Hinterwand wird mit zwei Nägeln neu fixiert, Volker Hasenfuß hängt den Kasten zurück an den Baum.

Seit rund 20 Jahren engagieren sich alle drei Männer im Vogelschutz, ehrenamtlich. Jahr für Jahr müssen die 350 Nistkästen inspiziert werden. Langeweile kommt dabei nicht auf – Überraschungen lauern überall. „Lustig sind die sogenannten Fehlbelegungen. Da öffnet man nichts ahnend einen Nistkasten und schon springt einem ein Eichhörnchen ins Gesicht oder ein Siebenschläfer schaut einen an“, sagt Volker Hasenfuß und man merkt: Diese Aufgabe meistert der aktive Senior mit großer Leidenschaft.

„Wir machen natürlich, jetzt im Alter, alles mit viel Ruhe und Gelassenheit, aber es macht viel Freude , obgleich wir uns natürlich Gedanken darüber machen, wie lange wir dazu körperlich noch in der Lage sind.“

20 Nistkästen wurden mutwillig – vom Mensch – zerstört

Im nächsten Nistkasten mit der Nummer 2 entdeckt der Landschaftswächter ein altes Nest. „Eindeutig ein Kohlmeisennest, sie nutzt mehr Moos als die Blaumeise“, erklärt Hasenfuß, der auch regelmäßig Führungen durch die Natur anbietet. „Wir machen diese Aufgabe für die Natur und auch für uns, sie hält uns fit“, sagt Hans Gallasch. „Natürlich erlebt man auch Unschönes, ein geplündertes Nest, wenn Mäuse in die Kästen klettern und die Eier auffressen. Aber so ist die Natur nun mal. Schlimm ist Vandalismus durch Menschen. Vor einigen Jahren wurden mal rund 20 Kästen mutwillig zerstört. Sowas macht unsagbar traurig“.

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