Die Ortsgruppe Gruiten der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands findet keinen Nachwuchs mehr. Eine ökumenische Gruppe ist dafür in Planung.

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Die kfd-Frauen waren immer auch im Gruitener Karneval aktiv. Archiv

Die kfd-Frauen waren immer auch im Gruitener Karneval aktiv. Archiv

Stefan Fries

Die kfd-Frauen waren immer auch im Gruitener Karneval aktiv. Archiv

Haan. Nach mehr als 90 Jahren ist Schluss: Die Abteilung der katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) löst sich auf. „Es tut uns in der Seele weh. Wir sehen aber keine andere Möglichkeit“, sagt Gertraud Goergen, ehemalige Vorsitzende des Vereins.

Der Verein ist überaltert, keiner will mehr Vorstand sein

Der Grund dafür liege auf der Hand: „Schuld ist die Überalterung des Vereins“, sagt sie. Auch wenn der Verein noch aus 125 Mitgliedern besteht, fände sich kein neuer Vorstand mehr zusammen. „Wir haben zwar auch einige jüngere Mitglieder“, sagt Goergen, keiner von ihnen sei jedoch bereit, sich fest an einen Vorstandsposten zu binden.

„Das ist natürlich kein Problem, das nur uns betrifft“, sagt die 73-jährige ehemalige Vorsitzende. Auch anderen Abteilungen der kfd in ganz Deutschland würde die Überalterung Kopfschmerzen bereiten. In Haan habe die Gruppe schon 2006 nur „mit viel Mühe noch mal einen Vorstand zusammenbekommen“, sagt Goergen. Die Gründungsintention wurde mehr und mehr veraltet: „Als unsere Gemeinschaft im Jahr 1920 an den Start ging, hieß sie noch ‚Mütterverein’ und hat sich die Emanzipation der Frau zur Aufgabe gemacht“, erläutert Goergen. „Frauen sind heute emanzipiert und stehen mitten im Leben.“

Vom „Mütterverein“ zur Reisegruppe

So kümmerte sich ihr Verein in der Vergangenheit um Bildungsangebote, Wallfahrten und Wanderungen. „Die Wandergruppe St. Nikolaus bleibt weiterhin bestehen und wird jeden ersten Dienstag im Monat eine Wanderung unternehmen.“

Zur Auflösung des Vereins mussten die letzten 14 Aktiven jedes Mitglied persönlich aufsuchen, es informieren und eine Kündigung entgegennehmen. Sehr aufwendig sei das gewesen. Dennoch: „Wir sind bereits dabei, etwas neues aufzubauen“, sagt Gertrud Goergen. Eine Frauengruppe will sie gründen. „Vielleicht wird das sogar ein ökumenisches Projekt“, sagt Goergen. Das soll dann aber kein Verein mehr sein, damit sich die Vorstandsfrage erübrigt.

» Erstes Treffen zur Planung der Frauengruppe ist am 27. Januar um 15 Uhr im katholischen Pfarrzentrum Gruiten, Pastor-Vömel-Straße 30.

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