Die Sanierung der alten Grabsteine muss ohne kirchliche Gelder auskommen. Der Initiator hofft jetzt auf Sponsoren.

Die Sanierung der alten Grabsteine muss ohne kirchliche Gelder auskommen. Der Initiator hofft jetzt auf Sponsoren.
Hans-Joachim Friebe an der Friedhofsmauer, die jetzt restauriert werden soll.

Hans-Joachim Friebe an der Friedhofsmauer, die jetzt restauriert werden soll.

Olaf Staschik

Hans-Joachim Friebe an der Friedhofsmauer, die jetzt restauriert werden soll.

Haan. In der Gruitener Friedhofsmauer sind fünf große Grabsteine aus dem 17. und 18. Jahrhundert eingearbeitet. Deren Inschriften sind stark verwittert und teilweise von Moos und Algen verdeckt. Die Schriften sind aus der Nähe schon kaum zu entschlüsseln, geschweige denn aus einigen Metern Entfernung. Das soll sich bald ändern. Im Februar hatte Hans-Joachim Friebe, der seit mehr als 70 Jahren im Dorf lebt, verkünden können, dass das Sanierungsprojekt anlaufen könne, sobald das Geld für die Aktion beisammen ist.

Untere Denkmalbehörde hat der Restaurierung zugestimmt

Damals gab es erste Zusagen für Spenden. Allerdings war offen, ob und wenn ja mit wie viel Geld die katholische Kirchengemeinde sich am Projekt beteiligen würde. Die Entscheidung ist inzwischen gefallen: Der Kirchenvorstand hat den Beschluss gefasst, gar kein Geld zu investieren, sondern dann als Bauherr aufzutreten, wenn die Finanzierung über Sponsoren-Mittel gesichert ist. Das entnahm Hans-Joachim Friebe einem Brief der Bauausschuss-Vorsitzenden im Kirchenvorstand, Claudia Bockholt. Für Spenden würde die Pfarrgemeinde steuerlich abzugsfähige Spendenquittungen ausstellen. Die Stadt Haan als Untere Denkmalbehörde hat der Restaurierung zugestimmt. Dem Kirchenvorstand lagen zwei Angebote vor. Eines schloss mit 2500 Euro ab, ein anderes mit etwa der vierfachen Summe. Friebe hatte Anfang des Jahres den Erkrather Steinmetz- und Steinbildhauermeister Ulrich Hahn für das Projekt gewonnen. Der geprüfte Restaurator hat viel Erfahrung mit in Stein gemeißelter Geschichte, arbeitete am Kölner Dom, an verschiedenen anderen Kirchen, restaurierte auf dem Jüdischen Friedhof in Hamburg und verschaffte auch dem Düsseldorfer Jan-Wellem-Denkmal zusammen mit Kollegen neuen Glanz.

Die Gruitener Grabsteine will er reinigen und versuchen, die feinen, bröselnden Teile zu sichern und bröckelnde Stücke wieder anzukleben. Die Prozedur soll dazu beitragen, dass in die Steintaschen kein Wasser und keine Insekten eindringen können. Teilweise soll die Schrift etwas nachgemalt werden, auf dass man von der Straße Am Weinberg sehen kann, dass dort etwas eingemeißelt ist.

Die Farbe wird in Zusammenarbeit mit der Denkmalbehörde noch ausgewählt. Im Grunde aber werde „das Aussehen sich nicht verändern“. Eine gute Restaurierung, sagt der Spezialist, solle nicht zu sehen sein.

Ende der 1970er Jahre war die Friedhofsmauer gereinigt und zum Teil vor einer gegossenen Betonstütze neu aufgeschichtet worden; damals war die Mauer im Bereich der alten Schule instabil geworden. „Der Zahn der Zeit hat seine Spuren hinterlassen. Wetter und Luftverschmutzung haben dem denkmalgeschützten Objekt stark zugesetzt. Wir alle stehen in der Verantwortung, wertvolles Kulturgut zu erhalten“, schrieb Friebe an potenzielle Sponsoren, darunter die Bürgerstiftung Haan und Gruiten, die Stadt-Sparkasse Haan, die NRW-Stiftung und die Ratsfraktionen.

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