7227-mal musste die Feuerwehr im vergangenen Jahr ausrücken. Dabei wurde deutlich, dass Nachwuchs fehlt.

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Bleibende Erinnerung: Der Brand eines Einfamilienhauses am Bischof-Wichfried-Weg war einer der Großeinsätze der Feuerwehr 2012. Das Haus brannte völlig ab, die Bewohnerin wurde verletzt. Archiv

Bleibende Erinnerung: Der Brand eines Einfamilienhauses am Bischof-Wichfried-Weg war einer der Großeinsätze der Feuerwehr 2012. Das Haus brannte völlig ab, die Bewohnerin wurde verletzt. Archiv

Stefan Fries

Bleibende Erinnerung: Der Brand eines Einfamilienhauses am Bischof-Wichfried-Weg war einer der Großeinsätze der Feuerwehr 2012. Das Haus brannte völlig ab, die Bewohnerin wurde verletzt. Archiv

Haan. „Als ich Ihnen Anfang vergangenen Jahres vom Einzug in die neue Feuer- und Rettungswache berichtet habe, war ich fest davon überzeugt, dass für die Feuerwehr nun eine etwas ruhigere Zeit beginnt“, sagte Carsten Schlipköter, Leiter der Feuerwehr, in seiner Ansprache beim Neujahrsempfang am Freitag in der Wache an der Nordstraße. „Leider sind wir im vergangenen Jahr eines Besseren belehrt worden.“

„Uns fehlen vor allem die Ehrenamtlichen, die auch tagsüber in Alarmbereitschaft sind.“

Mirko Braunheim, stellvertretender Leiter der Feuerwehr

Wichtige Themen wie die Ausbildung und die Mitgliedergewinnung hätten 2012 jedoch nicht so stark angegangen werden können wie geplant. Grund: die Zahl 7227. Zu so vielen Einsätzen wurde die Feuerwehr im Vorjahr gerufen. Das sind 741 mehr als ein Jahr zuvor.

Davon waren 112 Einsätze Brandalarme, 376 technische Hilfsleistungen, und den größten Anteil machte der Rettungsdienst mit 6739 Einsätzen aus. Davon waren 4027 Krankentransporte. Stellvertretender Leiter Mirko Braunheim staunte über dieses Einsatzaufkommen nicht schlecht: „Die Zahl der Krankentransporte hat 2012 enorm zugenommen und einen absoluten Höchststand erreicht.“

Dennoch sind es eher wenige Einsätze, die der Feuerwehr wegen ihres Umfangs oder ihrer Dauer in Erinnerung bleiben. Genannt wurden der Brand eines Einfamilienhauses am Bischof-Wichfried-Weg im April, der mit Chemikalien beladene umgestürzte Silozug an der Autobahnanschlussstelle Haan-West, eine Tierrettung, bei der ein Pferd mit Hilfe eines Krans aus einem Gewässer geborgen werden musste oder auch die kurzzeitige Sperrung der Kirmes aufgrund von Sturmwarnungen.

Immer mehr Aufgaben für immer weniger Leute

So wie die Anzahl der Einsätze im Jahr 2012 gewachsen ist, so ist die Mitgliederanzahl der Freiwilligen Feuerwehr geschrumpft. Zurzeit sind 100 aktive Angehörige tätig, davon 33 Beamte im feuerwehrtechnischen Dienst. Sechs Mitglieder haben im vergangenen Jahr ihre Tätigkeit bei der Feuerwehr niedergelegt.

Zum Feuerwehrmann: Tim Palm und Lukas Waschk. Zum Oberfeuerwehrmann: Jan Grimberg, Christian Koschek und Oliver Schmidts. Zum Unterbrandmeister: Bastian Hellmann, Stefano Mercurio und Felicitas Voigtländer. Zum Brandmeister: Rafael Scharfenort und Daniel Weiß. Zum Oberbrandmeister: Stefan Longerich. Zum Hauptbrandmeister: Volker Severin. Zum Brandoberinspektor: Markus Pottmann.

Für seine 25-jährige Feuerwehr-Zugehörigkeit erhielt Mirko Braunheim das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber. Hauptbrandmeister Frederic Prudent wurde für seine Verdienste in der Jugendarbeit mit der silbernen Ehrennadel der Jugendfeuerwehr ausgezeichnet. Unterbrandmeister Bernd Müller und Brandoberinspektor Willi Schürmann wurden aus dem aktiven Dienst verabschiedet.

„Im ehrenamtlichen Bereich werden die Aufgaben von Jahr zu Jahr auf immer weniger Schultern verteilt. Wir müssen uns bewusst sein, dass das auf Dauer nicht gutgehen kann“, stellte Schlipköter fest.

„Uns fehlen vor allem die Ehrenamtlichen, die auch tagsüber in Alarmbereitschaft sind. Das ist für die berufstätigen Mitglieder aber kaum möglich“, sagte Mirko Braunheim. Der Stadtbrandinspektor bekam an diesem Abend das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber überreicht. Seit 25 Jahren versucht er, Feuerwehr, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.

Um in Zukunft neue Mitglieder zu gewinnen, möchte sich die Feuerwehr in diesem Jahr vermehrt mit den neuen Kommunikationsplattformen wie Twitter oder Facebook beschäftigen. „Die nicht mehr ganz so Jungen unter uns haben natürlich recht, wenn sie meinen, dass man mit einem iPhone kein Feuer löschen kann“, sagt Schlipköter.

„Wir müssen aber die neuen Medien aktiv nutzen, um uns als festen Bestandteil der Gesellschaft, insbesondere bei den Jüngeren, zu positionieren.“

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